Blaue Weihnacht

 

Idee von: CN Winters and Susan Carr

Autorin: CN Winters

Koordiniert von: CN Winters and Susan Carr

Produziert von: CN Winters and Susan Carr

Überarbeitet von: Kate

Übersetzt von: Kurna

Ton: Steff

Bilder: Chris Cook

Künstler: Chris Cook, CN Winters

Video von: Track 6 and CN Winters

 

Teaser

Fade In

Int.

Willows and Kennedys Apartment – Nacht

Kennedy kam in den Vorraum ihrer Wohnung und legte ihren Mantel ab, um ihn dann achtlos auf das Sofa zu werfen.

„Hey Willow? Bist du noch auf?" rief sie.

Als sie keine Antwort bekam, ging sie in die Küche und öffnete den Kühlschrank. Sie holte eine Wasserflasche heraus und nahm einige kräftige Schlücke, bevor sie sie wieder hineinstellte. Linker Hand sah sie eine Plätzchenschale in Katzenform und hob den Deckel ab um hineinzuschauen.

„Ooh," seufzte sie. „Willows Hanukah Plätzchen."

Sie nahm einen und mampfte glücklich drauflos. Sie griff mit einer Hand nach einem Glas und goss mit der anderen Milch ein während sie den Keks im Mund balancierte. Nachdem sie den Milchkrug weggestellt hatte, schloss sie die Kühlschranktür mit dem Fuß und verließ die Küche.

Kennedy ging zum Fernseher in ihrem Wohnzimmer als sie ein schwaches Licht unter der Schlafzimmertür hindurchscheinen sah. Mit einem Ausdruck von Neugier im Gesicht begann sie nachzusehen. Sie stopfte das Plätzchen wieder in den Mund, öffnete langsam die Tür und steckte den Kopf hinein.

Das Plätzchen fiel in ihre Milch, als ihr Kiefer plötzlich herunterklappte.

„Ich hab mich schon gefragt, wie lange du brauchen würdest," lästerte Willow. Sie saß auf der Bettkante, gekleidet in aufreizender blauer Unterwäsche und klopfte auf den Platz neben sich. „Du hast dein Plätzchen verloren," fügte sie hinzu und deutete auf das Glas.

„Huh?" murmelte Kennedy. Es dauerte einen Moment, bis sie alles kapierte und sie schaute auf die Milch in ihrer Hand. „Vergiss den blöden Keks," sagte sie und stellte das Glas auf das Nachtschränkchen.

„Ich dachte, ich überrasche dich," sagte Willow beiläufig.

„Es hat geklappt," antwortete die Jägerin lächelnd. „Scheint’s kam der Weihnachtsmann früher dieses Jahr und hat mir etwas Schönes dagelassen."

„Nun, du warst ein braves Mädchen ... manchmal hast du freche Sachen gemacht, aber nur auf eine sehr gute Art."

Kennedy kam näher zum Bett. „Also ..." Sie stoppte und leckte sich die Lippen. „Daf ich dich auspacken?" Sie wackelte zur Betonung mit den Augenbrauen und Willow lachte.

„Nur wenn du dich selbst zuerst auspackst," konterte Willow.

Mit einem eleganten Schwung zog Kennedy ihr T-Shirt über den Kopf bevor ihr Mund Willows Lippen fand und sie den Rotschopf auf das Bett zurückschob.

Cut to

Int.

Die Finish Line Sports Bar – Nacht

Zwei Männer in Nikolauskostümen saßen an der Bar und tranken Bier.

„Was für ein Beschiss!" rief einer der beiden aus während sie die Übertragung auf dem großen Bildschirm über ihnen anschauten.

„Oh, komm schon, Fred," beklagte sich sein Kumpel Ray. „Denk doch drüber nach. Was wäre denn die Chance gewesen, dass Ohio State die nationale Meisterschaft in zwei direkt aufeinander folgenden Jahren gewinnt. Eine Million zu Eins oder was?"

Fred seufzte nur und nahm einen Schluck von seinem Bier. „Zur Hölle, vergiss Ohio State. Es läuft doch Alles nur noch mit Beschiss. Die besten Teams spielen gar nicht mehr in der Rose Bowl und wer sind schon die Schiedsrichter für die Nationale Meisterschaft? Eine Gruppe von Ivy League Reportern, die keine Ahnung von nem echten Spiel haben. Schau dir doch ihre Football Teams an - Harvard, Yale ... Oh ja, echte ‘Spitzenteams’ im Sport, klar." Fred schloss sarkastisch mit einem Augenrollen ab und schüttelte den Kopf.

„Nun, da muss ich dir Recht geben. Es gibt viele Teams, die eigentlich Meister hätten werden müssen, aber abgefangen wurden. Aber die Buckeyes waren schon lange out, bevor meine Wolverines mit ihnen das Feld gewischt haben," kicherte Ray.

„Du bist ein Verräter, Ray, das weißt du doch, oder?" fragte Fred und warf etwas Geld auf den Tresen.

Ray lachte. „Oh, komm schon. Sei nicht sauer. Ich hab doch nur Witze gemacht. Trink noch einen auf meine Rechnung."

„Das ist ein Angebot, dem ich fast nicht widerstehen kann. Aber ich muss los. Hab der Mrs versprochen, dass ich früh nach Hause komme," erklärte er und machte einige erklärende Gesten.

Ray lachte erneut und klopfte ihm auf die Schulter. „Na, dann sieh zu, dass du keinen Ärger bekommst. Wenn ich dich vorher nicht mehr sehe, Frohe Weihnachten, Kumpel."

„Danke gleichfalls," erwiderte Fred und legte einen Extra-Fünfer auf die Bar. „Nimm noch einen auf meine Rechnung, so im Geiste des Schenkens und so."

„Danke!"

Fred winkte zum Barkeeper. „Bis dann, Eddie!"

Eddie schaute auf vom Abwaschen der Gläser und nickte.

Fred pausierte draußen kurz, knöpfte seinen Mantel zu und stopfte dann die Hände in die Taschen. Er ging ein paar Meter die Straße entlang und schaute hinter sich.

Es war nichts zu sehen, also ging er weiter. Nach einem Moment hörte er Lachen wie von kleinen Kindern. Er stoppte wieder und blickte zurück. Wieder nichts. Kopfschüttelnd startete er erneut zum Ende des Blocks.

Plötzlich sprangen an der Ecke zu einer schmalen Gasse fünf elfenähnliche Personen auf ihn zu. Er blinzelte völlig irritiert.

„Ich kann doch nicht so betrunken sein," murmelte er zu sich selbst.

Ihre Gesichtszüge änderten sich plötzlich dramatisch als ob sie in wenigen Sekunden um viele Jahre gealtert wären.

„Was zum Teufel?" murmelte Fred.

Alle fünf sprangen zugleich auf ihn los und zogen ihn trotz seiner Schreie und Tritte in die Dunkelheit der verlassenen Gasse.

Fade to Black

 

 

Gaststars:

Michelle Trachtenberg als Dawn Summers, Nicolas Brandon als Xander Harris, Lindsay Felton als Skye, Elizabeth Anne Allen als Amy Madison und Sarah Michelle Gellar als Buffy Summers

 

Erster Akt

 

Fade In

Int.

Willows and Kennedys Schlafzimmer – Früher Morgen

Willow drehte sich im Bett um und fand Kennedy noch tief schlafend vor. Mit einer überraschten Miene schob sie eine Haarsträhne hinter Kennedys Ohr. Die Jägerin zuckte nicht einmal. Nach einigen weiteren Augenblicken, in denen sie ihre schlafende Geliebte betrachtete, schlüpfte sie aus dem Bett.

Nachdem sie ein langärmeliges Hemd übergezogen hatte, griff sie sich das vergessene Milchglas und zog eine Grimasse als sie den milchdurchtränkten Keks darin entdeckte. Sie ging in die Küche und kippte es in den Ausguss, dann spülte sie das Glas aus und startete die Kaffeemaschine. Auf dem Weg aus der Küche schnappte sie sich ein neues Plätzchen, ging in ihr kleines Büro und aktivierte den Bildschirm mit einer Bewegung der Maus. Nach wenigen Klicks startete der Drucker und sie kehrte in die Küche zurück.

Sie langte gerade nach ihrer Kaffeetasse als sie fühlte, wie sich zwei Arme um sie schlangen und sie überrascht zusammenzucken ließen.

„Etwas nervös heute morgen?" fragte Kennedy und legte ihren Kopf zwischen Willows Schulterblätter.

„Ja, ein wenig," antwortete Willow.

„Mmm, wenn du zurück ins Bett kämst," bot Kennedy an, „dann hätte ich eine Kur dafür."

„Uhm, ja danke, aber ... nein. Ich hab das Gefühl, heute wird es dicke kommen. Da will ich früh loslegen."

„Du bist einfach zu sehr ein Frühaufsteher, Will," sagte Kennedy mit einem lächeln und holte ihren Orangensaft aus dem Kühlschrank.

„Tja, du bist zu sehr eine Nachteule," konterte Willow.

„Kommt mit dem Job als Jägerin. Vielleicht kann ich in die Abteilung für Tages-Dämonen wechseln. Haben wir sowas?"

Willow grinste. „Nein, leider nicht. Dämonen arbeiten nicht nach der Stechuhr."

„Nun, wenn dieses Präsidium so gut organisiert ist, wie wir fürchten, dann ja vielleicht doch," witzelte Kennedy und nahm einen weiteren Schluck. „Was mich daran erinnert, wie geht es unserem Harry Potter?"

„Gut, alles in allem. Es könnte sogar ein wichtiger Weckruf für ihn gewesen sein. Nicht das ich ihm etwas Böses gewünscht hätte, aber ... wenn du 16 bist, glaubst du, dass du ewig leben wirst, bist du dann mit deiner Sterblichkeit konfrontiert wirst. Ich denke, er hat jetzt mehr Respekt, für viele Dinge."

„Und wie geht es seiner Mutter? Hat sie sich wieder beruhigt?"

„Lily geht es besser." Willow nickte. „Ich denke, sie sieht ein, dass es das beste für Jeff ist, wenn er hier bleibt. Aber soweit ist alles okay im Rat."

„Cool, aber was ich wirklich wissen wollte ..."

„Du bist ziemlich gesprächig heute," fiel Willow ein.

„Was? Darf ich nicht reden?" fragte Kennedy herausfordernd.

„Letzte Nacht hast du nicht viel gesprochen," konterte Willow.

„Nein, eher gestöhnt und geseufzt als alles andere und wenn du dich erinnerst, etwas wurde doch gesprochen ... oder sollte ich sagen ‘gebettelt’?" Kennedy stoppte kurz in Gedanken verloren und trug dabei ein zufriedenes Grinsen.

Willow seufzte nur und schüttelte den Kopf.

„Wie auch immer," fuhr Kennedy fort. „Was ist mit Giles? Hat er nen neuen Schatz oder was?" fragte sie verschwörerisch.

„Drei Mal sind sie diese Woche ausgegangen," ergänzte Willow grinsend. „Natürlich sagt er, dass er nur sichergehen will, dass sie die kürzlichen Vampirangriffe auf ihren Laden gut überstanden hat," fügte Willow mit wissendem Lächeln an.

Kennedy lachte nur.

„Er mag sie wirklich," sagte Willow mit einem Lächeln und goss sich eine Tasse Kaffee ein.

„Was hat ihn verraten? Die Tatsache, dass er dauernd lächelt oder dass er bei jeder Gelegenheit fröhlich am Pfeifen ist?"

Es war an Willow zu lachen. „Eigentlich ist es die Art, wie er blubbert, wenn man Beccas Namen erwähnt."

„Das ist nicht dein Ernst," widersprach Kennedy.

„Meinst du? Pass heute auf. Ich werde sie erwähnen und du wirst sehen, was passiert. Ich wette um fünf Dollar," sagte sie und streckte ihre Hand aus.

„Gemacht," sagte Kennedy und schüttelte die Hand.

Willow versuchte loszulassen, aber Kennedy zog sie statt dessen näher und küsste sie auf die Lippen.

„Mmm, bist du sicher, dass du dein Training als Wächterin heute Morgen nicht abblasen möchtest?"

„Das kann ich nicht," erwiderte Willow und zog sich etwas zurück. „Rowena und Giles wollen mich hart rannehmen, während der Rest der Truppe über die Feiertage weg ist. Und ich muss noch die restlichen Dinge zusammensuchen für die Yule-Feier morgen Abend."

Kennedy zuckte mit den Schultern. „Nun, sag nicht, ich hätte es nicht versucht," antwortete sie mit niedergeschlagener Stimme.

„Es tut mir Leid," sagte Willow. „Aber ich hab ..."

„Noch Dinge zu erledigen. Ich weiß ... Da du ja nicht mit ins Bett kommst, werde ich noch ein wenig schlafen. Weckst du mich, bevor du zum Frühstück gehst?"

„Sicher, Liebling. Ich verspreche auch, leise zu tippen," erwiderte sie mit einem sanften Grinsen.

„Okay. Nacht ... oder Morgen ... was auch immer." Kennedy lächelte. „Ich seh dich dann."

Willow schaute zu wie Kennedy im Schlafzimmer verschwand. Sobald die Tür geschlossen war, stieß sie einen schweren Seufzer aus, griff nach ihrer Kaffetasse und begab sich zu ihrem Computer.

Cut to

Int.

Rat der Wächter; Aufenthaltsraum – Später am Morgen

Willow kam in den Raum und sah Rowena, die sich im Fernsehen einen Bericht über eine Polizei-Pressekonferenz anschaute.

„Was ist passiert?" fragte Willow.

Rowena zeigte zum Fernseher. „Ein weiterer Angestellter von ‘Santas-4-Rent’ ist letzte Nacht verschwunden."

„Ui," sagte Willow sarkastisch. „Glauben sie an einen Zusammenhang?"

Rowena musste leicht kichern. „Nun, die Presse fragte, ob ein brutaler Weihnachtsmann-Killer unterwegs sei und die Polizei hat dann aber schnell darauf verwiesen, dass man bisher keine Leichen gefunden habe. Die Opfer werden derzeit nur vermisst."

„Also technisch gesehen ein Weihnachtsmann-Kidnapper?"

Rowena grinste. „Es scheint so."

Willow schüttelte den Kopf. „Und was werden all diese armen nichtjüdischen Kinder nun an Weihnachten tun? Ihre Geschenke womöglich von Leuten bekommen, die sie lieben, an Stelle einer erfundenen mythologischen Figur?"

„Autsch!" kicherte Rowena. „Hat mal jemand Kohle in deinen Socken hinterlassen? Du hast ein Weihnachtsmann-Problem."

„Ich bin jüdisch geboren. Ich habe Weihnachtsmann-Neid. Das ist ein Unterschied," sagte sie mit erhobenem Finger.

Rowena kicherte weiter, aber dann bekam sie plötzlich einen nachdenklichen Ausdruck. „Weißt du, ich hab mich immer gewundert ..."

„Was?"

„Man hört keine guten Hanukah-Lieder. Es gibt kein ‘White Hanukah’ oder ‘It’s beginning to look a lot like Hanukah’. Woran liegt das?"

Willow zuckte mit den Schulter. „Kann ich dir nicht sagen. Aber zur Verteidigung der Juden, es gibt dieses Dreidel-Lied und wir bekommen die Geschenke über acht Nächte verteilt statt alle auf Mal, was ziemlich cool ist."

„Nun, ich bin christlich aufgewachsen, also gab es den Mistel-Zweig, den Eggnog und den geschmückten Baum. Aber wir sind nie zur Kirche oder Messe oder so gegangen."

„Also du feierst Jesus’ Geburtstag?" fragte Willow mit einem spielerischen Grinsen.

„Ja, aber ich bin eigentlich eine Studentin aller Religionen. Ich denke, alles was Leute zum größeren Guten zusammenbringt - ob Christen, Juden, Moslems oder sagen wir ... Wiccas," Rowena pausierte mit einem wissenden Grinsen. „Es ist eine gute Sache. Es sind nur die Fanatiker, auf die du achten musst und die hat jede Religion."

„Wo wir davon reden," erzählte Willow. „Also nicht die Fanatiker, aber die Wiccas. Wir feiern heute Abend eine Yule-Zeremonie."

„Oh, richtig. Es ist Wintersonnenwende."

Willow war kurz überrascht, dann lächelte sie. „Ja, ich wollte alle für heute Abend in das Studierzimmer einladen oder vielleicht wäre Giles auch mit seiner Wohnung einverstanden. Beide haben Kamine ... Also du kennst dich perfekt mit den Traditionen von Juden und Wicca aus?"

Rowena kicherte. „So weit würde ich jetzt nicht gehen. Aber wie gesagt, ich habe viele Religionen studiert. Es ist wahr, unsere Jägerinnen kämpfen meist mit Kreuzen - das, und spitze Stücke Holz -, aber es hilft, ein bisschen von allem zu wissen."

„Kenner vieler Künste, aber Meister in keiner?"

Rowena überlegte kurz. „Ja, das fasst mich gut zusammen," kicherte sie.

Als sie jemand kommen hörten, schauten sie auf und sahen Robin hereinkommen.

„Hey Robin," rief Willow ihm zu.

„Ach, da seid ihr. Alle anderen sind schon oben und bereit, das Meeting zu starten."

Die beiden Frauen gingen ihm entgegen. „Oh verflixt!" sagte Willow und reichte den morgendlichen Bericht an Rowena weiter. „Ich hab vergessen, Kennedy zu wecken. Könntest du ...?"

„Geht klar," sagte Rowena und winkte mit dem Ordner.

„Danke." Willow lächelte und ging in die andere Richtung.

Cut to

Int.

Rat der Wächter Besprechungsraum – Einen Moment später

Willow und eine ziemlich verschlafene Kennedy betraten den Raum als Robin gerade sprach.

„Tut mir Leid," sagte Willow bescheiden und versuchte, nicht zu stören.

„Wären eher hier gewesen, aber jemand hatte vergessen mich zu wecken," fügte Kennedy an.

„Weißt du, Brat," sagte Faith grinsend. „Es gibt diese tolle Erfindung - man nennt sie Wecker. Du stellst sie auf eine bestimmte Zeit ein und sie machen ordentlich Lärm um dich zu wecken! Erstaunliche Sache, huh?"

„Ich wird mir’s mal anschauen," erwiderte die jüngere Jägerin. „Schlaumeierin," murmelte sie während Willow und sie sich hinsetzten. Faith sagte nichts sondern strahlte sie nur an.

„Wir haben gerade über die verschwundenen Weihnachtsmänner gesprochen," erzählte Robin.

„Ja," ergänzte Giles. „Es scheint keinen mythischen Hintergrund zu geben, aber wir werden es dennoch im Auge behalten, wenn es weitergeht."

„Irgendwelche Verbindungen außer dem Arbeitgeber?" fragte Rowena, während sie durch den Ordner blätterte.

„Nur eine," bot Willow an. „Soweit ich heute Morgen gelesen habe, hatte jeder von ihnen noch das Kostüm an."

„Sie sahen also wie Weihnachtsmänner aus?" fragte Kennedy.

„Richtig," nickte Willow.

„Junge, zu dieser Jahreszeit werden die fehlenden Typen aber sehr auffallen, huh?" bemerkte Faith sardonisch. „Was sollen wir machen, jeden Weihnachtsmann auf den Straßen interviewen?"

Kennedy musste kichern. „Vielleicht können wir ein Foto besorgen von ‘Das Wunder in der 34sten Straße’ und fragen ‘Haben Sie diesen Mann gesehen?’?"

„Ja," musste Faith jetzt auch lachen und fuhr mit tiefer Stimme fort. „Sicher hab ich ihn gesehen - im Supermarkt, beim Weihnachtsmarkt, in der Fußgängerzone ..."

„Okay, genug," sagte Giles lächelnd. „Natürlich wissen wir, dass es ziemlich schwierig ist, aber lasst uns wenigstens die Augen offen halten für etwas ungewöhnliches ... das heißt noch ungewöhnlicher als sonst." Als niemand mehr etwas sagte, fragte Giles, „Gibt es sonst noch etwas zu besprechen?"

„Ja," sagte Willow und stieß Kennedy leicht an. „Was machen Becca und du heute?"

Giles errötete und grinste. „Nun, i-ich ... u-um ehrlich z-zu sein ..."

Willow begann zu kichern und hielt Kennedy ihre offene Hand hin.

„Verdammt, Giles," sagte Kennedy und zog einige Geldscheine aus der Tasche.

„Was soll das denn?" fragte er und blickte sie an.

„Ich hatte ne Wette laufen, dass sie nicht nervös werden, wenn sie über Becca reden," erwiderte Kennedy und legte die fünf Einerscheine in Willows Hand.

„Also mit Sicherheit nicht," antwortete Giles.

„Und ob," argumentierte Willow. „Und es ist süß."

„Ja, was ist damit los?" fragte Faith. „Du bist dauernd mit dieser Frau zusammen."

„Darf ich etwa kein Privatleben haben?" fragte Giles etwas indigniert.

„Also seid ihr zwei schon offiziell zusammen?" fragte Rowena.

Giles zögerte. „Also ich würde vielleicht nicht sagen ‘offiziell’, aber ja, wir sind schon einige Male ausgegangen."

„Mensch, alle sind hier in Paaren," murmelte Rowena. „Vielleicht sollte ich so langsam auch ein Leben finden, damit ich hier nicht das fünfte Rad am Wagen bin," fügte sie zu Robin gewandt hinzu. Sie stoppte kurz und zeigte auf jeden einzelnen, als würde sie zählen. „Okay, Korrektur, siebtes Rad."

„Du darfst jederzeit unser Ersatzrad sein," tröstete Robin sie und tätschelte ihre Hand. „... Also wann werden wir sie denn mal treffen?" fragte Robin Giles.

„Ja genau," warf Willow ein. „Was ist, schämst du dich für uns?"

„Natürlich nicht," widersprach Giles. „Aber ich möchte nicht, dass die Frau gleich bombardiert wird mit ..."

„Unzähligen Fragen und neugierigen Blicken," ergänzte Robin.

Giles zögerte als würde er sich eine Erwiderung überlegen, aber schließlich gab er auf und warf die Arme in die Luft. „Ja, genau das meinte ich."

„Oh, komm schon, Giles," stichelte Willow. „Wir können nett und wohlerzogen sein, wenn wir wollen. Ihr geht doch zum Mittagessen, richtig?" Willow unterbrach sich und lehnte sich zu Kennedy herüber. „Sie gehen immer zum Mittagessen," flüsterte Willow verschwörerisch.

„Bin ich hier unter Beobachtung?" fragte Giles mit einem Grinsen.

„Habt ihr denn schon geknutscht?" fragte Faith neugierig.

„Geknu ...? Ich glaub nicht, d-dass dich das was angeht," stotterte Giles.

„Komm schon, Baby, lass den armen Kerl in Ruhe," bemerkte ihr Liebhaber.

„Vielen Dank, Robin."

„Gern geschehen," sagte er zu ihm und wandte sich dann zu den anderen. „Ich werde die Details später rauskitzeln, wenn ich ein Gespräch unter Männern mit ihm habe," flüsterte er gespielt unauffällig Faith zu.

Giles seufzte und nahm den Ordner von Rowena während die anderen kicherten.

„Vielen Dank, dass ihr auf meine Kosten lacht," sagte er im Aufstehen.

„Okay alle," erklärte Willow. „Lasst ihn in Ruhe. Aber ernsthaft Giles, bring sie heute nach dem Essen mit. Wir versprechen auch uns zu benehmen."

Da er die Ernsthaftigkeit in ihrer Stimme hörte, nickte Giles. „Ich werde es mir überlegen."

„Gut, nach einem psychologischen Tiefenprofil und einer genauen Frage-Antwort-Session wissen wir dann, ob sie einen Giles wert ist," erwiderte die Hexe.

Giles warf Willow einen erschöpften Blick zu.

„Nur ein Spaß," grinste sie. „Oh und lad sie auch zu der Yule-Feier heute Abend ein. Wenn sie mit der Vampirgeschichte fertig wird, denke ich, kommt sie auch mit der Hexensache klar."

Giles nickte. „Werde ich bestimmt machen und, da jetzt jeder seinen Spaß auf meine Kosten hatte, gibt es sonst noch wichtige Punkte?"

„Nein," erwiderte Faith. „Aber wo ist Andrew eigentlich heute?"

„Führt Interviews für die Stelle der Küchenhilfe," entgegnete Willow.

Cut to

Int.

Rat der Wächter; Küche – Zur selben Zeit

„So, hmh ... was würden Sie als Ihre größte Stärke bezeichnen?" fragte Andrew die Person, die ihm gegenüber am Küchentisch saß während er Wort für Wort seinen Fragebogen herunterlaß.

Ein großer muskulöser Mann ließ ein wenig seine Armmuskeln spielen. „Ich schaff über 100 Kilogramm im Bankdrücken," erwiderte er.

„Oh ja, ja, das könnte sehr nützlich sein," sagte Andrew und versuchte optimistisch zu klingen, obwohl sein Gesicht seine Unsicherheit zeigte.

Cut to

Int.

Rat der Wächter Küche – Später

„Nun, während meiner Arbeit in den staatlichen Haftanstalten konnte ich für über 100 Leute gleichzeitig kochen," erwiderte eine kräftig wirkende Frau.

Andrew schaute in seine Unterlagen. „Oh, ich habe hier gar nicht gesehen, dass sie für den Staat gearbeitet haben."

„Nicht angestellt, eingesperrt. Sie haben doch keine Probleme mit Ex-Häftlingen, oder?" fragte sie mit herausfordernder Stimme.

Der Ton schien Andrew einzuschüchtern und er rutschte leicht vom Tisch zurück. „Oh nein, überhaupt nicht," erwiderte er und schluckte nervös. „Zumindest nicht mit solchen, die wir kennen," sagte er leiser mit einem Kopfschütteln. „Nächste Frage ... Was würden Sie als Ihre größte Schwäche ansehen?"

Cut to

Int.

Rat der Wächter; Küche – Später

Ein Mann in einen Trainingsanzug mit fünf Goldketten um den Hals zwinkerte Andrew zu. „Die Frauen," sagte er in dem Versuch, cool zu wirken.

Cut to

Int.

Rat der Wächter; Küche – Später

„Ich habe eine Tendenz, Sachen zu schnell anzugehen und dann vergesse ich, was ich tun wollte und dann muss ich zurückgehen und sagen, huhm, was habe ich jetzt vergessen und dann, wenn ich mich erinnere, was ich vergessen hatte, weshalb ich zurückgehen musste, dann muss ich versuchen, es wieder geradezubiegen, aber um ehrlich zu sein, manchmal ist es schon zu spät, aber ..." schwallte es aus einer Frau heraus, die an June Cleaver erinnerte.

Andrew starrte praktisch durch die Frau hindurch, da er innerlich schon aufgegeben hatte, ihren Worten zuzuhören.

Cut to

Int.

Rat der Wächter Küche – Später

„Videospiele," antwortete ein Mädchen so um die 20. Andrew schien sofort etwas aufrechter zu sitzen. Ich weiß, das ist nicht, wonach sie suchen," fügte sie mit einem Grinsen hinzu. „Aber immer wenn ein neues Spiel rauskommt, muss ich es ausprobieren. Ich leihe sie mir immer aus, bevor ich sie kaufe, aber ... tut mir Leid. Ich weiß, dass das Ihre Frage nicht wirklich beantwortet. Meine größte Schwäche beim Arbeiten dürfte sein, dass ich mir manchmal zu viel vornehme. Ich möchte überall helfen und dann wird es zu viel, aber ich lerne langsam, auch mal Sachen auf Mitarbeiter zu delegieren, wenn möglich, sodass ich nicht überlastet bin und meine Arbeit dadurch besser wird."

„Wirklich?" fragte Andrew.

„Ja, ich finde, dass wenn ein Mitarbeiter ..."

„Nein," unterbrach er sie. „Ich meine, Sie leihen die Spiele erst aus? Ich frage mich, wo Sie da hingehen und ob sie eine gute Auswahl haben. Es gibt nicht viel hier draußen und man muss daher immer erst in die Stadt. Und bis zu dem Zeitpunkt, wenn ich es schaffe sie zurückzugeben, habe ich so viel Strafgebühr zu zahlen, dass ich sie besser hätte kaufen können."

„Oh nein, hast du schon von RJs Video gehört?" Andrew schüttelte den Kopf, aber schien nahezu gebannt. „Es ist ungefähr drei Blöcke von hier. Sie haben auch noch eine Filiale nahe der Uni, aber beide haben eine großartige Auswahl. Sie haben sogar einen Tarif, wo man eine feste Gebühr im Monat bezahlt und man so viele Spiele wie man will ausleihen kann. Okay, nicht alle auf Mal, aber wenn du eins durch hast und es zurückbringst kannst du gleich ein neues mitnehmen. Und wenn du es aber länger behälst, ist es auch okay - du kannst ein Spiel so lange behalten, wie du möchtest."

„Im Ernst?"

„Ja, es ist super für mich, weil ich Studentin bin und nicht immer genau den Termin einhalten kann. Aber das Beste ist, wenn ich den Job kriegen würde, wäre es nur die Straße runter für mich," witzelte sie. „Ups, ich hoffe, dass war jetzt nicht zu direkt. Ich bin mir bewusst, dass Sie wahrscheinlich eine ganze Reihe qualifizierter Bewerber haben."

„Nicht wirklich. Wann könnten Sie anfangen, Tracey?" fragte er atemlos.

„Wenn es mir hilft, den Job zu bekommen, dann schon heute," grinste sie.

„Sie sind angestellt," strahlte Andrew und reichte ihr mit der linken Hand eine Schürze, während er ihr noch mit der Rechten die Hand schüttelte.

Fade to

Int.

Einem Verlies ähnelnder Bereich – Zur selben Zeit

Vier elfenartige Kreaturen schleppten Fred, der immer noch sein Kostüm trug, zu einem Käfig. Der Mann schien bewusstlos zu sein während die Elfen ihn fallen ließen und nach dem Verlassen des Käfigs die Tür abschlossen.

„Psst! Hey Kumpel! Bist du wach?"

Fred versuchte die Augen zu öffnen um zu sehen, woher die Stimme kam, als er sich auf seine Ellbogen stützte.

„Wo bin ich?" fragte er.

Ein Mann in dem Käfig neben seinem reichte ihm seine Feldflasche. „Hier, trink was," sagte er.

Fred schien zu zögern und der Mann nickte.

„Es ist nur Wasser," erzählte er ihm. „Ich bin hier schon seit drei Tagen. Das weiß ich wegen der kleinen Menge Licht, dass man dort oben sieht," sagte er und zeigte zu einer kleinen Öffnung in der Felsdecke über ihnen.

„Wer sind die Kerle?"

Der andere Weihnachtsmann zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Ich hab gehört, wie sie davon sprachen, den wahren Einen zu finden, wer auch immer das sein mag."

Fade to

Int.

Gefängniszelle - Präsidium HQ – Zur selben Zeit

„Ihr könnt mich hier nicht für immer festhalten. Sie werden kommen."

Bonnie ging zu dem Mann, der in einen roten Mantel und rote Hosen gekleidet war, alles mit Pelz verbrämt.

„Oh, keine Sorge. Du wirst nicht für immer hier bleiben," grinste sie. „Genau genommen würde ich sagen, dass deine Tage gezählt sind."

 

 

Zweiter Akt

 

Fade In

Int.

Musikgeschäft – Nachmittags

Becca und Giles gingen langsam durch den Gitarren-Laden und begutachteten dabei verschiedene Exemplare und Zubehörteile.

„Hhm," sagte Becca und deutete auf eine Gitarre über ihrem Kopf. „Sollte ich wieder die gleiche Marke nehmen oder etwas anderes aussuchen?"

„Welche war es?" fragte Giles.

„Diese Blaue," sagte Becca und inspizierte sie. „Sie ist genau wie die, die ich in der Bar im Kampf mit Satans Schlägertruppe verloren habe," scherzte sie.

Giles grinste. „Du nimmst das alles ziemlich locker," komplimentierte er.

„Inwiefern?"

„Nun, ich habe kaum einmal eine Frau gedatet, die klar gekommen ist mit d-den ... Monstern ... in meinem Beruf. Es war immer etwas zu erschreckend für sie."

Becca zuckte mit den Schultern. „Vielleicht hast du nie die Richtige getroffen," erwiderte sie lächelnd. „Außerdem, Monster gibt es überall - ob sie in unserem Kopf sind oder es die sind, mit denen wir es jeden Tag zu tun haben, wie den grummeligen Buchkäufer. Deine Monster sind von der realen Sorte, aber ich habe dich in Aktion gesehen ... du weißt, was du tust."

„Hm, wo wir gerade davon sprechen ..." begann Giles nervös. Becca wartete, dass er fortfuhr. „Meine Kollegen haben ihr Interesse daran gezeigt dich kennen zu lernen, da wir zuletzt viel Zeit miteinander verbracht haben. Wenn du das nicht möchtest, könnte ich es verstehen, aber ich habe ihnen gesagt ..."

„Deine Freund treffen?"

„Entgegen besseren Wissens, ja," erklärte er ihr.

Ihre Augenbrauen schossen überrascht hoch und sie legte ihren Kopf zur Seite.

„Oh nein, nicht du - sie," erklärte sie. „Ich bin dankbar sie alle zu kennen, versteh mich nicht falsch. Sie haben nur die Tendenz dazu ... nun, jede Gelegenheit zu nutzen mich schrecklich zu ärgern und ich bin nicht sicher, ob du bereit bist dich dem auszusetzen."

Becca kicherte. „Du glaubst nicht, dass ich damit umgehen kann?" lästerte sie.

„Das ist es nicht. Es ist nur ... du kennst sie nicht so gut wie ich. Sie können gnadenlos sein und ich habe Angst, dass sie dich versehentlich beleidigen."

„Also lass mich sehen, ob ich das richtig verstanden habe," begann Becca. „Du würdest gegen einen hässlichen Dämon antreten, der doppelt so stark ist wie du, aber deine Freunde ängstigen sich?"

„Ich habe nicht gesagt, dass es eine rationale Furcht sei," antwortete Giles mit einem Lächeln.

Becca kicherte. „Okay nun muss ich gehen. Ich bin viel zu gespannt, als das ich das verpassen würde."

In diesem Moment kam ein Angestellter auf das Paar zu.

„Kann ich Ihnen helfen?" fragte er.

„Ja, ich überlege diese Blaue zu kaufen, aber die rote Gitarre dort reizt mich inzwischen auch. Darf ich sie beide mal probieren?" fragte sie.

„Selbstverständlich," erklärte er. „Lassen Sie mich die Leiter holen."

„Danke," sagte sie und er marschierte los.

„Welche von beiden auch immer du nimmst," erklärte Giles ihr. „Ich bestehe darauf zu bezahlen."

„Darum könnte ich dich nicht bitten," erwiderte Becca.

„Warum? Würdest du dich irgendwie verpflichtet fühlen, wenn ich es täte? Das brauchst du nicht. Es war meine Unfähigkeit, mich richtig vorzubereiten, die zu dem Schaden geführt hat."

„Nein, es war meine Entscheidung, diesem Kerl in der Bar die Gitarre über den Schädel zu ziehen," beharrte Becca.

Sie stoppten beide und schauten zu dem Verkäufer, der grinsend in ihrer Nähe stand. Becca wurde rot bei dem Gedanken, dass er ihr Gespräch gehört hatte, doch der Verkäufer winkte ab.

„Hey, so lange Sie zahlende Kunden sind, geht es mich nichts an, warum Sie eine neue Gitarre brauchen."

„Nun, ich bin härter als ich aussehe," witzelte Becca während sie ihn beim Ersteigen der Leiter beobachtete.

„Wenn Ihre Härte dafür sorgt, dass Sie wiederkommen, dann wunderbar," stichelte er und reichte ihr die blaue Gitarre herunter. Vorsichtig kletterte er wieder runter. „Die Rote ist genauso, nur ... Sie wissen ... rot."

„Wie sind Ihre Umtauschregelungen?" fragte Becca während sie das Gewicht testete.

„30 Tage ... aber sie muss noch in einem Stück sein," grinste er.

„Lustiger Kerl," erklärte sie Giles und wies mit dem Daumen auf den Verkäufer. Sie hielt die Gitarre noch etwas länger. „Okay, ich lebe mal richtig wild und versuche etwas Neues. Nehmen wir doch die Rote."

„Sicher," sagte der Verkäufer mit einem Nicken und hing die Gitarre zurück.

„Und machen Sie eine schöne Schleife darum," wies Giles ihn an.

„Rupert," ermahnte Becca ihn.

„Du bist nicht die einzige hier, die dickköpfig sein kann," sagte er und reichte seine Kreditkarte dem Verkäufer.

Becca gab sich seufzend geschlagen und beobachtete, wie der Verkäufer wegging.

„Vielen Dank," sagte sie zu Giles und klang eher frustriert als dankbar.

„Sehr gern geschehen," erwiderte er fröhlich, befriedigt, dass er sich durchgesetzt hatte.

Cut to

Int.

Rat der Wächter – Computerraum

Faith kam am Computerraum vorbei und sah, dass die Lichter anwaren, obwohl niemand drin war. Sie langte zum Schalter und löschte das Licht.

„Hey!" hörte sie Willow ausrufen.

Sofort schaltete sie wieder ein.

„Oh, tschuldige, Red. Hatte dich nicht gesehen." Sie ging hinein und schaute sich um. „Wo zur Hölle bist du?"

Willow tauchte von unter einem Schreibtisch hervor und begann sich den Staub abzuklopfen.

„Bereite mich nur vor auf die Rückkehr unserer WITs nach den Weihnachtsferien. Dachte mir, ich mache schnell ein paar Upgrades."

„WITs?" hakte Faith nach.

„Wächter im Training. Was treibst du heute so?" fragte Willow.

Faith zuckte mit den Achseln. „Hab Langeweile. Alle Mädels sind zuhause bei ihren Familien, also hab ich niemanden zum Rumscheuchen," sagte sie und setzte sich auf einen der Rechner. „Ich hab’s mit Brat versucht, aber ..." fügte sie mit einem Grinsen an.

„Hat nicht so richtig funktioniert?"

„Überhaupt nicht ... sag, wen hast du gezogen?" fragte Faith im Versuch, das Gespräch am Laufen zu halten.

„Was?"

„Für das geheime Wichteln - wen hast du gezogen?"

„Wenn ich es dir sage, wäre es ja nicht mehr sehr geheim, oder?" entgegnete Willow während sie einen Anschluss auf der Rückseite des Rechners prüfte.

„Komm schon," lachte Faith. „Wen hast du? Ich hab Rowena und ich hab nicht die geringste Idee, was ich ihr schenken könnte. Hey, du bist auch ne Wächterin! Was mögen Wächter?"

„Mit Büro-Utensilien kannst du nichts falsch machen," erklärte Willow mit einem Nicken.

Faith lachte nur. „Ja, das schreit den individuellen Touch geradezu heraus. Nö ... sie hat doch diese Armbrust. Vielleicht könnte ich ihr ein paar Trainingsbolzen besorgen oder so."

„Das könnte passen," erwiderte Willow und wandte sich dem nächsten Rechner zu.

„Also, raus damit - wen hast du?"

Willow zögerte. „Kennedy," seufzte sie.

„Oh Mann, da hast du ja ein ganz schweres Los erwischt," kicherte Faith. „Arme Will."

Willow zögerte erneut und biss sich auf die Unterlippe. „Es ist nicht so leicht, wie du denkst."

„Wie meinst du das?"

„Nun, ich war in der Mall. Dachte ich besorge etwas, dass uns beiden Spaß bringt. Nicht dass ich der Typ bin, der Geschenke für andere kauft und sagt ‘Da du es nicht magst, kann ich es haben?’ ... Ich wollte nur etwas finden, woran wir uns zusammen erfreuen könnten." Faith begann zu grinsen. „Und nicht auf diese sexy Art, wie du gerade denkst," fügte Willow mit einem leichten Lächeln an.

„Ich hab nichts Derartiges gesagt, Red," lästerte Faith.

Willow grinste nur, doch es begann schnell wieder zu verschwinden. „Aber weißt du was? Als ich da war, hab ich gemerkt ... es gibt nichts, dass sie und ich beide mögen ... nun, außer dem Sex-Kram. U-und als ich erst darüber nachdachte, fragte ich ... fragte ich mich, was denn sonst noch da ist? Ich mein, ist es denn nur der Sex? Denn es sollte doch mehr damit verbunden sein, wenn man mit jemanden zusammen ist, als dass man nur ‘zusammen’ ist."

Faith sagte nichts dazu.

„Vielleicht sollte ich dir das nicht erzählen," sagte Willow und versuchte, wieder beschäftigt auszusehen.

„Warum nicht? Ich dachte wir haben einen Punkt erreicht, wo wir einander vertrauen können," antwortete Faith etwas enttäuscht.

„Nein, ich meine ja, haben wir, aber ... du bist Kennedys Freundin u-und ich rede hier vielleicht mit der falschen Person."

„Oh hey, keine Sorge deshalb. Ich werd nichts zu ihr sagen, aber ... das Mädchen himmelt dich an. Du weißt das, richtig?"

„Ja, ich weiß," antwortete Willow mit leichtem Schuldbewusstsein.

Ein kurzes Schweigen legte sich zwischen die beiden bis Faith wieder sprach. „Puh, Red. Ich bin nicht sicher, was ich dazu sagen soll."

„Nicht sicher oder du möchtest es nicht sagen?"

Jetzt wirkte Faith etwas schuldbewusst. „Sie ist ein großartiger Mensch. Arrogant und manchmal sturköpfig, aber ... ich denke, dass ist die Jägerin in ihr," sagte Faith und lächelte leicht um die Stimmung etwas aufzuheitern.

„Sie ist ein großartiger Mensch," wiederholte Willow. „Aber ..."

„Sie ist nicht großartig für dich," beendete Faith den Satz für sie.

Willow sah aus, als wollte sie widersprechen doch dann stoppte sie sich. Faith stand auf und kam etwas näher.

„Schau, du hast es selbst gesagt. Ken ist eine Freundin von mir. Aber du auch. Und ich kann euch beiden eine Freundin sein, hab also darum keine Sorge ... aber wenn es zwischen euch nicht klickt, Will, dann lass sie los. Sicher wird es ihr weh tun, aber im Endeffekt ... ist es besser für sie. Für euch beide."

Faith drückte Willows Arm. „Wir können heute Abend bei dem Yule-Fest noch weiter reden, wenn du möchtest," bot sie an. Sie gab Willow ein aufmunterndes Grinsen als sie aus dem Raum ging. Mit einem nachdenklichen Ausdruck schaute Willow hinter ihr her.

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Int.

Rat der Wächter; Küche – Später am Tag

Andrew lauschte der voll aufgedrehten Stereoanlage und nickte auf und ab, während er lauthals mitsang. Tracey grinste nur und schüttelte den Kopf, während sie die Geschirrspülmaschine ausleerte.

„Guess who’s back? Back again. Shady’s back. Tell a friend. Guess who’s back, Guess who’s back, Guess who’s back, Guess who’s back, Guess who’s back, Guess who’s back, Guess who’s back, whaillll…yeah, yeah,ya-."

Giles schaute zu Becca und rollte mit den Augen.

„Andrew, stellst du bitte für einen Augenblick den Lärm ab!" rief der Wächter.

„Oh!" Andrew drehte sich um, rannte zu dem Gerät und stellte es leiser. „Entschuldigung, Giles, ich habe dich nicht kommen hören. Ich war nur ..."

Bevor er weiterreden konnte, begann Becca zu singen.

„I've created a monster, cuz nobody wants to see Marshall no more. They want Shady. I'm chopped liver. Well if you want Shady, this is what I'll give ya – a little bit of me mixed with some hard liquor." She stoppte kurz und deutete Andrew an, dass er weitermachen sollte und er lächelte glücklich als beide am Singen waren.

„Some vodka that'll jumpstart my heart quicker then a shock when I get shocked at the hospital by the doctor when I'm not cooperating, when I'm rocking the table while he's operating. Hey!"

Becca schaute zu Giles und sein geschockter Gesichtsausdruck ließ sie losprusten, weshalb sie nicht mehr weitersingen konnte. Andrew stellte die Musik ganz aus und kam zu ihnen herüber, sein Gesicht voller Neugier.

„Wer sind Sie?" fragte er Becca.

„Gute Frage," sagte Giles und schüttelte seine Überraschung ab. „Dies ist Becca aus dem Buchladen, die bis vor kurzen noch überhaupt nicht verrückt gewirkt hatte."

„Nett Sie wiederzusehen," sagte sie und schüttelte Andrews Hand.

„Ohh Becca," bemerkte er. „Das ist richtig! Entschuldigen Sie, dass ich Sie nicht gleich erkannt hatte ... ich dachte, Sie wären ... naja schon alt."

Giles sah aus als würde er gleich Nägel spucken, aber Becca lachte einfach. „Nun, um ehrlich zu sein, im Vergleich zu Ihnen bin ich es ja auch."

„Aber Sie mögen Eminem?"

Becca zuckte mit den Schultern. „Kann nicht sagen, ich wäre ein supergroßer Fan, aber ich mag die meisten aktuellen Lieder."

„Fan bin ich auch nicht," gestand Andrew. „Aber ich muss zugeben, dieses eine Lied mag ich ... Was hören Sie noch so? Sie haben eine Band, richtig? Spielen Sie ...?"

Andrew war noch immer am reden, als Faith, Kennedy und Willow zusammen in die Küche kamen.

„Boah ey!" Faith tat als stolpere sie überrascht zurück. „Verdammt Giles, wie konntest du so eine heiße Braut aufreißen?"

„Faith," seufzte Giles und versuchte seine Verlegenheit zu verbergen.

Faith ignorierte ihn und wandte sich an Kennedy und Willow. „Natürlich könnt ihr zwei das besser beurteilen als ich. Irre ich mich etwa?"

Kennedy studierte Becca einen Moment. „Nein, ich stimm dir zu. Sie is’n Babe."

Willow gab Kennedy einen Klaps auf den Arm und ging mit ausgestreckter Hand zu Becca während sie noch den Kopf schüttelte über die Sprüche der beiden Jägerinnen.

„Ignorieren Sie sie einfach," erklärte sie Becca. „Ich bin Willow Rosenberg," fügte sie mit einem freundlichen Lächeln hinzu.

„Schön Sie kennen zu lernen," antwortete Becca und schüttelte die Hand.

„Ebenfalls."

„Und ihr werdet es nicht glauben," unterbrach Andrew sie. „Sie mag Rap. Und wahrscheinlich auch Hip Hop," erzählte er Willow. Er wandte sich direkt an Becca. „Hip Hop auch, richtig?" fragte er aufgeregt.

Becca schmunzelte über seinen Enthusiasmus. „Es gibt viele Arten von Musik, die ich mag. Meine Bandmitglieder reichen im Alter von 21 bis 50, also verstehen wir von Allem ein wenig zu spielen."

„Oh richtig," bemerkte Willow. „Giles erwähnte, dass Sie beide Gitarre spielen."

„Ja, er hat mich schon spielen hören, aber ich ihn noch nicht," erwiderte Becca fast als Herausforderung.

„Nun, ja, lass uns weitergehen," sagte Giles in dem Versuch, das Thema zu wechseln.

„Oh, Giles ist wirklich gut," erzählte Willow. „U-und auch seine Stimme ist echt sexy."

„UND er singt?" fragte Becca Willow, bevor sie zu Giles hinschaute. Als er plötzlich seine Schuhe zu studieren schien, fuhr Becca fort. „Nun schau einer an ... dies entwickelt sich zu einem äußerst lehrreichen Besuch."

„Wie gesagt, lass uns weitergehen," versuchte es Giles erneut.

„Hmm," summte Becca in Gedanken und wandte sich dann wieder an Willow. „Meine Band hat bald einen Auftritt. Wir spielen jedes Jahr in der VFW Hall. Es ist so ein formeller/halb-formeller Event zu den Feiertagen."

„Hört sich doch lustig an," warf Kennedy ein.

„Ist es auch," erzählte Becca. „Wir haben Leute jeden Alters da, von 1 bis 92. Sie sind alle eingeladen. Und wer weiß? Vielleicht könnten Sie sogar Giles dazu überreden, auch für ein paar Songs auf die Bühne zu kommen?"

„Oh, das wäre cool!" erklärte Willow. „Wäre das nicht nett, Giles?"

„Ja, wunderbar," antwortete er in dem vergeblichen Versuch, erfreut über die Idee zu klingen.

„Was ist nett?" fragte Robin, der gerade die Küche betrat. Als er weiter hereintrat, sah er Becca und lächelte. „Oh, hallo," sagte er und kam zu der Gruppe. Dort angekommen legte er den Arm um Faith und stellte sich vor. „Ich bin Robin Wood. Sie müssen Becca sein."

„Das ist richtig," nickte sie. „Erfreut Sie kennen zu lernen."

„Ganz meinerseits."

„Wir sind gerade zu einer Weihnachtsparty eingeladen worden, As," erklärte Faith ihm.

„Wann ist sie?" fragte Robin.

„Morgen Abend," erzählte Becca ihm. „Von Acht bis Mitternacht."

Er nickte zunächst, aber dann wandte er sich plötzlich an Faith. „Oh, im Park ist dieses Lichterfest, wo wir hingehen wollten. Erinnerst du dich?" fragte Robin.

„Ja, aber die Party startet um Acht, also könnten wir beides machen. Es sei denn, du hast noch ein anderes heißes Date für den Abend eingeplant," scherzte Faith.

„Riiichtig, als ob das passieren würde." Robin grinste Faith an und drehte sich dann wieder zu Becca um. „Wie es ausschaut, können Sie mit uns rechnen."

„Wir könnten wahrscheinlich auch gehen," bot Kennedy an.

Willow wirkte für einen Sekundenbruchteil in Panik, unterdrückte es dann aber und wandte sich an Kennedy. „Wir wollten morgen doch zu unserem Dinner gehen," erinnerte Willow Ken.

„Nun, wie schon Faith sagte," antwortete Kennedy. „Wir werden früh losgehen und haben dann genug Zeit um noch zur Party zu kommen."

„Oh ja, ich denke, das müsste passen," antwortete Willow mit einer Spur von Nervosität.

Giles schien Willow einen Moment prüfend anzusehen, aber dann wandte er sich wieder an Becca. „Nun, es scheint, du hast die Befragung jetzt überstanden," sagte er spaßhaft. „Möchtest du jetzt den Rest sehen? Ich bin sicher unsere Kollegin Rowena ist hier auch noch irgendwo. Wahrscheinlich in der Bibliothek."

„Absolut," antwortete Becca und wandte sich dann noch einmal an die anderen. „Es war nett Sie alle kennen zu lernen."

Sie alle äußerten ihre verschiedenen Abschiedsgrüße als Giles Becca bei der Hand nahm und aus dem Raum führte.

Als sich die Gruppe wieder ihren Aufgaben widmete wandte Andrew sich an Tracey.

„Hm, würden Sie auch gerne gehen?" fragte er mit leiser Stimme. „Ich mein, sie hat uns alle gefragt und Sie haben gerade erst angefangen ... nun heute ... aber es könnte nett werden - natürlich nicht im Sinne eines Dates," betonte er. „Ich möchte nicht, dass Sie denken, Sie müssten gehen um Ihren Job zu behalten. Ich weiß, dass es Gesetze dagegen gibt. Ich möchte nur, dass Sie sich als Teil des Ganzen fühlen. Da Sie gerade erst hinzugekommen sind, könnten Sie glauben nicht gemeint zu sein, aber es wäre eine nette Gelegenheit, alle etwas besser kennen zu lernen."

Tracey lächelte einfach. „Sicher, ich denk schon, dass ich irgendwo formelle/halb-formelle Kleidung auftreiben kann."

„Cool," antwortete Andrew, „Aber wie gesagt, nicht im Sinne einer Verabredung. Wie ich schon sagte, Gesetze und so."

„Nein, ich verstehe schon," antwortete sie. „Und vielen Dank dafür, mich mit zu berücksichtigen - auch in einer nicht-Date Art und Weise," versicherte sie ihm.

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Int.

Haus der Summers-Schwestern – Abends

„Uno!" riefen zwei Teenager laut aus, doch eine war etwas schneller als die andere. Die beiden jungen Frauen saßen sich an einem Kaffeetisch gegenüber.

„Ah ha! Dachtest wohl du hättest mich, aber von wegen," sagte die Rothaarige triumphierend.

„Oh wirklich," grinste Dawn. „Zieh vier," sagte sie und legte ihre Karte aus.

„Oh Mann," seufzte Skye. „Du mogelst!"

Dawn begann zu lachen als es plötzlich klopfte.

„Ich mach auf," rief sie nach oben während sie sich zur Tür begab.

Sie sah einen Caravan in der Zufahrt parken, als sie die Tür öffnete, aber niemand saß darin. Sie begann zu grinsen.

„Ho! Ho! Ho!" sagte Xander als er aus seinem Versteck direkt an der Hauswand hervortrat.

Dawn begann zu kreischen und auf und ab zu hüpfen, bevor sie ihn ins Haus zog und innig umarmte.

„Du bist früh," erzählte sie ihm aufgeregt.

„Nun, ich könnte wieder fahren," erwiderte er und wandte sich Richtung Veranda.

Dawn zog ihn zurück ins Haus. „Wage das ja nicht," drohte sie ihm und drehte sich zur Treppe. „Buffy! Xander ist hier!"

„Bin eher angekommen, als ich dachte. Ich hoffe, dass ich euch damit nicht ungelegen komme," sagte er.

„Machst du Witze?" fragte Dawn. „Dies ist großartig." Langsam kam auch Skye zur Tür hin.

„Hi," sagte sie mit einem fast furchtsamen Winken.

„Oh," sagte Dawn etwas verlegen. „Tut mir Leid. Xander, dies ist Skye. Skye, Xander Harris."

„Schön dich kennen zu lernen," nickte sie höflich.

„Es ist nett, auch dich endlich kennen lernen zu können," antwortete er. „Als Dawn ..." Xander stockte und schaute zu Dawn, die ihn genau zu beobachten schien. „Du weißt doch, dass es unhöflich ist jemand anzustarren," erklärte er ihr.

„Tschuldigung," sagte Dawn errötend. „Ich wollte sehen, ob es wirklich eine andere Farbe ist und es ist so, auch wenn der Unterschied nicht groß ist. Willow macht gute Arbeit."

„Weißt du, wenn du älter und weniger unschuldig wärst, dann hätte sich eine passende und sehr humorvolle Antwort darauf."

„Ich bin nicht so unschuldig, wie ich aussehe," erklärte Dawn ihm.

„Das kann ich bestätigen," fügte Skye an.

Xander fühlte, wie bei diesem Kommentar seine eigenen Wangen rot wurden. „Ich wette, du bist jetzt eine Handvoll," sagte er und schüttelte den Kopf über Dawn. „Vampire jagen ist wahrscheinlich einfacher ..." Xander ließ den Satz unbeendet und schaute zu der Person, die oben an der Treppe aufgetaucht war.

„Als eine unverbesserliche, hormongesteuerte Schwester aufzuziehen?" fragte Buffy ihn während sie die Treppe herunterkam.

Er ging langsam hinüber zur Treppe und wartete dort mit einem fetten Grinsen im Gesicht auf sie. Umso näher sie kam umso deutlicher konnte er ihre Augen schimmern sehen.

„Hallo Xander," sagte sie sanft als sie ihn in eine Umarmung zog. Sie hielt ihn für einen Moment, bevor sie anfügte, „Ich hatte mir so fest vorgenommen nicht zu weinen."

„Hey, so lange es glückliche Tränen sind, lass sie rollen," erwiderte er.

Sie musste kichern und schniefte dann dramatisch als sie ihn losließ. „Ganz bestimmt die glückliche Variante," erklärte sie ihm mit einem Nicken und hielt ihn am Oberarm. „Oh und bevor ich es vergesse, Dawn hat die Webcam angeschlossen. Da ist ein Rotschopf, der einen Snoopy-Weihnachtstanz erwartet."

„Aber Skye ist doch direkt hier," sagte er grinsend und wies mit dem Daumen auf Dawns Freundin.

„Nicht der Rotschopf," erwiderte Buffy lächelnd. „Der andere - in Cleveland."

„Oh, die," stichelte Xander, der natürlich genau wusste wen Buffy meinte. Plötzlich drehte er sich zu Dawn um. „Warte. Sie ist auch rothaarig." Er zeigte spielerisch auf Skye. „Spüre ich da einen Zusammenhang?" fragte er die Gruppe.

„Da gibt es keinen Zusammenhang," sagte Dawn zu ihrer Verteidigung.

„Du bist keine Hexe, oder?" fragte er Skye.

Skye lachte. „Nein, sicher nicht. Naja, vielleicht so fünf Tage jeden Monat, aber sonst nein. Nichts Hexisches in mir."

Xander musste ebenfalls lachen. „Sie hört sich sogar an wie Will," fügte er an Buffy gewandt hinzu.

Buffy grinste nur und nickte. „Wir hatten diese Diskussion schon."

„Ja, hatten wir und ich übertrage hier nichts," warf Dawn ein. „Komm Xander, ich gebe dir die große Tour," sagte sie und zog ihn mit sich. Buffy und Skye folgten, wobei Buffy ihren Arm um Skyes Schulter legte.

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Int.

Versteck des Präsidiums – Abends

„Ihre Kontakte haben also Santra?" fragte der Dämon mit den Hörnern auf dem Rücken Bonnie.

„Ja Sir," nickte sie. „Wir forschen derzeit nach einer Methode, ihn in seine eigene Dimension zurückzuschicken, aber es könnte Komplikationen geben, die mit seiner Rückkehr verbunden sind."

„Komplikationen interessieren mich nicht," erklärte er ihr.

„Dessen bin ich mir bewusst, aber wenn wir das Tor nur für sehr kurze Zeit offen halten können ... bleiben vielleicht andere zurück."

„Andere?"

Bonnie nickte. „In letzter Zeit sind in der Stadt einige Weihnachtsmänner verschwunden. Und Santra sprach davon, dass ‘sie ihn finden würden’."

Der Handlanger des Präsidiums lachte. „Also hat Santra was, Elfen?"

„So sagt er oder zumindest elfenähnliche Gefolgsleute, die vielleicht nach ihm suchen."

„Und das betrifft mich inwiefern, Bonnie?" fragte der Dämon.

„Ich hätte gern ein paar Leute mehr, um bei der Suche und Gefangennahme dieser Wesen zu helfen. Wenn sie Erfolg hätten und Santra entkommt und beginnt dann in Cleveland Kinder auszunehmen, dann ..."

„Ich verstehe. Das geht natürlich nicht," nickte er. „Und wir könnten Santras Hilfe später brauchen, wenn der Plan angelaufen ist. Kein Grund, die Brücken - oder Dämonen - hinter uns zu verbrennen. Ich verstehe Ihr Dilemma."

„Könnten Sie also ein paar Dämonen schicken, die bei der Suche helfen?" fragte sie.

„Ich werde sie heute Abend zu Ihnen schicken," erklärte er mit einem Nicken.

„Vielen Dank, Sir. Sehr gut."

Er nickte erneut und sie wandte sich zum Gehen.

„Oh, Bonnie," rief er hinter ihr her. Sie stoppte und drehte sich zu ihm um. „Falls wir uns vorher nicht mehr sehen ... wie sagt man ... Eine frohe Weihnacht für Sie."

Bonnie schnaubte. „Danke gleichfalls, Sir," sagte sie höflich, aber mit einem Grinsen.

 

Dritter Akt

 

 

Fade In

Int.

Giles’ Apartment – Abends

Willow saß vor dem Laptop, den sie zuvor ans Netz angeschlossen hatte und tippte wild drauflos.

„Okay alle," erläuterte sie. „Sammelt euch. Die Show fängt gleich an."

Giles, Becca, Kennedy, Rowena, Faith, Andrew, Tracey, Vi and Rona quetschten sich alle vor den kleinen Bildschirm.

„Hey! Die Großen nach hinten!" sagte Faith zu Giles, der fast direkt vor ihr stand. Er grinste und ging zur Seite, sodass er hinter Becca stand und ließ Faith etwas nach vorne kommen.

Sie alle beobachteten gemeinsam den Bildschirm mit einem Grinsen im Gesicht. Plötzlich lachten sie alle laut auf.

„Und dies ist Xanders und Dawns Ode an die Peanuts?" fragte Becca zwischen zwei Lachern.

„Ja und wie du sehen kannst, kenne ich wirklich niemanden, der geistig völlig gesund ist," erwiderte Giles.

Willow wischte sich über die Augen und tippte eine Nachricht ein während die anderen langsam weggingen. Willow bemerkte Giles noch hinter sich stehen und tippte etwas anderes. Plötzlich bewegte sich die Kamera und sie sahen Buffy winken und Küsschen werfen. Willow drehte sich um und sah, dass Giles strahlte, aber auch etwas feuchte Augen hatte. Um ihm seine Privatsphäre zu lassen wandte sie sich wieder zum Bildschirm.

„Giles sagt Hi," war alles, was sie tippte.

„Ist das deine Jägerin?" fragte Becca.

Giles nickte.

„Eine schöne junge Frau," erwiderte sie. „Sie schaut sehr nett aus."

„Ja," bemerkte Giles stolz. „Eine nette junge Frau, die die Welt unzählige Male gerettet hat in den letzten Jahren."

„Sie sieht gut, Giles, oder?" fragte Willow wieder zu ihm gewandt. „Ich mein glücklich."

„Das stimmt," stimmte er ihr zu und lehnte sich über Willow, zum Computer gewandt. „Sag ihr ..." er stoppte als wäre er unsicher, was er sagen wollte. „Sag ihr fröhliche Weihnachten."

Willow grinste Giles vielsagend an als wüsste sie, dass er mehr sagen wollte, es aber nicht in Worte fassen konnte. Sie begann zu tippen während Giles aufstand und Becca am Ellbogen nahm.

„Lass uns um den Wein kümmern," sagte er und führte sie zur Küche.

Cut to

Int.

Giles’ Apartment – Zur selben Zeit

„Also was bedeutet Yule eigentlich?" fragte Faith Robin, Kennedy und Vi, die in einem kleinen Kreis um den Kamin standen. Rowena stand bei der Schüssel mit dem Punch und schaute zu ihnen herüber, wie sie alle nur mit den Schultern zuckten.

„Wiccan Sonnenfest," erklärte sie ihnen während sie ihr Glas füllte. „Findet heute Abend statt an der Wintersonnenwende, wenn die längste Nacht des Jahres ist."

„Okay," nickte Faith. „Aber warum einen Stamm? Warum nicht einen Busch oder kleine Scheite?"

„Hmm," grübelte Rowena laut.

„Die Miss mit dem großen Hirn hat auch nicht alle Antworten," lästerte Kennedy.

„Nein, aber ich bin auch bereit jemanden zu fragen, der es wissen müsste," entgegnete sie und rief dann über ihre Schulter nach hinten. „Willow?"

Die Hexe schloss gerade ihren Laptop und kam herüber zu den anderen. „Was gibt’s?"

„Was ist Sache?" fragte Faith, bevor Rowena etwas sagen konnte und deutete zum Feuer hin. „Warum einen Stamm verbrennen für Yule?"

„Oh, dies ist kein echter Yule Stamm, mehr ein symbolischer, aber hmh ... Also okay, zu Beltaine, das man am ersten Mai feiert, wird für die Feier eine Art Maibaum errichtet u-und es ist eine Zeit um Fruchtbarkeit, Wiedergeburt, neues Wachstum und all diese Frühlingssachen zu feiern. Zur Feier der Wintersonnenwende verbrennen wir den alten Maibaum als Yule Stamm."

„Ohh," nickte Faith in Verständnis. „Also ist es so, dass Sachen im Winter sterben - oder hier verbrannt werden - und im Frühling kommt das Leben zurück?"

„Ja, so ähnlich," nickte Willow.

„Siehst du, Brat?" sagte Faith und schlug ihr auf die Schulter. „Dieser Wicca-Kram ist gar nicht so schwer zu verstehen. Mensch, wenn sogar ich es kapier, müsstest du es doch erst Recht schaffen."

„Ich hab nie gesagt, ich könnte es nicht verstehen. Es ist nur nicht mein Ding." Kennedy zuckte mit den Achseln. „Ich brauch noch was zu trinken. Möchte sonst jemand was?" fügte sie an.

Faith schaute mitfühlend zu Willow und erhielt ein melancholisches Grinsen als Antwort. Faith biss sich auf die Lippe und schüttelte leicht den Kopf.

„Faith?" fragte eine Stimme und brach ihre Konzentration.

Sie wandte sich um und sah, dass Kennedy auf eine Antwort auf ihre Frage wartete.

„Nein, danke," erklärte sie und hielt ihr Glas hoch. „Ich hab noch."

Faith und Willow beobachteten beide, wie Kennedy wegging.

Fade out

Fade In

Int.

Rat der Wächter; Bibliothek – Morgens

„Wie ich sehe, haben wir gestern Abend deine Wohnung nicht komplett abgefackelt," bemerkte Willow als Giles hereinkam. „U-und wenn doch, dann haben zumindest du und deine Kleidung überlebt."

„Wie abergläubisch bist du?" fragte Giles.

Willow schüttelte ihren Kopf als versuchte sie dadurch herauszufinden, welchen Teil ihres Gesprächs sie verpasst hatte. „Äh, nicht sehr, warum?" fragte sie schließlich.

„Nun ... der Stamm ist letzte Nacht ausgegangen und nach dem, was Rowena mir erzählte, bringt es Unglück, wenn das vor Tagesanbruch passiert," erklärte Giles, unsicher über Willows Reaktion.

„Giles," seufzte Willow. „Wir leben in einem konstanten Zustand von Unglück. Wir suchen aktiv nach Unglück. Wir sind Unglück."

Giles hob seine Augenbrauen. „Da hast du einen Punkt," gab er zu.

„Und einen verflixt Guten. Wir sind verdammt. Wir wissen das alle und je früher du mit an Bord kommst, umso besser wirst du dich fühlen."

Giles grinste leicht und sah, dass der Tisch mit Zeitungen bedeckt war. „Worum geht’s?" fragte er.

„Ein weiterer verschwundener Weihnachtsmann. Genau genommen ist einer verschwunden und ein anderer nicht. Einer wurde getötet."

„Getötet?"

Willow nickte. „Laut Polizeibericht wurde er ausgeweidet, um genau zu sein."

„Meine Güte," murmelte Giles.

„Ja, es ist nicht mehr ganz so hihi lustig mehr und ich frage mich, ob nicht etwas dämonisches dahinter steckt."

„Warum vermutest du einen übernatürlichen Hintergrund?"

„Nun, als ich heute morgen den Bericht las, erinnerte ich mich an eine Geschichte, die Anya uns mal erzählt hat. Sie sagte, Santa würde existieren, aber er hieße nicht Santa und er würde den Kinder keine Geschenke bringen. Drei Mal darfst du raten, was er statt dessen macht."

„Sie ausweiden?" fragte Giles.

Willow legte einen Finger an ihre Nase. „Und auch wenn es sich hier um einen Mann handelt und nicht ein Kind, so will ich doch Nachforschungen über Anyas Dämon anstellen."

„Hast du schon etwas entdeckt?"

„Ein paar Sachen," nickte Willow. „Erstens, er lebt nicht mehr am Nordpol oder überhaupt in unserer Welt. Er war im frühen neunzehnten Jahrhundert von einem Indianerstamm in eine andere Dimension geschickt worden. Es stand nicht dabei, welcher Stamm, aber wie es scheint hat ihn das Ritual tatsächlich zusammen mit einer Gruppe seiner Anhänger aus dieser Welt verbannt."

„Was noch?"

„Nach einer Skizze zu urteilen sieht er wirklich wie der Weihnachtsmann aus. Roter Mantel und Hose, mit Fell besetzt. Es ist wirklich unheimlich, wenn du mich fragst. Denn dieser Kerl, dieser Dämon, war schon lange da bevor im neunzehnten Jahrhundert der Mythos vom Weihnachtsmann populär wurde. Das bedeutet also ..."

„Er könnte tatsächlich die Legende vom Weihnachtsmann gestartet haben."

„Und denk daran - wir sagen in Amerika Santa Claus, was so ähnlich klingt wie ‘claws’ (engl. Klauen, AdÜ). Siehst du den Zusammenhang? Klauen, Aufreißen innerer Organe, unappetitliche Dinge. Natürlich weiß ich, dass Santa Claus auch einfach als Kurzform von St. Nicholas, dem Schutzheiligen der Kinder, gesehen werden kann, aber nachdem, was ich bisher so lese ... haben wir vielleicht eine Verbindung zu Anyas Dämon und den Ereignissen hier in der Stadt.

Cut to

Int.

Bonnies Büro – Nachmittags

„Schon Glück gehabt?" fragte sie die Dämonen, die sich um den rechteckigen Tisch versammelt hatten.

„Nein, Ma’am," sagte einer von ihnen.

Bonnie warf eine Zeitung auf den Tisch. „Nun, irgendjemand war letzte Nacht unterwegs," sagte sie und wies auf eine Überschrift, die lautete ‘Weihnachtsmann ermordet’. „Und Santra ist schön und sicher eingesperrt. Offensichtlich sind seine Gefolgsleute frustriert, weil sie ihn nicht finden können, und versuchen jetzt die Arbeit für ihn zu erledigen."

„Es muss kein Zusammenhang bestehen," warf ein anderer von ihnen ein.

„Dieser Mann wurde nicht mehr als zwei Meilen von Santras Aufenthaltsort gefunden. Sie kommen näher, Jungs, also schlage ich vor, dass ihr eure Anstrengungen verdoppelt und sie schnellstens findet," ordnete sie an.

„Wir geben unser bestes," erwiderte er.

„Je näher wir an Weihnachten dran sind, um so stärker werden sie - sie alle," warnte Bonnie. „Der Fluch bindet sie alle zusammen. Das bedeutet, dass am zweiten Weihnachtstag ganz Cleveland tot sein könnte - euch eingeschlossen. Verstanden?"

„Wir werden sie heute Nacht haben," beteuerte der erste Dämon.

„Das ist es, was ich hören möchte," nickte Bonnie mit einem Grinsen.

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Int.

Höhle der Elfen – Nachmittags

Ein dämonischer Elf, der etwas größer war als die beiden an seiner Seite, ging an den Käfigen mit den vier Gefangenen vorbei. Sein aufrechter Gang und sein selbstbewusstes Auftreten gaben ihm den Anschein eines Anführers.

„Ihr seid euch bewusst, dass unsere Zeit knapp wird?" fragte er.

„Ich weiß, aber wir haben überall gesucht. Er ist sehr nah, Sir. Wir können es fühlen - wir alle. Aber wir müssen das Ritual bald mit Santra durchziehen, wenn wir in dieser Dimension bleiben wollen. Seid Ihr sicher, dass keiner dieser Männer geeignet ist? Wir könnten ...?"

„Ich habe gesagt, wir setzen unsere Suche bis zur letzten Stunde fort; erst dann werden wir einen Satz aussuchen, der für den Zweck geeignet ist."

„Aber wenn wir das tun und ..."

„Und was? Santra zurückkehrt?"

Der andere Elf nickte schnell. „Er wäre dann äußerst erzürnt, Sir."

„Unser gestriges Opfer hat uns genug Kraft gegeben, bis auf Weiteres in dieser Dimension zu bleiben. Wir werden ihn finden und wenn nicht," sagte er und hielt vor Freds Käfig an, „werden wir einen würdigen Nachfolger küren."

„Und was ist mit den übrigen?" fragte er und wies auf die anderen Käfige.

„Werden ein feines Weihnachtsmahl ergeben."

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Int.

Rowenas Wohnung – Früher Abend

Rowena war gerade mit ihrem Haar beschäftigt und begutachtete sich im Spiegel unter verschiedenen Blickwinkeln, als ein Klopfen an der Tür ihre Aufmerksamkeit fand. Sie verließ das Badezimmer und ging zum Wohnzimmer. Als sie die Wohnungstür öffnete, sah sie Willow dort stehen.

„Oh hey," sagte sie und zog Willow herein, bevor diese etwas sagen konnte. „Also was meinst du? Glatt oder lockig heute Abend?"

„Huh, was?" fragte Willow.

„Das Haar," zeigte sie. „Soll ich es glatt lassen oder auswaschen, um die natürlichen Locken wieder zurückzuholen, die, ob du es glaubst oder nicht, gar nicht so wundervoll sind, wie glatthaarige Menschen immer glauben?"

„Ähm, glatt ist gut, aber ... öh, lockig auch, denke ich," antwortete Willow geistesabwesend. „Schau, ich möchte dich um einen Gefallen bitten."

„Sicher," bemerkte Rowena ernsthaft, als sie sah, wie aufgelöst Willow wirkte.

„Wenn du nein sagst, wäre das auch okay, aber es wäre einfacher für alle, denke ich, wenn du heute Abend auf der Party eine Nachricht weitergeben könntest."

„Was für eine Nachricht? Du kommst nicht mit zur VFW Hall?"

Willow schüttelte ihren Kopf und ging zur Tür um diese zu schließen, bevor sie zu Rowena zurückkehrte.

Als sie den Ernst in Willows Gesicht sah und den ersten Anflug von Tränen fragte Rowena besorgt, „Willow, was ist passiert?"

Die Wicca fing an zu weinen und Rowenas Augen weiteten sich. „Oh, hey," sagte sie sanft und nahm Willow in die Arme und rieb ihren Rücken. „Wir fangen langsam an und arbeiten uns dann kontinuierlich fort, okay?"

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Ext.

Cleveland Lichter-Festival – Früher Abend

„Wie warm ist es heute Abend?" fragte Giles Robin, der neben ihm ging. Becca und Faith waren ein paar Schritte hinter ihnen und unterhielten sich.

„Über zehn Grad wie ich gehört habe. Soviel zu einer weißen Weihnacht dieses Jahr," erwiderte er achselzuckend.

„Ja, Willow hatte sich auch darauf gefreut."

„Ich dachte, sie hasst die Kälte."

„Nun," erklärte Giles mit einem Grinsen. „Die Bedingungen waren - und ich zitiere hier - ‘ein weißes Weihnachten mit Schnee, der am nächsten Tag schmilzt und bis zum nächsten Jahr weg bleibt’."

Robin lachte leise. „Ich muss sagen, sie hält sich besser als ich gedacht hätte. Als ich damals nach Kalifornien gezogen bin, habe ich die Hitze gehasst; sie hat also meine volle Sympathie."

Cut to

Ext.

Cleveland Lichter-Festival – Zur selben Zeit

Becca und Faith schlenderten weiter in kleinem Abstand hinter den beiden Männern her.

„Ich hoffe, diese Doppelverabredung stört dich nicht," sagte Becca.

„Überhaupt nicht," entgegnete Faith. „Hab sowas schließlich in der Highschool nie gemacht ... nun, vielleicht hätte ich, wenn ich nicht abgebrochen hätte."

„Du hast nicht abgeschlossen?" fragte Becca.

„Nö, es wurde zu hektisch. Nachdem ich berufen war - Sekunde, wie viel hat Giles dir schon erklärt?"

„Buffy war die Auserwählte. Sie starb. Sie wurde wiederbelebt und die Welt hatte zwei Jägerinnen, bis dann Willows Zauber alles änderte."

Faith überlegte kurz. „Jep, das ist es im Wesentlichen. Also hab ich ein paar Jahre mit Training verbracht, aber als ich gerufen worden war, tötete ein Vampir meine Wächterin und war hinter mir her. Ich bin von Boston weg nach Sunnydale, weil meine Wächterin eine andere Jägerin dort erwähnt hatte. Schule war von vorneherein nicht so wichtig und danach ... noch viel weniger. Es ist schwer, an Examen zu denken, wenn du um dein Leben rennst."

„Kann ich verstehen ... aber hast du jemals überlegt, es jetzt noch abzuschließen? Ich frage wirklich nur aus Neugier," fügte Becca an.

Faith musste widerstrebend grinsen. „In der Tat hatten wir letzten Monat diese Broschüre für Abendschulen in der Post. Ich hab sie mir geschnappt, während keiner hinsah, aber ... ich hab nicht wirklich viel Zeit dafür und was bringt ein GED überhaupt? So nennt man das doch oder? Ein GED?"

„Ja, ein ‘general education degree’ (allgemeiner Bildungsabschluss, AdÜ)," erwiderte Becca.

„Richtig, also was soll ich mit so einem Abschluss? Ich werd ja nicht zum College gehen oder so. Dies ist mein Leben," sagte sie mit einer Rundumgeste. „Ich mag es, versteh mich nicht falsch. Ich seh nur nicht den Punkt darin, zurück zur Schule zu gehen. Nicht wirklich."

„Nun," startete Becca zögernd. „Etwas hat dich veranlasst, diese Broschüre zu nehmen."

Faith dachte einen Moment darüber nach. „Jep ... Robin ist dieses wandelnde Hirn - war mal Rektor einer Highschool und ist jetzt hier mit mir. Ich mein, er liebt mich wie ich bin und hat mich auch nie gedrängt, aber ..."

„Du denkst, er möchte, dass du zurückgehst?"

„Nein, das ist es nicht," antwortete Faith. „Ich glaube ich möchte es irgendwie für ihn machen. Weißt du, dass seine Freundin keine Abbrecherin mehr ist? Aber wie ich sagte ... es ist schon ziemlich blöd, wo ich doch schon einen ‘Beruf’ habe."

Becca schaute Faith nachdenklich an.

„Was?" fragte Faith mit einem nervösen Grinsen.

„Oh, nichts, ich denke, du hast Recht. Wenn du es nur für ihn tätest, dann solltest du es lassen. Es ist nicht leicht, sich wieder ans Studieren zu gewöhnen, wenn das Herz nicht bei der Sache ist. Aber wenn du es wirklich willst - um damit abschließen zu können - dann ergreif diese Chance. Denn dann wirst du am Ende etwas haben, das vor allem für dich Bedeutung hat."

Faith musste leicht losprusten. „Ich will, ich nehme, ich habe," murmelte sie.

„Eh, ja, in etwa."

Faith grübelte noch etwas länger über diese Worte nach und begann dann zu Grinsen.

Cut to

Ext.

Cleveland Lichter-Festival – Zur selben Zeit

Weiter vorne schaute Giles etwas nervös, als er sich zu Robin umwandte.

„Darf ich dir eine Frage stellen?"

„Worüber?"

„Nun, ähm, Becca. Ich habe schon lange niemand mehr hofiert und ich habe anscheinend Schwierigkeiten ..." Giles stoppte als überlegte er, was genau er sagen wolle.

„zu vollziehen?" fragte Robin.

„Voll- nein!" rief Giles aus, aber versuchte seine Stimme leise zu halten.

„Sie machen jetzt Pillen dafür, weißt du?" stichelte Robin als er sah wie nervös Giles geworden war.

„Ich brauche keinen Pillen, vielen Dank," antwortete Giles indigniert. „Ich leiste auch so gute Arbeit - verdammt gute Arbeit sogar! Darum geht es hier nicht."

„Nun, was ist es dann?"

„Ich genieße Beccas Gesellschaft ungemein. Sie ist eine sehr intelligente und schöne Frau."

„Dem stimme ich zu. Was ist also das Problem?" fragte Robin.

„Nun, ich hatte jetzt ein paar Gelegenheiten diese Frau zu küssen, aber ich ... ich halte noch irgendwie zurück. Ich will nicht zu direkt sein, aber ich will auch nicht fragen, weil das vielleicht nicht mutig genug für sie wirkt, also ... warte ich, aber ich weiß nicht genau, worauf."

„Nun, du könntest einfach zu ihr hingehen, sagen ‘Komm her, Baby’ und ihr einen dicken Schmatzer verpassen."

„Vielen Dank, Cyrano," seufzte Giles.

Robin lachte leise. „Nein, ernsthaft, es ist offensichtlich, dass du sie magst. Und ich kann sagen, nachdem ich sie heute gesehen habe, dass es definitiv gegenseitig ist. Wenn es richtig ist, dann wirst du es wissen. Sei wagemutig und wenn sich die nächste Chance bietet, ergreif sie. Ich glaube nicht, dass du sie damit verärgern würdest."

Giles nickte sein Einverständnis. Hinter ihnen gingen noch immer Faith und Becca und unterhielten sich.

Cut to

Ext.

Cleveland Lichter-Festival – Zur selben Zeit

„Nun, die Kurse haben noch nicht angefangen," bemerkte Faith. „Als ich anrief, meinten sie, dass - basierend auf meinen Angaben - ich bis Mai fertig sein könnte."

„Du hast angerufen? Aber du hast noch nicht ernsthaft darüber nachgedacht?" stichelte Becca.

Faith musste lächeln. „Okay, vielleicht war es etwas mehr als nur eine Idee," gab sie zu. „Ich wollte nur keine Riesensache daraus machen."

„Nun, ich kann nicht sagen, dass ich die geborene Lehrerin wäre," erklärte Becca ihr. „Aber ich weiß so ein paar Dinge über Literatur. Solltest du einschreiben, würde ich dir gerne behilflich sein, wenn du möchtest."

Faith nickte kurz. „Cool, danke."

„Kein Problem."

Faith berührte kurz Beccas Arm. „Warte hier eine Sekunde," bat sie. Dann lief sie vor und hakte ihren Arm unter Robins.

„Junge, ist das kalt hier," witzelte sie. „Kommst du mit nach da vorne, um uns heiße Schokolade zu besorgen?" fragte sie und deutete zu dem Verkaufsstand.

„Klar, Baby," antwortete er. „Möchtest du auch welche, Giles?"

„Ja, vielen Dank."

„Okay," erwiderte Faith. „Oh und auch wenn du mich nicht gefragt hast, sie ist klasse," sagte sie und wies mit dem Kopf auf Becca. „Mach das also nicht kaputt," warnte sie Giles und piekste mit dem Finger in seine Brust, woraufhin er sofort über die Stelle rieb. Faith zog Robin mit sich und sagte, „Lass uns die Getränke holen, As."

Giles grinste und ging zu Becca.

„Was hast du zu ihr gesagt?" fragte er.

„Das ist privat; geheime Gespräche unter Frauen. Darüber darf ich nicht reden," antwortete sie mit einem Grinsen. „Wo sind sie hin?"

„Kakao besorgen," antwortete Giles.

„Klar, es ist ja auch ein Winter-Wunderland hier," lästerte sie. „Ich glaub, ich hab vor zehn Minuten eine Frau mit Shorts vorbeigehen gesehen."

Giles schmunzelte, bevor Becca sich umwandte und sich eine der Auslagen anschaute.

„Over the ground lies a mantel of white," begann sie zu singen. „A heaven of diamonds shine down through the night. Two hearts a thrillin’ in spite of the chill in the weather…"

Sie stoppte und wartete einen Moment, in der Hoffnung Giles würde den Rest übernehmen. Ein paar Sekunden später begann ein Tenor hinter ihr zu singen. „Love knows no season. Love knows no clime. Romance can blossom any ole time. Here, in the open, we’re walkin and hopin together..."

 

Becca schloss ihre Augen und grinste. Sie fühlte, wie Giles hinter sie trat und seine Hände auf ihre Oberarme legte. „Willow hatte Recht. Du hast eine tolle Stimme," sagte sie.

„Oh, vielen Dank," sagte er geschmeichelt.

Er lehnte sich vor und sie drehte sich zu ihm, ihre Gesichter nur Zentimeter auseinander. Giles kam noch näher als ein Geräusch hinter ihnen sie überraschte und beide in die Richtung starrten, von wo es kam.

„Bitte schön!"

Faith stand dort und hielt ihnen zwei Tassen entgegen. Robin schaute entschuldigend zu Giles, aber der Wächter grinste nur und nickte leicht in seine Richtung. Beide Paare gingen nun Hand in Hand weiter.

Nach einigen Momenten stoppte Faith plötzlich und begann sich in alle Richtungen umzuschauen.

„Was ist los, Baby?" fragte Robin.

Da sie ihr verändertes Verhalten bemerkten, kamen auch Giles und Becca näher.

„Vampire?" fragte Giles.

„Nein, ich glaube nicht," antwortete Faith. „Aber irgendetwas ist dort draußen," fügte sie kryptisch hinzu und beobachtete die Spaziergänger. Sie wandte ihren Kopf und sah fünf dick eingemummelte Kinder, die in einen bewaldeten Teil des Parks rannten.

„Dort drüben," nickte Faith und begann ihnen zu folgen.

Der Rest der Gruppe schloss sich an und folgte ihr tiefer in den recht dichten Wald. Sie beobachteten aus der Entfernung, wie die Kinder einen Abhang hinunter kletterten. Einer verlor seine Mütze und drehte sich um um sie aufzuheben. Sie alle duckten sich schnell ins Gebüsch, doch beobachteten weiter. In dem Augenblick sah Faith sein Gesicht.

Er hob seine Mütze auf und rannte dann schnell um die anderen einzuholen.

„Okay, vielleicht hatte ich zu viel Eggnog, bevor wir losggangen sind, aber ... war das ein Elf, den wir gerade in den Wald laufen sahen?"

„Nun, leben Elfen nicht in Bäumen und machen Plätzchen?" warf Robin ein.

„Oh, das war ein trauriger Gag, As. Ich werde vergessen, dass du ihn überhaupt gebracht hast," sagte Faith während sie auf ihrem Handy wählte. „Hey Vi. Faith. Ich brauch dich und Rona hier im Stadtpark ... nein, ich bin nicht so gelangweilt, dass ich euch hier Runden drehen lasse! Hier stimmt was nicht und ich könnte Verstärkung brauchen ... Ich werde Giles und Becca neben einem riesigen Kunstwerk auf euch warten lassen, das wie ein Krippenspiel aussieht. Ihr könnt es nicht verfehlen ... Cool. Danke!"

Cut To

Int.

Ginoettes Restaurant – Zur selben Zeit

Willow und Kennedy saßen an einem Tisch und schauten in ihre Speisekarten. Willow schloss ihre und betrachtete Kennedy, die weiter durch das Menü ging.

„Hmm," summte Kennedy. „Das Pesto oder das Huhn? Ich denke, ich nehme das Pesto," sagte sie und schloss ebenfalls ihre Karte. Sie schaute hoch und sah einen schmerzvollen Ausdruck auf Willows Gesicht. Verwundert zog sie ihre Augenbrauen zusammen. Sie öffnete den Mund um Willow wegen ihrer unglücklichen Stimmung zu befragen, aber sie kam ihr zuvor.

„Ich will Schluss machen."

 

Vierter Akt

Fade In

Ext.

Stadtpark – Minuten später

Faith ging zurück zu ihrem Versteck wo Robin herausschaute und sie begrüßte.

„Glück gehabt?" fragte er.

„Da unten ist eine Art Höhle," sagte sie und wies mit dem Daumen hinter sich. „Kavallerie ist hier," ergänzte sie und nickte hinter ihn.

Er wandte sich um und sah Vi und Rona, die sich zu ihnen begaben. „Wo ist Giles?" fragte er.

„Musste Becca zu dieser Party bringen, um pünktlich fertig zu sein," antwortete Rona als sie angekommen waren. „Hab gehört, ihr habt ein Elf-Problem," meinte sie dann kichernd.

„Nein, nein, nein - das sind fröhliche kleine Leute," erklärte Vi ihr. „Wir müssen doch politisch korrekt bleiben."

„Seid ihr zwei jetzt fertig?" fragte Faith mit den Händen in den Hüften. Vi und Rona schauten sich kurz an und grinsten, bevor sie nickten. „Gut. As, du bleibst hier," ordnete sie an.

„Du könntest Hilfe brauchen," entgegnete er. „Du weißt nicht, wie viele von den Wesen da unten stecken."

„Genau," sagte sie. „Wenn wir also in fünfzehn Minuten nicht wieder hier sind, dann musst du Ken und Giles holen. Verstanden?"

Er seufzte. „Also steh ich hier und warte," sagte er geknickt.

„Hey," erklärte Faith. „Du könntest der einzige sein, der zwischen der Rettung der Welt und ihrer völligen Zerstörung steht. Nimm den Job nicht zu leicht."

„Sei vorsichtig," bat Robin.

„Hey, du kennst mich doch," lächelte sie und nickte den beiden Mädchen zu ihr zu folgen.

Cut To

Int.

Ginoettes Restaurant – Zur selben Zeit

Stille senkte sich über den Tisch, bis Kennedy sich räusperte. „Du willst Schluss machen?"

Willow nickte nur.

„Nun, wenn es so wichtig ist, dann nehme ich halt doch das Huhn," erwiderte Kennedy.

Willow seufzte erschüttert. „Ich mein’s ernst."

„Das glaub ich dir, aber ich versuche es hier mit Leichtfertigkeit um zu verhindern, dass ich in der Öffentlichkeit durchdrehe. Schau, Will, ich weiß, die Dinge waren zuletzt angespannt, aber das ist doch kein Grund, gleich aufzugeben."

„Es ist nicht nur in letzter Zeit so, Kennedy. Ja, die letzten Ereignisse waren sehr stressig, aber ... es ist mehr als das."

„Lass mich raten," schlug Kennedy vor. „Nach deinem kleinen Sextrip mit Xander willst du wieder die Seiten wechseln."

Willow fuhr sich mit den Fingern durchs Haar als könnte sie dadurch besser die Ruhe bewahren. „Nein," antwortete sie schließlich, nachdem sie tief durchgeatmet hatte.

„Du hast jemand Neuen gefunden?" fragte Kennedy daraufhin.

Willow schüttelte den Kopf. „Nein."

„Vielleicht jemand Alten?" fragte Kennedy und kreuzte die Arme vor der Brust.

Willow nahm erneut einen tiefen Atemzug um die Nerven zu beruhigen. „Nein, auch niemand Alten," sagte sie und hielt ihre Antwort kurz.

„Sehr beruhigend," schnaubte Kennedy. „Du wärst lieber komplett allein, als mich in deinem Leben zu haben. Das macht aber verdammt viel Sinn, Will."

„Aber das macht es," beharrte Willow. „Wir haben kaum Gemeinsamkeiten, Kennedy. Ich sitze hier in einem italienischen Restaurant, obwohl ich italienisches Essen hasse."

„Also das ist dein Grund um Schluss zu machen?"

„Nicht nur das - alles. Wir haben nicht den gleichen Geschmack in Filmen oder in Musik. Ich steh morgens früh auf, wenn du an manchen Tagen gerade erst nach Hause kommst. Wir können uns auf nichts einigen, das wir gemeinsam tun können. Himmel, wir können nicht einmal Schach miteinander spielen."

„Jesus, Will, wenn es so wichtig ist, wede ich es lernen."

„Aber das ist mein Punkt," erklärte Willow fest. „Du solltest nicht etwas lernen oder dich ändern müssen um mir zu gefallen - oder überhaupt jemand zu gefallen. Du solltest um deiner selbst Willen geliebt werden."

„Also liebst du mich nicht?"

„Doch ich liebe dich, aber ..."

„Gott, hier kommt das aber ..." murmelte Kennedy.

Cut To

Ext.

Stadtpark; Höhleneingang – Zur selben Zeit

Vi, Faith und Rona erreichten eine Gruppe von Felsblöcken und Kalkstein-Formationen. „Hier," sagte Faith. „Helft mir mal."

Gemeinsam schoben die drei einen der oberen Felsen zur Seite und eine nach der anderen schlüpfte durch die Spalte.

Fade In

Ext.

Stadtpark – Zur selben Zeit

Robin beobachtete den Horizont, wo Faith, Rona und Vi verschwunden waren und bemerkte fünf außergewöhnlich große Gestalten, die in die gleiche Richtung gingen. Ohne zu zögern griff er zum Handy.

Cut to

Int.

Giles’ Auto – Momente später

Giles hatte gerade sein Auto gestartet und war von der VFW Hall losgefahren, als sein Telefon klingelte. „Giles hier," antwortete er. „Robin, langsam. Wo bist du? Okay, ruf Kennedy an. Ich bin auf dem Weg," sagte er und während er noch das Handy zur Seite legte, gab er kräftig Gas.

Cut To

Int.

Ginoettes Restaurant – Zur selben Zeit

„Du wirst niemals glücklich sein mit mir," erklärte Willow. „Und du wirst nie das sein, was ich möchte."

„Nein, denn was du möchtest ist tot," schoss es aus Kennedy heraus.

Willow unterbrach den Augenkontakt während ihre Finger anfingen, mit der Speisekarte zu spielen.

„Verdammt," seufzte Kennedy, die ihren Ausbruch sofort bereute. „Tut mir Leid. Das war nicht fair. Ich bin wütend im Moment, klar und ... Gott, kein Wunder, dass du mich hasst."

Willow schaute wieder hoch. „Ich hasse dich nicht, Ken. Wirklich nicht. Wenn überhaupt, dann liebe ich dich mehr als du realisierst ... aber ... wir passen einfach nicht zusammen. Ich wünschte, wir täten es, aber die Wahrheit ist ... wir haben einfach keine Verbindung."

„Oh ja," sagte Kennedy herausfordernd. „Wir hatten doch noch letzte Nacht eine sehr gute Verbindung."

„Im Schlafzimmer? Absolut. Aber ansonsten? Ich denke nicht," erwiderte Willow mit einer Stimme, die an ein Schluchzen grenzte.

Plötzlich vibrierte Kennedys Telefon, das neben ihr auf dem Tisch lag.

„Willst du nicht rangehen?" fragte Willow.

„Nein, dies ist wichtiger. Wer immer das ist, kann warten," entgegnete Kennedy.

„Aber es könnte sein ..."

„Es kann warten," wiederholte sie noch fester und betonte jedes einzelne Wort. Willow leckte sich nervös die Lippen und nickte. Der Ton des summenden Telefons war das einzige Geräusch am Tisch bis Kennedy wieder sprach. „Wenn es keine Verbindung gibt, dann sag mir bitte, warum ich so verrückt nach dir bin, huh?"

Willow schluckte schwer. „Weil ich die erste bin, denke ich."

„Ich hatte schon andere Frauen, Willow. Darüber hatten wir schon einmal gesprochen."

„Ja, aber nicht wie dies ... nicht für mehr als ein Semester und immer umhüllt von den Geheimnissen eines Internats. U-und ich weiß, dass du es wahrscheinlich jetzt nicht glaubst, aber du wirst die richtige Frau eines Tages finden u-und du wirst genau verstehen, was ich dir sagen will."

„Das kapier ich jetzt nicht, Will," sagte Kennedy und rieb sich die Schläfen.

„Ich sage, dass du mehr verdienst - mehr als ich dir jemals geben könnte. U-und wenn du sie triffst, wirst du es wissen."

„Ich dachte, das hätte ich," sagte Kennedy sarkastisch. „Aber offensichtlich lag ich falsch."

Willow atmete erneut tief durch. „Hör zu, wenn wir zusammenbleiben, werde ich dir am Ende nur noch mehr weh tun. Und das will ich nicht. Ich will, dass wir beide glücklich sind. Ich liebe dich, Kennedy und ich will dich weiterhin in meinem Leben u-und als Teil des Rates haben. Aber ich muss dich loslassen, bevor wir anfangen uns zu hassen."

„Wieso hassen? Worüber sprichst du?" forderte Kennedy eine Antwort.

Willow seufzte erneut. „Ich war schon früher verliebt, Kennedy. Und ich liebe dich. Aber irgendetwas fehlt hier u-und egal wie hart ich es versuche, es passt einfach nicht. Und irgendwann wirst du immer mehr fordern und ich daraufhin mich mehr zurückziehen. Du wirst dich einsamer fühlen. Du wirst wütender werden. Und wenn es dann alles vorbei ist, werden wir wahrscheinlich nicht einmal mehr miteinander reden ... Ich möchte aber nicht, dass es so weit kommt und darum muss ich jetzt loslassen."

„Und was, wenn ich nicht loslassen will?" fragte Kennedy trotzig. „Hab ich hier gar nichts zu sagen?"

„Ich will ganz ehrlich sein ... ich bin eigentlich aus eigensüchtigen Gründen mit dir zusammengekommen. Ich kann das jetzt erkennen. Ich tat es, weil ich mich darüber freute, wie du mich fühlen ließest ... zunächst. Ich dachte, es würde zu etwas Größerem wachsen, aber ich hab mich geirrt. Also kann ich nicht damit fortfahren dir weh zu tun - ob es nun wegen meinem Glauben ist oder durch die Tatsache, dass meine Zeit so sehr durch den Rat und den Zirkel beansprucht wird."

„Willow ..."

„Hör mir zu. Du willst doch nicht nur Nummer Zwei sein, oder? Wenn du bei mir bleibst, kann ich dir garantieren, dass es immer der Fall sein wird. Klar, eine heiße Liebhaberin, die super im Bett ist, ist eine wundervolle Sache u-und das wird bei uns immer die einzige Verbindung sein u-und es ist nicht genug. Du brauchst jemand, der wirklich zu dir passt und bereit ist alles für dich zu tun. Ich weiß, dass ich dieser Jemand nicht sein kann."

„Du sagst also, dass du mit mir Schluss machst, weil es zu meinem Besten ist, obwohl ich es überhaupt nicht will?"

„Genau." Willow nickte.

„Das ist der größte Scheiß, den ich je gehört habe," stieß Kennedy heraus.

„Nun, das bin ich," antwortete Willow niedergeschlagen. „Der große Scheißkerl ... u-und auch wenn du mir jetzt nicht glaubst, weiß ich, dass du eines Tages, wenn du wirklich glücklich bist, meine Worte verstehen wirst."

Kennedy musste sarkastisch lachen. „Also Schluss machen wird mich glücklich machen?"

„Für den Moment, nein. Aber am Ende, ja, das dnke ich. Weil ich sicher bin, dass auch du jemand finden wirst, der dich wirklich liebt," antwortete Willow mit einem Nicken.

„Gott, ich muss aufpassen, wem ich etwas verspreche," murmelte Kennedy.

„Was?" fragte Willow.

Auf Kennedys Gesicht lag ein trauriges Lächeln als sie vom Tisch aufstand und in ihren Mantel griff. Sie zog ihn an und warf 40 Dollar auf den Tisch.

„Genieß dein Essen," erklärte sie Willow. „Ich geh zurück in die Wohnung und fang an zu packen."

„Kennedy, das musst du doch nicht sofort tun," entgegnete Willow.

„Ich denke doch," sagte Kennedy. „Ich seh dich dann im Rat."

„Ken, warte," flehte Willow. „Bitte lauf hier nicht wütend weg."

„Ich bin nicht wütend," widersprach Kennedy. „Nun, okay, etwas schon, aber eigentlich ... Ich will hier nicht in der Mitte eines Restaurants meinen Zusammenbruch haben. Wie gesagt, wir seh’n uns." Kennedy griff erneut in ihre Manteltasche und holte ein kleines Schmuckkästchen heraus, das sie auf den Tisch stellte. „Frohe Weihnachten," sagte sie leise.

„Kennedy ..."

Die Brünette stoppte nicht mehr. Sie ging weiter, bis sie das Restaurant verlassen hatte. Willow beobachtete sie bis zuletzt und griff erst dann nach dem Kästchen. Vorsichtig öffnete sie es und entdeckte einen wunderschön geschliffenen Diamantring. Sie verzog den Mund und versuchte, ein Schluchzen zu unterdrücken, als sie plötzlich aufschaute. Der Kellner stand neben ihr.

„Brauchen Sie noch etwas Zeit um sich zu entscheiden?" fragte er.

Willow schniefte dramatisch und schluckte mehrmals. Dann stand sie auf und reichte ihm die Speisekarten mit einer Entschuldigung, während sie mit der anderen Hand die Schachtel zuklappte und in ihre Tasche steckte. „Tut mir Leid. Vielleicht ein anderes Mal."

Verwirrt beobachtete der Kellner, wie Willow das Restaurant verließ.

Fade In

Ext.

Stadtpark; Höhle – Zur selben Zeit

Faith leuchtete mit der Taschenlampe voraus und sah etwas Metallenes blitzen. Sie leuchtete rauf und runter und entdeckte einen Käfig.

„Hey!" rief jemand. „Hier hinten!"

Sie bewegte das Licht in die Richtung der Stimme und sah in einem der Käfige einen Mann im Weihnachtsmannkostüm. Sie wollte gerade dort hingehen, als sie von hinten angegriffen wurde. Sie fiel nach vorne, aber rollte sofort zur Seite, als sie den Boden berührte. Das Licht der Taschenlampe offenbarte ein Schwert, das dort im Boden steckte, wo sie Sekunden zuvor aufgeprallt war.

Sie hörte Geräusche hinter sich und griff nach dem Schwert. Ein Paar kleiner Hände fasste um ihre herum und bevor sie sie wegziehen konnte verbissen sich scharfe Zähne in ihre Hand.

„Ahh," stöhnte sie und fegte den Angreifer mit einem Schwung ihrer freien Hand weg.

„Bist du okay?" fragte Vi und versuchte nach einem der vier Elfen zu treten, die sie und Rona umzingelt hatten.

„Der kleine Mistkerl hat mich gebissen!"

„Da ist eine Laterne an der Wand!" rief einer der Männer Faith zu.

Mit dem Schwert in der Hand rannte sie zu ihm und zerschmetterte das Schloss. „Wo?" fragte sie.

Er zeigte zur Wand und sie wies mit einer Kopfbewegung darauf. „Mach sie an" befahl sie. „Und dann verschwinde von hier."

Schnell füllte ein warmes Licht die Höhle. Käfig um Käfig zerschmetterte Faith die Schlösser und ein Weihnachtsmann nach dem anderen rannte raus. Als sie gerade das Schwert hob, um das letzte Schloss zu zerschlagen, spürte sie ihren Angreifer hinter sich und schlug instinktiv in seine Richtung. Der Hieb traf ihn, war aber nicht stark genug um zu verhindern, dass er an ihrem Rücken hing und versuchte, sie in den Nacken zu beißen.

„Komm schon, Lady!" schrie Fred, der letzte eingesperrte Weihnachtsmann, verzweifelt. „Hol mich hier raus!"

„Hey, das versuch ich ja!" rief Faith sarkastisch zurück.

Plötzlich war die Last von ihrem Rücken verschwunden und sie drehte sich um, um Vi und Rona dafür zu danken. Was sie sah, war die nackte Brust eines Dämons, die genau in Höhe ihrer Sichtlinie war. Langsam schaute sie höher und höher um seine Größe festzustellen.

„Uhm, danke?" sagte sie vorsichtig.

„Vielleicht könntest du mich besser hier drin lassen," bemerkte Fred in seinem Käfig und trat ein paar Schritte zurück.

Faith nahm das Schwert fest in die Hand und wartete auf die nächste Reaktion des Dämons. Nervös beobachtete sie, wie er sich umdrehte und mit fünf langen Schritten zu dem bewusstlosen Elfen bei der Wand ging. Lässig hob er ihn auf, packte ihn unter den Arm und begab sich Richtung Ausgang.

Faith sah Vi und Rona nahe dem Eingang. Die beiden jungen Frauen standen mit dem Rücken zur Höhlenwand während vier andere ähnliche Dämonen mit jeweils einem Elf davonzogen.

„Okay," fragte Vi nervös, als sie außer Sicht waren. „Verfolgen wir sie?"

„Nur wenn wir meint, du und Faith. Ich geh die Großen nicht an. Die kleinen Burschen waren schon heftig genug."

„Hallo?" sagte Fred von seinem Käfig her. „Könntet ihr ... ehh?" fragte er und wies auf das Schloss.

Faith schüttelte ihren Kopf, um wieder klar zu werden. „Oh ja, sicher."

Mit einem mächtigen Hieb zerbrach sie das letzte Schloss und der letzte Weihnachtsmann eilte aus der Höhle. Faith folgte ihm bald. „Kommt, Mädels," sagte sie und deutete nach draußen. „Die Jagd ist vorbei, jetzt wird gefeiert. Ich muss noch zu einer Party."

Fade out

Fade in

Int.

Höhlen des Präsidiums – Später in der Nacht

„Ms. Madison," sagte Bonnie um ihre Aufmerksamkeit zu erhalten. „Sie können jetzt loslegen."

Amys Augen wurden schwarz, als sie ihren Zauberspruch begann und ein Portal von wirbelnder Energie öffnete sich. Santra und seine Helfer standen zusammengekettet davor.

„Wir werden einen Weg finden um zurückzukehren," rief Santra Bonnie zu, die aber nicht sehr beeindruckt wirkte. „Und es wird nichts geben, womit sie uns stoppen könnten."

Bonnie seufzte nur gelangweilt. „Genug Bösewicht-Gelaber," erklärte sie ihm und wandte sich an die Dämonen, die seine Helfer geschnappt hatten. „Jungs?" sagte sie mit einer lässigen Handbewegung und trat beiseite.

Mit Schwung hoben sie die ganze Gruppe hoch und warfen sie geschlossen in den Wirbel. Einen Augenblick später schnappte er zu und der Raum wirkte wieder völlig ruhig.

„Gut," sagte Bonnie und klopfte sich die Hände ab. „Bleibt noch genug Zeit um die Geschenke einzupacken," sagte die dem nächststehenden Dämon und ging weg.

Fade In

Int.

VFW Hall – Später in der Nacht

Giles, Faith und Robin standen zusammen und beobachteten Becca, die auf der Bühne stand und eine Coverversion von Darlene Loves ‘All Alone on Christmas’ sang.

„Sie ist verdammt gut, Giles," lobte Robin. Faith kam an seine Seite.

„Hab ja gesagt, sie ist klasse," fügte Faith hinzu und piekste ihn in die Seite.

Giles versuchte ihre Stichelei zu ignorieren und schaute zur Bühne.

„Okay," sagte Rowena, die gerade hinzukam und schaute auf ihre Uhr. „Ich denke, jetzt kann ich es euch sagen," fügte sie an.

„Uns was sagen?" fragte Giles besorgt.

„Willow macht heute Abend Schluss mit Kennedy," erzählte sie ihnen. Giles und Robin wirkten überrascht, aber Faith zuckte nur mit den Schultern. „Sie wollte nicht, dass es jemand vor Kennedy erfährt," fügte Rowena an. „Also bat sie mich, es zu erzählen, damit sie es nicht immer wieder erklären muss. Sie war ziemlich aufgelöst als sie zu mir kam."

„Also kommt sie heute Abend nicht hierhin?" fragte Giles.

Rowena schüttelte den Kopf. „Ich hab versucht sie zu überzeugen, dass sie sich wahrscheinlich besser fühlen würde mit ihren Freunden um sich herum, aber ich glaube nicht, dass sie sich aufraffen wird."

Cut to

Int.

Kennedys Apartment (früher Quartier der wachhabenden Jägerin) – Zur selben Zeit

Kennedy stellte die Kiste mit Wäsche auf einen Stuhl und machte das Radio an, bevor sie in die Küche ging. Vom Lied angewidert griff sie zur Fernbedienung und wechselte den Sender. Als es dort nicht besser wurde, wechselte sie ihn erneut.

Als ob sie spürte, dass das Schicksal an diesem Abend gegen sie war, warf sie ihre Hände in die Luft und seufzte. Die Musik ließ sie einfach spielen.

Cut to

Int.

Willows Apartment – Zur selben Zeit

Willow schaltete das Licht in ihrer leeren Wohnung an und drehte sich um um den Mantel aufzuhängen. Sie hatte ihn noch halb an, als sie merkte, dass Kennedys Lederjacke und Stiefel schon nicht mehr an ihrem Platz waren.

Sie brach zusammen und begann zu weinen und legte dann schluchzend das Gesicht in ihre Hände. Nach einigen Augenblicken riss sie sich wieder zusammen und wischte die Tränen ab. Sie starrte kurz auf die Tür, dann verließ sie schnell ihre Wohnung.

Cut to

Int.

Aufenthaltsraum der Jägerinnen – Zur selben Zeit

„Das war’s?" fragte Rona. „Einfach so?"

Kennedy saß am Ende des Billardtisches und nickte nur.

„Verdammt, das ist hart," meinte Rona.

„Nun, du hast immer noch uns," bemerkte Vi vom Sofa aus. „Ich weiß, das ist nicht dasselbe, aber ... du weißt, du hast uns," wiederholte sie nervös, unsicher ob ihre Worte momentan irgendeine Bedeutung für Kennedy hatten.

Kennedy stand auf. „Danke," sagte sie zu Vi, aber unfähig sie anzuschauen, als wollte sie nicht, dass sie sie weinen sahen.

Cut to

Int.

VFW Hall – Später in der Nacht

„Ich hab es vielleicht noch nicht gesagt," setzte Andrew an. „Aber das ist ein wirklich hübsches Kleid. Ist es Seide?"

„Das Rote ist Atlas," antwortete Tracey. „Und das Schwarze ist Samt."

Andrew nickte einfach, wirkte dabei aber, als wollte er mehr sagen, wüsste jedoch nicht, was.

„Möchten Sie tanzen?" stieß Andrew nervös heraus. „Sie müssen nicht, aber alle anderen scheinen dabei ihren Spaß zu haben."

„Ich tanze, als hätte ich zwei linke Füße," erklärte sie.

„Nun, ich tanze, als hätte ich zwei rechte Füße. Würde uns das nicht ausgleichen?"

Tracey musste lachen und nahm einen Schluck von ihrer Cola, bevor sie sie wegstellte.

„Okay," sagte sie und zog ihn mit zur Tanzfläche.

Cut to

Int.

VFW Hall – Zur selben Zeit

Giles bemerkte den Wechsel in der Helligkeit bei der Tür und schaute hinüber. Er sah Willow, die alleine dort stand und in die Menge starrte und ein trauriges Lächeln spielte um seine Lippen.

Wood und Faith waren näher und gingen zu ihr hin. „Hey," sagte er. „Rowena hat uns die Neuigkeit erzählt."

„Oh ... gut."

Faith warf ihr einen verdrossenen Blick zu.

„Nun, nicht gut wegen dem, was sie sagte, sondern gut, dass sie es gemacht hat, meine ich. Ich bat sie darum."

„Und ich hab es getan," sagte Rowena, die gerade hinzukam. „Wie hälst du dich?" fügte sie hinzu.

„Ich bin hier ... irgendwie."

„Lief nicht gut, Red, oder?" fragte Faith.

Willow schüttelte nur ihren Kopf. „Aber ich denke, dass es das beste ist. Ich denke, sie wird es auch so sehen ... irgendwann ... hoffe ich."

Willow wandte sich um und sah Giles. Sein trauriges Grinsen lag fest im Gesicht. Er sagte kein einziges Wort, nahm sie nur in den Arm und drückte sie fest. Willow seufzte tief und hielt ihre Tränen zurück. Nach einem Moment zog Giles sich langsam zurück und küsste sie auf die Stirn. Dann lächelte er sie an um seine Unterstützung auszudrücken.

„Wenn du uns brauchst, wir sind für dich da - für euch beide, will ich damit sagen. Du verstehst das, richtig?"

„Absolut," erwiderte Willow mit einem entschlossenen Nicken. „U-und vielen Dank, Giles," fügte sie an.

Von der Bühne hörten sie Becca einige Worte ans Publikum richten. „Wir machen zehn Minuten Pause, aber Roger und seine Jungs werden so lange die Bühne übernehmen, also Applaus für sie, Leute."

Die Menge pfiff und applaudierte für die nächste Gruppe von Musikern während sie zu Giles und den anderen ging.

„Hey, ich bin froh, dass du doch noch gekommen bist," sagte sie und fasste Willow am Ellbogen.

„Ich wollte wenigstens kurz reinschauen, da ich es zugesagt hatte."

Becca stoppte einen Moment und sah in Willows blutunterlaufene Augen. „Wenn du irgendetwas brauchst, lass es mich wissen, okay?" bot sie an.

Willow nickte zum Dank und Becca zog sie mit einer Hand mit während sie mit der anderen Giles fasste. „Lasst uns einen Drink nehmen. Was sagt ihr?"

Cut to

Int.

Aufenthaltsraum der Jägerinnen – Zur selben Zeit

„Wir könnten ein wenig Pool spielen?" schlug Vi vor.

„Oder Karten?" fügte Rona hinzu.

Beide Frauen nickten enthusiastisch, als ob sie hofften, dass es dadurch ansteckend wirkte.

„Nö, ich bin nicht wirklich in der Stimmung," sagte Kennedy und zog die Jacke aus.

„Ich hab ne Idee," sagte Vi und setzte ihren ‘Kampfhut’ auf. „Lasst uns eine Streife bei den Läden machen. Ich bin sicher, der eine oder andere Vampir versucht einen der Last-Minute-Käufer zu vernaschen. Wir überlassen dir sogar alle guten Gegner."

Kennedy dachte kurz über das Angebot nach, dann zog sie ihre Jacke wieder an und grinste Vi an. „Jetzt sagst du was Vernünftiges."

Cut to

Int.

VFW Hall – Zur selben Zeit

„Weißt du, was du brauchst?" fragte Rowena und schlug auf die Theke.

„Was denn?" fragte Willow eher desinteressiert.

„Ein Trinkspiel." Sie nickte entschlossen und lehnte sich zum Barkeeper rüber. „Zwei Glas Whiskey," orderte sie.

„Was denn für ein Trinkspiel?" fragte Willow.

„Das Alphabet-Spiel," erklärte sie. „Fang mit A an und nenn etwas, das mit Wicca zu tun hat. Der nächste muss den nächsten Buchstaben nehmen und so weiter." Rowena griff sich ihr Glas, das der Barmann gerade abgestellt hatte, kippte es herunter und hielt es ihm zum Nachfüllen hin.

„Sie fahren nicht selbst zurück, oder?" fragte er.

„Nö," erwiderte sie. „Also füllen Sie mich ab."

Willow musste zum ersten Mal seit ihrem Eintreffen leicht lächeln, als der Barkeeper Rowenas Anweisung folgte.

„Gibt es weitere Regeln?" fragte sie.

„Welche Regeln?" entgegnete Rowena.

„Das Spiel?" erinnerte Willow sie.

„Oh ja, gibt es," fiel es Rowena ein. „Weißt du, um das Feld etwas auszugleichen, vielleicht solltest du auch zwei Gläser kippen. Ich bin dir ja schon etwas voraus," begann sie zu lachen.

Trotz ihrer Melancholie musste auch Willow lachen. Sie schüttelte den Kopf und sagte, „Warum nicht, zur Hölle?" als sie das erste Glas leertrank.

Sobald es unten war fasste sich Willow an den Hals und fing an zu husten. Rowena konnte nur auf sie deuten und lachen.

„Was ist das? Benzin?" fragte Willow als sie endlich wieder zu Atem kam. Rowena war noch immer am Lachen und Willow begann plötzlich zu kichern.

Cut to

Int.

VFW Hall – Zur selben Zeit

Becca machte sich fertig, um wieder auf die Bühne zu gehen. Sie stand bei einem Verstärker und testete ihn als Giles zu ihr kam.

„Hey," sagte sie lächelnd und gab ihm ihre ungeteilte Aufmerksamkeit.

Giles nahm ihre beiden Hände in seine. „Das Angebot a-an Willow, das du ihr gemacht hast, war sehr mitfühlend. Vielen Dank."

Sie errötete bei seinem Kompliment und schaute etwas verschämt nach unten. Giles ließ eine Hand los und hob ihr Kinn an um ihr in die Augen zu sehen.

„Und ich denke, du bist wirklich außergewöhnlich," fügte er ernsthaft hinzu.

Langsam verringerte sich die Distanz zwischen ihnen und ihre Lippen trafen sich.

Fade to Black

End of Blue Christmas

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