
Dark Force Rising
Story by: CN Winters and Susan Carr
Written by: CN Winters and Susan Carr
Directed by: CN Winters and Susan Carr
Produced by: CN Winters and Susan Carr
Edited by: Kate
Sound Department: Steff
Art Director: Chris Cook
Artists: Chris Cook, CN Winters, Cynthia Taz, David Zahir, Chantal, Mytryk
Teaser
Aufblende:
Int.
Watcher's Lobby – Tag
Faith sass auf dem Boden, wiegte Rachel in ihren Armen und redete sanft auf sie ein.
"Komm schon, Kleine," sagte sie und liess sie wieder zurück auf den Boden sinken. „Wach auf."
Vi und Rona sahen beide geschockt zu, während die Jägerinnen und Wächter im Training alle allmählich wieder auf die Beine kamen. Schnell schüttelte Vi ihre Erstarrung ab, rannte zur Tür und trat hinaus. Sie schaute nach Osten und dann nach Westen, fand aber keine Spur von Jeffrey oder dem Vutch-Dämon. Laut seufzend ging sie wieder hinein und sah, dass Faith dabei war, Luft in Rachels Mund zu blasen. Die dunkelhaarige Jägerin richtete sich wieder auf und began, auf die Brust des Mädchens zu drücken.
"Gib mir bloss nicht auf!" schrie Faith das tote Mädchen an, und ihre Herzmassage wurde von mal zu mal härter und verzweifelter.
Eine dunkelgetönte Hand legte sich auf Faith’ Schulter und sie schob sie von sich.
"Es ist zu spät, Baby", sprach Robin leise.
"Nein," sagte Faith, drückte Rachels Nase zu und atmete dreimal in ihren Mund. Dann setzte sie sich auf und begann erneut zu pressen.
"Sie ist tot, Faith." Robin streckte erneut die Hand aus, aber dieses Mal stand Faith auf und stiess ihn kräftig von sich.
"Nein!" schrie sie ihn an.
Andrew blickte von seiner toten Dämonen-Freundin auf, die er in seinen Armen hielt, und auch die andern im Raum reagierten auf den Ausbruch. Robin sagte erst einmal nichts. Er sah nur, wie sich Faith’ Brust durch ihr angestrengtes Atmen hob und senkte, ausgelöst durch Wut und Furcht.
"Es tut mir leid", antwortete er ehrlich.
"Was zur Hölle weisst du schon?" brüllte Faith ihm entgegen, bevor sie zurück zu den Wohnquartieren der Jägerinnen rannte.
Anstatt ihr zu folgen, sah Robin einen Moment zu Vi und Rona und gab ihnen ein Zeichen. „Kümmert euch um die, denen ihr noch helfen könnt", sagte er ernst. Beide Frauen nickten und begannen sich im Raum umzusehen.
Umschnitt zu:
Int.
Jägerinnen-Quartiere – Momente später
Faith bahnte sich ihren Weg in den Trainingsraum, fiel auf die Knie und weinte. Sie blieb nicht lange in dieser Position, dann sprang sie auf die Füsse und riss mit einem Schlag den Sandsack vollkommen aus seiner Aufhängung. Mit nichts anderem um sich zum Schlagen, begann sie, die losen Gewichte vom Boden aufzulesen und durch den Raum zu werfen. Ein Gewicht nach dem anderen flog durch die Luft, traf auf die hintere Wand und zerschmetterte den Spiegel, der dort hing. Scherben flogen überall hin, bis Faith blutend, schluchzend und erschöpft auf den Matten zusammenbrach.
Umschnitt zu:
Int.
Watcher's Council Lobby – Zur selben Zeit
"Jeffrey?" rief eine Stimme vom Treppenabsatz des zweiten Stockwerks. "Wo ist Jeffrey?"
Seine Mutter rannte die Stufen hinunter und Robin eilte ihr entgegen.
"Mr. Wood", sagte sie, anscheinend erleichtert, ein bekanntes Gesicht zu sehen, „Wo ist Jeffrey? Haben sie gesehn, was ihn mitgenommen hat? Hat–?"
Robin unterbrach sie. "Beruhigen sie sich, okay?"
"Ich muss ihn finden", drängte sie.
"Das warden wir", entgegnete Robin, während er sie am Ellbogen griff und die Treppe wieder hinaufführte. „Ich werde ihnen sagen, was wir wissen, in Ordnung?"
Unter dem Treppenabsatz kniete Willow neben Kennedys geschwächtem Körper.
"Süsse, kannst du mich hören?" fragte Willow.
Langsam öffnete Kennedy ihre Augen, bewegte sich aber nicht. „Die haben Jeff, stimmt’s?"
Willow nickte traurig. „Und Rachel ist tot", fügte sie hinzu.
"Scheisskerl" fauchte Kennedy.
In diesem Augenblick erschien Giles an Willows Seite, um sich Kennedys Zustand anzusehen.
Giles sass gegenüber von Willow, während Rowena sich zu den Füssen der Jägerin begab.
"Kannst du deine Hand für mich heben?" fragte er.
Kennedy tat, was er verlangte. Auf der anderen Seite ging Ronwena zu Kennedys Füssen und zog ihr die Stiefel aus. „Kannst du das fühlen?" sagte Rowena und piekte Kennedy in den Fuss.
"Was fühlen?" fragte Kennedy.
Rowena griff ihren Knöchel und presste härter. „Das?"
"Nein", antwortete Kennedy, und Besorgnis mischte sich in ihre Stimme. "Willow?" sagte sie und ergriff die Hand ihrere Geliebten. Kennedy schien kurz davor, zu hyperventilieren. Giles streckte die Hand nach ihr aus.
"Schch," sagte er in einem sanften, leisen Ton. „Entspann dich, Kennedy. Ganz ruhig." Er deutete auf eine Tasche mit Hilfsmitteln, die ein Wächter im Training herein gebracht hatte, und sie brachte sie zu ihnen. Giles ging nur für einen Moment und kam zurück an Kennedy Seite mit einer Spritze in der Hand.
"Was ist das?" fragte Kenndy, als er gegen die Nadel klopfte, um sie vorzubereiten.
"Das ist nur ein leichtes Beruhigungsmittel", verriet er ihr. „Du musst unbedingt still halten und dich entspannen. Es hält nur ein paar Stunden, wenn man von deinen Jägerinnen-Kräften ausgeht, okay?"
"Willow?" fragte Kennedy erneut und die Furcht in ihrer Stimme wurde noch deutlicher.
"Es wird alles gut", sagte Willow und küsste ihre Stirn, während Giles ihr die Spritze verabreichte. „Wir lassen nicht zu, dass dir was passiert. Ich lasse nicht zu, dass dir etwas passiert, okay? Entspann dich einfach, Liebling."
Willow legte ihren Kopf neben Kenndys und streichelte ihr Haar. „Schhh. Schliess die Augen", flüsterte sie in Kennedys Ohr. Nach einem Moment gehorchte Kennedy und an ihrer Atmung konnten sie erkennen, dass sie eingeschlafen war.
"Sie wird doch heilen, nicht wahr?" fragte Willow, während sie sich aufrichtete und Giles ansah. Sie blickte hinunter zu Rowena und wieder zurück zu Giles. „Sie ist eine Jägerin, also heilt sie wie eine Jägerin, richtig?"
"Ich habe noch von keinem dokumentierten Bericht über einen solchen Fall gehört, Willow. I-ich kann es wirklich nicht sagen", antwortete Giles.
"Na, dann schlagen sie’s nach", forderte Willow. "Wir sind der verdammte Rat. Wir sollten solche Sachen wissen."
"Das werden wir", versuchete er, sie zu ermutigen, "aber zuerst müssen wir uns um die andern kümmern."
Giles stand auf, drehte sich um und packte seine medizinischen Gerätschaften weg. Dabei bemerkte Willow das Blut an seinem Hinterkopf.
"Sie bluten ja", teilte sie ihm mit.
"Viele Leute bluten", entgegnete er. „Wir bringen Kennedy sicher zur Krankenstation und sehen nach den andern."
Ausblende
Aufblende
Ext.
Stadtpark – Tag
Kennedy wusste, sie schlief. Sie war sich dessen sicher, aber der Traum erschien so real, so lebendig. Sie wanderte um einen Zaun neben dem Fussweg, als würde sie nach etwas suchen. Was es war, war ihr nicht bewusst, aber da war etwas wichtiges, das sie finden musste.
Während sie suchte, hörte sie eine weibliche Stimme hinter sich sagen, "Dort wirst du nicht finden, wonach du suchst."
Kennedy richtete sich auf und drehte sich zu der Fremden um. Sie war sich sicher, sie hatte diese Frau schon früher einmal gesehen, und dann erinnerte sie sich. Von einer Photographie ihrer Geliebten.
"Tara", sagte Kennedy bestimmt.
Ausblende
Akt Eins
Gaststars:
Helen Shaver als Rebecca Montague, Elijah Wood als Jeffrey, Stephanie
March als Bonnie, Christopher Gartin als Gretz, Katey Sagal als Lily
Lindquist und als besonderer Gast Amber Benson als Tara Maclay.
Aufblende
Int.
Watcher's Council – Abend
Willow trat zögernd an die mächtige hölzerne Tür, die nun ein wenig schief sass, und hob ihre Hand um zu klopfen. Sie schien für einen Moment den Mut zu verlieren, als sie mit der Hand anstatt zu klopfen langsam über ihr Gesicht strich. Dann endlich, einmal tief durchatmend, klopfte sie an die Tür.
Einen Moment später flatterte die Tür auf an ihren beschädigten Scharnieren und enthüllte Jeffreys schluchzende Mutter, die weissen Verbände betonten die Blässe ihres Gesichts.
"Willow!" sagte sie, streckte eine Hand aus und zog sie schnell in den Raum. „Etwas neues?"
"Ah, noch nicht, Lily," erwiderte der Rotschopf. "Ähm, d-deshalb bin ich auch hier. Ich muss einen Ortungszauber durchführen und es würde helfen, wenn ich etwas hätte, was Jeffrey gehört…etwas persönliches u-und je mehr Zeit er damit verbracht hat, desto besser."
Lily Lindquist dachte einen Moment nach und nickte endlich. "Warte einen Moment hier", sagte sie und lief schnell in das kleinere der beiden Schlafzimmer.
Willow stand einige Minuten nervös herum und betrachtete die Zerstörung, die der Dämon hinterlassen hatte, als er Jeffrey mitnahm. Sie hob eine Stehlampe auf und versuchte ungeschickt den eingedrückten Schirm zu richten, als sie ein leises Schluchzen wahrnahm.
"Lily?" rief sie und ging in Richtung Schlafzimmer. Sie blieb einen Moment im Türrahmen stehen und fand die Frau am Rande von Jeffreys Bett sitzend. Sie hielt ein offenes Buch auf ihrem Schoss.
"Lily?" fragte Willow erneut und betrat leise das Zimmer.
"Es… es tut mir leid, Willow", sagte die weinende Frau.
Die Rothaarige setzte sich neben sie und fuhr mit der Hand die hervorgehobenen Umrisse des keltischen Designs auf dem Einband nach. „Sein Tagebuch?" fragte sie.
Lily nickte. "Er… er hat mich angefleht, es ihm zu kaufen, als er in deine Klasse kam."
"Ich weiss", sagte Willow. "In meiner ersten Stunde hab ich alle ermutigt, jeden Tag zu schreiben. Eine gute Angewohnheit… nicht n-nur für Wächter."
"Ich glaube, er hat keinen Tag ausgelassen, seit er es angefangen hat", sagte Lily, wischte sich die Augen und blickte hinunter auf das Buch. „E-es lag offen auf seinem Tisch... Ich wollte es nicht lesen, aber..."
"Er wird es verstehen" versicherte ihr Willow.
Lily drehte sich zu Willow. "Du musst ihn finden, Willow", sagte sie, ihre Stimme klang verzweifelt.
"Das werd ich, Lily...", begann Willow.
"Nein!" unterbrach sie die Frau. „Du musst. Er… er hat an dich geglaubt. Schau."
Sie hielt Willow das Tagebuch hin und zeigte auf die letzte Eintragung. Willow sah ihr für einen Moment in die Augen und dann auf das Tagebuch.
"Die Vampire waren ziemlich gruslig und ich dachte, mein eigenes Herz würde zerspringen, als ich meinen Pflock in einen von ihnen gestossen hab", las sie. „Aber dann hab ich daran gedacht, dass Willow schon Vampire gejagt hat, als sie jünger war als ich. Ich weiss, ich sollte Angst haben, aber Willow lässt nicht zu, dass uns etwas passiert. Ich hoffe nur, dass ich eines Tages genauso stark sein kann wie sie, damit ich helfen kann, andere zu beschützen."
Willow schloss vorsichtig das Buch und flüsterte leise, "Oh Göttin."
"Bitte finde ihn, Willow", flehte Lily.
Die Hexe wandte sich zur Mutter ihres Schülers und nickte. „Ich bring das zurück, sobald ich kann."
Willow stand auf und verliess schnell das Appartment.
Ausblende
Aufblende
Int.
Willow's Hexenzirkel-Raum – Abend
Willow sass mit verschränkten Beinen vor ihrem Altar; ein kleines Duftstäbchen rauchte und füllte die Luft mit dem leichten Geruch von Sandelholz. Jeffreys Tagebuch ruhte auf ihrem Schoss und vor ihr lag eine geöffnete Karte von Cleveland.
Sie nahm eine Schüssel mit Kräutern, nahm meine Handvoll heraus und verstreute sie über der Karte. „Zeige mir Jeffrey Lindquist", murmelte sie fast unhörbar und öffnete dann ihre Augen.
Die Landkarte war unverändert.
Willow legte das Tagebuch auf die Karte und versuchte es erneut.
"Zeige mir Jeffrey Lindquist", wiederholte sie, dieses Mal legte sie eine Hand auf das Buch und eine Hand auf die Karte.
Mit einem frustrierten Seufzer stand sie auf und ging hinüber zu ihrem Schreibtisch. Sie kramte einen Moment, bevor sie einen Stift mit einer goldenen Kappe fand. „R.J.G." verrät die Gravierung auf einer Seite. Sie kehrt zu ihrer Landkarte zurück, räumt sie leer und verstreut frische Kräuter und legt sodann den Stift obenauf.
"Zeige mir Rupert Giles", sprach sie.
Als keine Reaktion erfolgte, griff sie sich den Stift wieder und stürmte entschlossen aus ihrem Zimmer.
Umschnitt zu:
Int.
Watcher's Council Küche
"Ich schätze, wir brauchen mehr Pfeffer", sagte Andrew beiläufig und legte einen Löffel neben den riesigen Topf, der auf dem Herd stand.
Giles nickte und ging langsam hinüber zum Gewürzregal, als er hörte, wie Andrew zu schluchzen begann. Giles stoppte einen Moment, erschien aber doch gleich darauf an Andrews Seite mit der Flasche in seiner Hand.
"Andrew", begann Giles, während er sie ihm reichte. „Ich hab gesehen, dass du und Mora ziemlich gut miteinander ausgekommen seid, aber–"
"Warum sind all meine Freunde am Ende tot?", fragte er, als hätte er keines von Giles’ Worten gehört. „Liegt es an mir? Soll ich von jetzt an einfach in einer Höhle leben, damit ich keinen mehr in Gefahr bringe?"
"Es ist nicht deine Schuld, Andrew", erklärte Giles.
"Wirklich? Denn so wie ich es sehe, Mr. Giles, hätte ich sie nicht hierher gebracht, wäre sie noch am Leben. Also, wessen Schuld ist das?"
"Wenn du sie nicht hierher gebracht hättest", konterte Giles, "wären vermutlich noch mehr Leute tot. Sie ist gestorben, als sie jemanden beschützte, den sie geliebt hat. Und letztendlich, Andrew, sterben wir alle eines Tages. Es ist das, was wir zwischen dann und jetzt tun, worauf es ankommt."
"Tja, was ich getan hab, war, sie gegen ihren Willen hierher bringen und sie dann sterben lassen" erwiderte Andrew. Er nahm wieder den Löffel und begann schweigend zu rühren.
Giles brachte kein weiteres Argument hervor und beobachtete, wie Andrew die leichte Suppe für die weniger Verwundeten zubereitete, als Willow die Küche betrat. Sie marschierte vor ihn und streckte ihm den Stift entgegen.
"Oh!" sagte er, überrascht und verwundert. "Ja, danke sehr, Willow. Ich hab schon überall danach gesucht."
Willow seufzte. "Sie existieren nicht", teilte sie ihm genervt mit.
"Entschuldigung?" fragte Giles und steckte den Stift nebenbei in seine Hemdtasche. Er fasste Willow am Ellbogen und führte sie weg vom leise schluchzenden Andrew.
"Ich habe einen Ortungszauber versucht für Jeffrey", erklärte sie. „Nichts. Also, hab ich ihren Stift ausprobiert u-und raten sie mal? Genau dasselbe."
"Also, die mystischen Gerüchte über meine fehlende Existenz sind vollkommen übertrieben. Wie du sehen kannst, bin ich hier."
"Das ist nicht witzig, Giles", sagte sie, ihr Gesicht voll Wut.
"Das sage ich auch nicht", antwortete er.
"Wir müssen Jeff finden und zwar sofort!"
"Was glaubst du, passiert hier?" fragte Giles. „Du kannst einen Ortungszauber doch im Schlaf durchführen bei deiner Erfahrung."
"Ich weiss das!" giftete sie. Als sie bemerkte, dass sie dabei war, ihre Wut an Giles auszulassen, hielt sie entschuldigend ihre Hände hoch, um zu zeigen, dass nicht er der Schuldige war. „Aus welchem grund auch immer, es funktioniert nicht. Es ist wie damals, als ich aus England gekommen bin und Buffy und die anderen nicht finden konnte, weil ich mich selbst blockiert habe."
"Denkst du, du blockierst dich wieder selbst? Du hast in den letzten Stunden unter ziemlichem Stress gestanden", forschte er nach.
"Nein, es war nicht der Stress, der es beim letzten Mal ausgelöst hat. Es war Furcht. Ich kann es auch nicht erklären, aber ich kann fühlen dass mich etwas blockiert", sagte sie. „Dieser Dämon hat irgendwas gemacht. Ich bin mir sicher."
"Rowena ist schon bei den Nachforschungen", sprach Giles. „Sehn wir mal, ob sie schon irgendwas hat."
Willow nickte und das Paar liess Andrew mit seiner Aufgabe allein.
Umschnitt zu:
Int.
Watcher's Council Bibliothek
Rowena sass an einem der Computer-Terminals mit etlichen Büchern, einschliesslich des Opus Obscurum offen neben sich. Willow und Giles kamen herein und blickten über ihre Schulter auf den Bildschirm.
"Vutch-Dämon?" las Giles.
"Der ist es", bestätigte Rowena. "Die Informationen im Opus bestätigen seine Fähigkeit zum Klonen. Andrews Schosshündchen hatte recht. Verbrennen ist der einzige Weg, um ihn zu töten."
"Wie steht’s mit den magischen Fähigkeiten des Dämons?" fragte Willow.
Rowena tippte einige Tasten und öffnete eine weitere Datei. "Nichts besonderes, aber sie sind höchst intelligent, also können wir es nicht ausschliessen. Warum?"
"Irgendetwas blockiert meine Magie", erklärte Willow. „Der Ortungszauber nach Jeffrey hat nichts gefunden."
"Denkst du, er ist…" Rowena liess den Satz im Raum hängen.
"Nein", erwiderte Willow schnell. "Zuerst dachte ich das auch, aber dann hab ich den Zauber mit Giles probiert und anscheinend existiert er auch nicht mehr in dieser Dimension."
Neugierig legte Rowena den Kopf zur Seite und betrachtete die beiden.
"Ohne zu wissen, was er mit dir getan hat, gibt es keine Möglichkeit, dich zu befreien", fügte Giles hinzu. „Ich könnte versuchen einen allgemeinen Bannzauber zu sprechen, aber das hätte vermutlich wenig Wirkung bei etwas, das mächtig genug ist, eine Hexe mit deinen Fähigkeiten zu blockieren."
"Wieso versuchen sie nicht den Zauber, Giles?" fragte Rowena. „Wenn es nicht klappt, können wir annehmen, dass der Dämon jeden blockiert hat, nicht nur Willow."
"Noch besser", sagte Willow, zog den Stift aus Giles’ Tasche und legte ihn auf den Tisch. „Versuchen sie, ihn zu bewegen."
Giles konzentrierte sich auf den Stift und schüttelte dann seinen Kopf. „Nichts", sagte er.
"Okay, wir sind also absolut am Arsch und Jeff ist irgendwo da draussen und muss dafür bezahlen", sprach Willow bitter.
"Willow…" begann Giles.
"Nein!" sagte Willow. „Hier herrscht das reinste Chaos, Giles. Rachel ist tot, Andrews Dämonenfreundin ist tot, Kennedy ist gelähmt und ein Junge wurde gekidnapped u-und nur die Göttinnen wissen, was sie von ihm wollen u-und ich kann nicht das geringste dagegen tun!"
"Willow", sagte Giles noch einmal leise, bevor er die Rothaarige in seine Arme zog. Sie versuchte, sich von ihm zu lösen, und Giles festigt seine Umarmung. Es dauerte nur einen Moment, aber Willow gibt ihre Zurückhaltung auf und klammerte sich stattdessen an ihm fest und schluchzt an seiner Brust. Rowena sah hilflos zu. Dann endlich stand sie auf, trat an die beiden heran und legte sanft ihre Hand auf die Schulter der Hexe.
"Willow", begann sie. "Wir finden einen andern Weg."
Willow löste sich von Giles und wischte sich die Augen. „Ja, einen andern Weg", schniefte sie. „Man kann nicht alles mit Magie lösen, ich weiss. Ist nur dumm, wenn grad das Leben von Menschen in Gefahr ist."
Rowena nickte. "Ich verstehe das, aber manchmal passieren Dinge, die man einfach nicht verhindern kann. Du kannst nicht überall zugleich sein und, trotz aller Fähigkeiten, du bist nicht Superwoman."
Willow schnaubte verärgert. "Ja, als ob ich das nicht wüsste. Ähm… könntest du weiter nach einem Weg suchen, den Zauber lahmzulegen?" fragte sie zögernd. „Ich möchte mal nach Ken sehn."
"Klar", sagte Rowena.
Giles und Rowena sahen zu, wie Willow die Bibliothek verliess, und blickten sich gleich darauf traurig an. Letztendlich kehrte Rowena an den Computer zurück und Giles nahm sich das Opus Obscurum.
Umschnitt zu:
Int.
Jägerinnen-Quartiere – Fitness-Raum
Robin sah von der Tür aus zu, wie Faith die Scherben zusammen kehrte. In einem der Glastücke, die noch immer an der Wand hingen, bemerkte Faith die Reflektion ihres Geliebten. Sie drehte sich auf ihrem Absatz um und legte einen Arm auf das Ende des Besens.
"Was ist los, Ass?" fragte sie mit heiserer Stimme. "Sag mir nicht, noch jemand ist gestorben?"
"Ähm, nein, Baby", antwortete er und trat in den Raum. Sein Handgelenk war inzwischen in einen Verband gewickelt und hing in einer Schlinge.
"Was dann?" fragte sie. "Wir sind schon ‘ne ganze Weile zusammen – Ich kenn diesen Blick."
"Ich hab mit Willow geredet... Es geht um Kennedy", sagte er endlich, nahm den Besen und lehnte ihn an die zerstörte Wand. Er war nicht sicher, wie er es sagen sollte, also liess er es einfach heraus. „Sie ist gelähmt, Faith – von der Hüfte abwärts. Der Arzt röntgt sie grade."
"Und die Schläge kommen und kommen", lachte sie sarkastisch, bevor sie wieder ernst wurde. „Wie verkraftet Red es?"
Er überlegte einen Moment. „Vorsichtige Hysterie wäre wohl der passende Ausdruck."
"Was ist mit dir? Wie geht’s der Hand?"
"Fein", erwiderte er. „Der Arzt hat mir eine Spritze für die Schmerzen gegeben. Er wird sich in Kürze drum kümmern. Es gab andere Notfälle, die Vorrang hatten."
"Und der Junge?" fragte sie endlich. „Schon irgendeine Spur von ihm?"
"Willow arbeitet daran", sagte er. „Und Giles hat Lily wieder beruhigt. Ich glaub, er hat ihr irgendwas gegeben."
"Gut für ihn", sprach sie und nahm den Besen wieder zur Hand.
"Ähm, Faith", sagte er. "Ich werde Rachels Vater anrufen. Fragen, was er möchte, dass wir mit…"
"Nein", sagte Faith in einem ruhigen und doch bestimmten Ton. „Ich mach das."
"Faith…"
"Ich sagte, nein!" sagte Faith, die Stimme hebend. „Verdammt, Robin. Ich war für sie verantwortlich!" Faith schleuderte den Besen wie einen Speer mit solcher Wucht, dass das Ende sich tief in die Matten grub, die an der Wand aufgestellt waren.
"Wir waren auch für sie verantwortlich", sagte er. „Der ganze Rat. Du kannst nicht einfach alles nehmen, was passiert ist, und auf deine eigenen Schultern laden."
"Ja, aber ich gab das Versprechen", erklärte Faith mit dem Finger zeigend. "'Wir nehmen sie auf. Wir helfen ihr. Wir beschützen sie'", wiederholte sie fast wortgenau die Rede, die sie Rachels Vater Monate zuvor gehalten hatte, und endete mit einem Schauben. „Ich hab ihn angelogen und ich hab sie angelogen. Jesus, selbst wenn ich versuche, mein Wort zu halten, schaff ich’s nicht."
"Faith…"
"Nein, du bist nicht dafür verwantwortlich, Robin. Ich hab das Versprechen gegeben, also mache ich auch den Anruf. Ich muss es tun… Soviel schulde ich ihnen… Mehr sogar, mehr als ich jemals zurückzahlen könnte."
"Sie war eine Jägerin", erwiderte Robin. "Das ist das Risiko, mit dem jede von euch lebt. Und egal was du vielleicht denkst, sie haben sich nicht blindlings in die Sache gestürzt. Sie kannten das Risiko… Wir haben getan, was wir konnten."
"Tja, das war dann wohl nicht gut genug, oder?"
"Jägerinnen sterben, Faith. Und ich spreche dabei aus Erfahrung." Robin legte seine Handfläche auf beide ihrer Wangen, um ihre Konzentration auf sich zu fixieren. „Es ist niemals leicht, aber das ist das Risiko, was sie auf sich nehmen, um dem Guten zu dienen. Auch meine Mutter hat dieses Riskiko auf sich genommen."
"Und sieh dir an, was du dafür bezahlt hast", erwiderte Faith.
"Ja, es hat seinen Tribut gefordert. Aber man könnte es auch anders sehen. Ich habe entweder all diese Jahre verschwendet auf der Suche nach ihrem Mörder und nie mein Ziel erreicht, oder... ich habe eine Menge Vampire erledigt und zahllose Leben gerettet. In jedem Fall habe ich es getan, weil ich sie verloren habe. Das weiss ich. Aber ich weiss auch, ich habe die Welt zu einem besseren Ort gemacht."
"Ich versteh nicht ganz, was du mir damit sagen willst, Robin."
"Ich will dir damit sagen, das ist es, was Rachel versucht hat zu tun – die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Und das ist etwas, wovon ich glaube, dass es auch ihr Vater verstehen wird. Und wenn nicht jetzt, dann irgendwann… genau wie ich."
Faith löste sich und fuhr mit einer Hand über ihr Gesicht. „Es tut so weh, Robin."
"Ja, Schatz", sagte er, kam näher heran und legte den unverletzten Arm um ihre Schulter. „Das weiss ich… Und ich glaube, du hast recht. Du musst diesen Anruf machen, damit du endlich eine Art Schlussstrich ziehen kannst. Das Chaos hier hat auch Zeit bis morgen", erklärte er und deutete mit der Hand durch den verwüsteten Raum.
Faith nickte. "Okay, aber eins sag ich dir, ich glaub nicht, dass ich jemals darüber hinwegkomme", sagte sie, legte eine Hand auf seine und drückte sie sanft. "Wir haben vielleicht Hunderte von ihnen, aber Jägerinnen sind nicht wie Taschentücher."
"Da stimm ich dir zu", sagt Robin. „Jägerinnen kann man nicht ersetzen – egal wieviele wir jetzt haben. Aber erinnere dich doch mal an etwas, was du letztes Jahr verstanden hast, etwas, was Buffy nie verstanden hat."
"Und das wäre?"
"Du verlierst sie vielleicht, aber die viel grössere Tagödie ist doch, sie nie kennengelernt zu haben. Mach weiter mit dem, was du tust, Baby, du machst das grossartig."
Faith liess Robin los und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. "Das Gefühl hab ich nicht", schluchzte sie. " Robinebiss sich auf die Lippe, hielt seine eigenen Tränen zurück und schluckte hörbar. Er ging zu ihr und legte seinen unverletzten Arm um die Jägerin, als sie anfing zu zittern.
"Ich weiss", flüsterte er. „Aber vertrau mir einfach dieses Mal, okay?"
Faith konnte nicht antworten. Sie blieb einfach in seiner Umarmung stehen.
Umschnitt zu:
Int.
Watcher's Council Krankenstation
Willow kam in die Krankenstation und lief schnell zum bewusstlosen Körper ihrer Geliebten. Der Arzt bemerkte sie und gesellte sich hinzu.
"Wie geht es ihr?" fragte Willow und nahm Kennedys Hand.
"Die Röntgenbilder zeigen, dass sie drei gebrochene Rückenwirbel hat. Höchstwahrscheinlich wird ihre Lähmung durch das Wirbelsäulentrauma verursacht, aber wir können es nicht mit Sicherheit sagen, bevor die Schwellung zurückgeht", erklärte er.
"Was noch?"
"Zwei gebrochene Rippen, eine davon hat einen Lungenflügel durchbohrt, also mussten wir erst einmal absaugen, aber die Blutung ist bereits gestoppt. Abgesehen davon sind die vielen Prellungen das schlimmste. Gottseidank ist sie ‚ne Jägerin", sagte er kopfschüttelnd und blickte auf das bewusstlose Mädchen herab. "Ein Sturz aus der Höhe auf den harten Boden hätte jeden andern sofort getötet."
"Ich weiss", nickte Willow. "Wie lange bleibt sie bewusstlos?"
"Mit etwas Glück bis morgen", sagte er. „Ich werd sie dann noch einmal röntgen und dann sehen wir, ob sie Fortschritte macht."
"Okay. Vielen Dank, Doktor", sagte Willow.
Er entfernte sich, um sich um die anderen Patienten zu kümmern. Willow zog einen Stuhl neben das Bett und stützte ihren müden Kopf auf eine Hand. Ihre Augen verliessen Kennedys schlafende Form nicht einen Augenblick.
Umschnitt zu:
Ext.
Stadtpark – Tag
Tara näherte sich der Brünetten mit einem sanften Lächeln im Gesicht. Kennedy wich einen Schritt zurück, als die andere Frau näher kam.
"Toll, einfach toll", sagte Kennedy und warv ihre Arme in die Höhe. „Schlimm genug, dass dein Schatten jeden Tag und jede Nacht über mir hängt, jetzt spukst du auch noch in meinen Träumen herum?"
Tara lächelte. "Das ist mehr als nur ein Traum, Süsse", sprach sie. "Und nebenbei, das ist nicht das erste Mal, dass ich im Traum einer Jägerin erscheine, also ist es sozusagen kein unbekanntes Territorium für mich."
"Süsse?" sagte Kennedy und lachte sarkastisch. „Also daher hat Willow das. Von dir?"
Tara zuckte nur mit den Schultern und deutete auf den Weg. "Komm, gehn wir", sagte sie und ging los. Kennedy sah sie einen Moment mit einen ungläubigen Blick an und folgte ihr dann mit dem Kopf schüttelnd.
"Okay, also ist das mehr als ein Traum und du bist wirklich real", erklärte sie der Blonden, als sie sie eingeholt hatte. „Dann sag mir doch, St. Tara – wieso ich? Wieso nicht Willow? Oder sogar Giles?"
"Zunächst mal, wie ich bereits sagte, du bist eine Jägerin", erwiderte Tara. „Das macht es leichter, in deine Träume zu gelangen. Und Willow hat im Moment schon genug Schuldgefühle. Ich bin hier um zu helfen, nicht um alles schlimmer zu machen. Und Mr. Giles… so sehr ich ihn auch mag, er würde mich wahrscheinlich einfach als Traum abstempeln und vergessen, was ich zu sagen hab."
"Da sind noch jede Menge andere Jägerinnen", sagte Kennedy. „Faith oder Vi oder Willow’s Kleine. Wieso ich?"
"Meine Göttin, du bist hartnäckig!" lachte Tara. „Aber das ist gut. Ich glaub nicht, dass du dir sonst hättest Willow angeln können." Taras Lippen formten ein sexy Grinsen. „Natürlich ist sie den Kampf mehr als wert."
"Kann das hier vielleicht noch merkwürdiger werden?" fragte Kennedy rhetorisch.
"Ja, aber dir zuliebe verzichte ich darauf", lachte die Blonde erneut und ihre Stimme hallte durch den Park.
"Was ist hier los, Tara?" fragte Kennedy. „Ich würde jetzt gern aufwachen, also sag einfach, was du zu sagen hast, und mach dich auf den Weg, okay?"
"Irgendetwas blockiert Willows Magie", begann Tara und wurde wieder ernst. „Sie kann keine Zauber mehr sprechen."
"Und das ist was schlimmes?" spöttelte Kennedy.
Tara zögerte und sah Kennedy an. "Ich weiss, die Magie war nicht gut für deine Beziehung mit Willow, Kennedy", sprach sie. „Ich weiss, sie hat sich oft zwischen euch gedrängt, aber du musst verstehen, dass die Magie ein Teil von Willow ist. Es ist nunmal was sie ist und das wird es immer sein. Du wirst lernen müssen, das zu akzeptieren."
"Kuck mal wer da spricht", forderte sie Kennedy heraus. „Du bist doch diejenige, die sie verlassen hat, als sie ausser Kontrolle geriet."
"Ich habe damals getan, was ich tun musste", sagte Tara, und ihre Stimme blieb ruhig, trotz Kennedys Ton. „Willow weiss das. Sie hat ihre Magie jetzt unter Kontrolle, sie wird nicht mehr von ihr kontrolliert."
"Ja, aber wenn sie keine Magie mehr…" Kennedy brach ab und ihre Augen blickten in die Ferne.
"Das darfst du nicht, Kennedy", sagte Tara sanft.
"Was?" erwiderte Kennedy und sah die Hexe schuldig an.
"Du weisst schon – meine Nachricht ignorieren. Willow braucht ihre Magie", erklärte sie. „Die Wächter brauchen sie und die Jägerinnen und noch viel wichtiger, der Junge braucht sie. Sie alle brauchen Willow mit Magie mehr, als du Willow ohne Magie."
"Ich würde nie", sagte Kennedy. „Ich meine, ich weiss, dass sie…"
"Ich verstehe", sagte Tara und setzte ihren Weg fort. „Irgendetwas blockiert Willows Magie. Die Information, die sie braucht, um den bann zu brechen, findet sich in einem Buch. Nicht in einem der Bücher des Rates, aber es existiert eins in Cleveland."
"Wo?" fragte Kennedy, offenbar erleichtert, dass Tara zu ihrem eigentlichen Anliegen zurück gekommen war.
"Ein Laden genannt Becca's Books. Es ist in er Kiste im Lagerraum auf einem grauen Metallregal nahe dem Boden. Die Besitzerin weiss nicht mal, dass sie es hat – es kam mit einer Lieferung, die sie bei einer Auktion erworben hat. Es ist leicht zu erkennen – es hat die Schnitzerei eines dämonischen Engels auf dem Einband."
Kennedy dachte über die Information nach. „Woher soll ich wissen, dass du echt bist? Ich meine, das könnte wieder nur eine Falle sein, die sich jemand Böses ausgedacht hat, ein Trick von derselben Gruppe, die auch schon Jeff geschnappt hat." Kennedy lachte einen Moment laut auf. "Ich meine, letztes Jahr standen wir bis zum Hals in falschen Toten, vielleicht bist du jetzt dran."
Tara wartete. "Das ist fair", sagte sie endlich. "Wie wär’s damit? Frag Willow nach dem einen Mal, als sie ein Feuer am Strand entzündet hat und ein Gewitter gleich noch dazu."
Kennedy sah sie verwirrt an. "Was?"
"Frag sie einfach, Süsse", antwortete Tara.
"Okay", willigte Kennedy zögernd ein und zog ihre Unterlippe schmollend nach unten.
Tara schenkte ihr ein breites Lächeln und die Welt wurde schwarz.
Umschnitt zu:
Int.
Watcher's Council Krankenstation
Kennedy schlug die Augen auf. Ihr Unterkörper zuckte reflexartig zusammen, als der Schmerz ihren wachen Verstand erreichte. Willow spürte die Bewegung und wurde ebenfalls aus dem Schlaf gerissen, ihr Kopf hob sich von seinem Ruheplatz auf ihrem Arm.
"Ken?" sagte sie mit den Augen blinzelnd, als wollte sie den Schlaf von sich schütteln. „Bist du okay, Süsse?"
"Süsse", stöhnte Kennedy und schloss ihre Augen sofort, als das helle Licht der Krankenstation sie traf. "Sie hat mich auch ‘Süsse’ genannt."
"Was?" fragte Willow verwundert. "Wer?"
"Das Buch", wisperte Kennedy. "Sie sagte, du brauchst ein Buch."
"Welches Buch? Wovon redest du überhaupt, Ken?"
"Tara", antwortete Kennedy und Willows Gesicht wurde weiss.
"Tara?" wiederholte Willow. „Ken, was…" Sie brach ab, als der Doktor den Raum betrat.
"Ist sie wach?" fragte er, begab sich auf die Willow gegenüberliegende Seite des Bettes und hob Kennedys Handgelenk, um den Puls der Jägerin zu fühlen.
"Ja, ich bin wach. Mit Schmerzen, aber wach", murmelte Kennedy und drehte dann den Kopf zur Seite, ihre Geliebte ansehen zu können. „Willow, hör zu, Tara sagte, die Information, die du brauchst, um deine Magie zu befreien, ist in einem Buch in einem Buchladen."
"Kennedy, woher weisst du, dass meine Magie blockiert ist?" fragte Willow und ihr Gesicht arbeitete verzweifelt, als sie versuchte, alle Informationen zu verdauen.
"Tara hat’s mir gesagt", antwortete Kennedy und lachte schwach. „Mein erster Jägerinnen-Traum. Glaub nicht, dass ich den jemals vergesse."
"Woher weisst du, dass es wirklich Tara war?" fragte Willow. „Ich meine, es... es könnte doch auch …"
Kennedy schloss erneut ihre Augen, als sie die Schmerzen durchfuhren. "Sie sagte… du hast versucht, ein Feuer zu machen, aber stattdessen hast du ein Gewitter gemacht. Ihr wart an einem Strand oder so?"
Willow schloss ihre Augen für einen Moment und sah aus, als wäre sie kurz vorm Zusammenbrechen. Dann wurden ihre Gesichtszüge wieder fester, sie atmete tief durch und sagte zum Doktor, „Finden sie jemand, der Giles holt, bitte."
Der Arzt nickte und ging schnell, um ihre Bitte zu erfüllen.
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Dark Force Rising
Akt Zwei
Umschnitt zu
Int.
Becca's Books – Früher Abend
Die Glocke über der Tür klingelte, als Giles das Innere des Buchladens betrat. Hinter dem Ladentisch sass eine Frau Mitte 40 mit einem Roman in ihrer Hand. Giles konnte anscheinend unbemerkt herantreten, bis er den Ladentisch erreichte. Nach einem kurzen Blick legte sie ihr Buch beiseite und nahm ihre Lesebrille ab.
"Ohh, hi", begann sie. "Ich hab sie nicht reinkommen hören."
"Ich wollte sie nicht unterbrechen", sagte er höflich und deutete auf das Buch, das sie in ihrer Hand gehalten hatte.
"Entschuldigung, ich war so ins Lesen vertieft. Das passiert manchmal." Sie errötete leicht. „Kann ich ihnen vielleicht bei der Suche helfen?"
Giles blickte sich einen Moment im Laden um. "Das hier ist doch Becca's Books, richtig? Der einzige hier in Cleveland?"
"Der einzige überhaupt – zumindest soweit ich weiss." Sie lächelte warm und Giles musste unwillkürlich ebenfalls grinsen. „Hat sie jemand hierher geschickt?"
Giles öffnete seinen Mund, als wüsste er nicht, wie und ob er das ganze erklären sollte. „M-man könnte es so sagen", erwiderte er.
"Also, ich bin die Eigentümerin – Rebecca Montague… oder einfach Becca."
Giles lächelte bei der Erwähnung ihres Nachnamens, bevor er sagte, "Montague, genau wie Ro-."
"Ja", seufzte Becca, bevor er den Satz beenden konnte. "Ich bin vielleicht eine hoffnungslose Romantikerin, aber ich bin nicht verwandt mit Shakespeares Romeo." Sie reichte über den Ladentisch und bot Giles ihre Hand an, als wartete sie darauf, er würde etwas sagen.
"Oh… Giles", verriet er, als er sie schüttelte. "Rupert Giles", korrigierte er sich schnell.
"Ich dachte, der einzige Brite, der sich auf diese Weise vorstellt, war James Bond", neckte sie ihn.
Giles lachte und schüttelte den Kopf. „Tut mir leid, wenn ich etwas anmassend geklungen habe. Ich bin es einfach gewohnt, von den Leuten bei meinem Nachnamen genannt zu werden, aber bitte nennen sie mich Rupert."
"Also, Rupert", grinste sie. "Was kann ich für sie tun?"
"Ja", antwortete Giles, als hätte er schon den Grund vergessen, weshalb er eigentlich gekommen war. „Eigentlich brauche ich ein Buch."
"Davon hab ich jede Menge", sagte sie und deutete mit der Hand durch den Laden.
Giles grinste leicht beschämt. „J-ja, ich seh es, aber dies ist eins, von dem ich glaube, dass sie gar nicht wissen, dass sie es haben."
"Nun, ich könnte es bestellen, wenn sie die ISBN-Nummer haben", bot sie an.
"Nein, was ich meine, ist, sie wissen wahrscheinlich nicht, dass sie es besitzen, aber das tun sie."
"Entschuldigung?" erwiderte Becca, offensichtlich verwirrt.
Giles zögerte und die Räder in seinem Kopf schienen sich zu drehen, als er versuchte, eine plausible Erklärung zu finden. „Ich könnte ihnen sagen, woher ich es weiss, aber die Chance ist gross, dass sie es mir nicht glauben würden."
Becca schnaubte. "Ich hab in letzter Zeit ziemlich verrückte Sachen in dieser Stadt gesehn", erzählte sie. „Probieren sie’s."
Giles seufzte widerstrebend. "Nun gut, auch auf das Risiko hin, dass sie mich für verrückt und völlig unglaubwürdig halten... eine verstorbene Freundin hat uns davon erzählt."
"Uns?"
"Oh, ich leite eine Schule für… begabte Kinder… Und diese Freundin kam zu meiner Kollegin in einem Traum. Ich hab ihnen gesagt, es klingt lächerlich, aber sie hat uns verraten, dass sich das Buch in einem Lagerraum neben einem Metallschrank oder -Regal befindet. Es war in einer Lieferung, die sie kürzlich erworben haben und es-es hat das Bild eines…" Giles stotterte, nicht sicher, ob er fortfahren sollte. Aber als er bemerkte, dass Becca nicht im geringsten erschüttert schien von seinem Vortrag, sprach er weiter. "Eine engels-ähnliche Kreatur mit Dämonen-Hörnern", endete er leise.
Giles wartete nervös auf ihre Antwort.
"Ich habe ein Buch mit dem Bild eines Angels darauf, von dem ich nicht weiss, dass ich es habe?" fragte Becca nur zur Bestätigung.
"Ja", sagte Giles leise.
"Und es ist in meinem Lagerraum?"
Wieder murmelte Giles zurückhaltend, "Ja… Ich hab sie gewarnt, die Geschichte würde verrückt klingen", fügte er zu seiner Verteidigung hinzu.
Becca nahm sich einen Moment, um sich Giles näher anzusehen, als würde sie seine Glaubwürdigkeit überprüfen wollen. Dann entfernte sie den Schlüssel von der Registrierkasse.
"Kommen sie mit", sagte sie zu ihm und nickte in Richtung hinterer Ladenbereich. „Ich muss zugeben, es ist ein merkwürdiger Wunsch. Aber ich habe vor kurzem tatsächlich einige alte Bücher bei einer Online-Auktion erworben. Ich hab sie noch nicht durchgesehen... Um ganz ehrlich zu sein, ich hasse Computer, aber es scheint, als würden sie von Tag zu Tag unentbehrlicher."
"Da kann ich ihnen nur zustimmen." Giles lächelte. Sie kamen an die Tür und Becca streckte ihre Hand aus. „Warten sie hier", sprach sie. „Sie haben ein ehrliches Gesicht, aber ich werd besser nicht das Risiko eingehen, dass ich mich irre."
"Natürlich", stimmte Giles zu, trat einige Schritte zurück und wartete an einem der Regale.
Becca entriegelte die Tür und nahm sich eine Kiste, die sie herausbrachte und Giles reichte, bevor sie eine zweite holte. Die Tür mit dem Fuss zutretend deutete sie auf einen Lesetisch. "Dort hinüber", wies sie ihn an.
Sie stellten die Kisten auf den Tisch und öffneten die erste. „Sehn wir mal, was wir haben."
Giles tat dasselbe und grinste, als er hineinblickte, ein ziemlich altes Buch herauszog und sorgsam abstaubte. "Ich finde es bemerkenswert, dass sie die gekauft haben", kommentierte er.
"Wieso das?"
"Die meisten Leute suchen nach Tom Clancy oder den Werken dieser Rowling, nehm ich an", antwortete Giles.
"Nun, die meisten dieser Bücher sind mehr für mich selbst als für andere", gestand Becca. „Ein paar verkaufe ich vielleicht an ein paar Buchliebhaber, die ich kenne. Aber ich liebe Bücher, besonders die alten, wie dieses. Es ist, als hätten sie eine Art Eigenleben." Giles sagte nichts. Er legte nur leicht den Kopf zur Seite mit einem fragenden Ausdruck im Gesicht, der Becca zu einer Erklärung veranlasste, während sie weiter die Kiste ausräumte. „Wissen sie, jedes Buch ist anders – es hat eine andere Textur, fühlt sich anders an. Sie riechen auch, ob sie’s glauben oder nicht, und Geruch ist einer unsere wichtigsten Sinne. Ein bestimmter Geruch kann unsere Erinnerung an bestimmte Orte und Zeiten zurückbringen und... Ich rede wieder zuviel, richtig?"
"Keineswegs." Giles lächelte gerührt. "Ich kann da nur zustimmen. Es kommt mir nur merkwürdig vor, dass ich mit meiner Meinung nicht so allein dastehe. Die meisten meiner Kollegen sind jünger und …"
"Ja", nickte Becca. „Palm pilots und eBooks und PDFs. Schneller, besser, einfacher… aber es ist einfach nicht dasselbe, wie sich mit einer Tasse Kakao und einer Erstausgabe einer Weihnachtsgeschichte an einer kalten Dezembernacht einzukuscheln."
Giles grinste und betrachtete die Ladeninhaberin einen Moment länger.
"Wäre es zu aufdringlich von mir, sie zu fragen, ob sie mich heiraten?" platzte er heraus.
Becca lachte sanft, während Giles knallrot anlief, ob seines uncharakteristischen und ungestümen Kommentars.
"Verzeihen sie mir", fügte er hinzu. „Eine Frau wie sie ist sicher schon jemandem versprochen u-und wegen mir fühlen sie sich jetzt sicher unwohl–"
Becca legte eine Hand auf Giles’ Arm und bewegte sie langsam weg.
"Entschuldigen sie sich nicht. „Ich bin noch nicht ‚versprochen’ und es kommt nicht allzu oft vor, dass ein gutaussehender Fremder in meinen Laden kommt und mit mir flirtet", fügte Becca lächelnd hinzu, um Giles vor der Peinlichkeit zu bewahren. "Aber vielleicht versuchen wir erst mal ein Essen, bevor wir uns in den Hochzeitstrubel stürzen", bot sie an, während sie wieder in der Kiste suchte. "Oh, warten sie!" sagte sie und zog ein Buch hervor, bevor Giles auf ihr Angebot antworten konnte. „Ist es das?"
Sie reichte ihm ein rotes Buch und er betrachtete den Einband. Es entsprach genau der Beschreibung. Er lächelte vorsichtig und strich mit den Fingern über die Oberfläche.
"Vielen Dank, Tara", flüsterte er leise. Dann drehte er sich wieder Becca zu und sagte mit lauterer Stimme, „Ja, ich denke, das ist es..." Giles hob den Kopf und schenkte Becca einen genaueren Blick. „Das mag vielleicht wie ein abgetretenes Cliché klingen, aber... haben wir uns schon mal getroffen... vor diesem Abend, meine ich?"
Becca zuckte mit den Schultern. „Ich glaube nicht. Ich denke, ich hätte mich an sie erinnert."
Giles grinste kurz und schüttelte es wieder von sich. "Hmm…bei aller Höflichkeit, wieviel möchten sie dafür haben?"
"Das Buch scheint ziemlich wichtig zu sein", neckte sie ihn und rieb ihre Hände aneinander. „Ist wahrscheinlich ‚ne Menge wert, schätz ich."
"Wieviel?" fragte Giles und bewahrte sein Grinsen.
"Fünfundzwanzigtausend Dollar", sagte Becca ohne mit der Wimper zu zucken.
"Abgemacht." Giles griff nach seinem Portemonnaie.
"Hey, Moment!" Becca lachte, während sie sprach. "Das war nur ein Scherz. Das könnte ich ihnen nicht antun. Wie wär’s damit: Zwanzig Dollar für das Buch wie es ist. Und wenn sie mir fünfzig bezahlen, führe ich sie zum Essen aus, auf meine Rechnung."
Giles grinste, holte sein Portemonnaie heraus und reichte ihr eine Fünzig-Dollar-Note. "Ich würde gern bleiben und weiter reden, aber ich werde wieder an der Akademie gebraucht."
"Ich verstehe", sagte Becca mitfühlend.
"Wie wäre es am Freitag?" fragte er.
"Toll. Ich schliesse um Acht, wenn das noch nicht zu spät ist zum Essen."
"Nein, das wäre wirklich ausgezeichnet."
"Gut, wir sehn uns dann Freitag", strahlte sie.
"Freitag", nickte Giles mit einem dümmlichen Grinsen im Gesicht, als er ging.
Ausblende
Aufblende
Int.
Krankenstation – Später am Abend
Willow sass neben Kennedys Bett mit dem Buch das Giles gekauft hatte, als Rowena mit zwei Tassen Kaffe hereinkam. Sie zögerte einen Moment, als würde sie darüber nachdenken, ob sie eintreten sollte.
Das Geräusch hörend, blickte Willow auf und nahm ihr mit einem freundlichen Lächeln die Entscheidung ab.
"Ich dachte, du möchtest vielleicht etwas?", sagte die blonde Wächterin mit leiser Stimme. „Mit viel Milch und Zucker", fügte sie hinzu, als sie es ihr in der ausgestreckten Hand reichte.
"Danke", sagte Willow und bedeutete Rowena, sich zu setzen. „Bist du schon weitergekommen?"
"Es gibt nicht gerade viel Material, was die Krankenakten von Jägerinnen angeht. Ich habe keine dokumentierten Fälle wie diesen geunden, zumindest noch nicht. Aber ich werde die Suche nicht aufgeben", versicherte ihr Rowena.
"Was ist mit dem Dämon? Gibt’s da was neues?" fragte Willow ebenfalls mit leiser Stimme.
"Es gab einen Vorfall, bei dem eine Jägerin gegen einen Vutch-Dämon antrat…"
"Und?" forderte Willow.
"Es genügt zu sagen, die Jägerin hat nicht gewonnen…Glaub es oder nicht, es sieht so aus, als hätten wir uns wesentlich besser geschlagen, als wir dachten." Als Willow nichts erwiderte, fuhr Rowena fort. „Wie geht es ihr?"
"’ne Menge gebrochene Knochen, ein paar Nerven verletzt. Aber wenigstens hat der Azrt eine schöne Zeit, sie zu röntgen und ihre Fortschritte zu notieren. Er sagte, was bei einem Menschen normalerweise Wochen oder Monate dauern würde, schafft sie in Stunden."
"Das ist doch wundervoll, Willow", sprach Rowena. „Vielleicht erholt sie sich. Ich meine, wenn die Knochen und Nerven so schnell heilen, dann gibt es vielleicht Hoffnung."
"Ja. Ich hab mit Faith gersprochen, als sie hier war, und sie glaubt, sie wird es schaffen. Sie ist viel zu stur, um es nicht zu tun, sagt Faith", erzählte Willow mit einem schwachen Grinsen. "Sie hat auch erwähnt, dass sie nach einem Messerstich, einer Überdosis und einer Explosion auch immer noch hier ist... Vielleicht hat sie recht…"
"Und die Suche?" Rowena deutete mit dem Kopf auf das Buch in Willows Hand.
"Nicht so erfolgreich wie ich gehofft hatte. Sie hatten es nicht so mit Kapiteln und Inhaltsverzeichnissen in den alten Tagen, also jede Menge nutzloses Lesen, weisst du? Aber der Arzt hat ihr gerade wieder ein Beruhigungmittel gegeben für ein paar Stunden. Dann hab ich die Chance, etwas mehr zu lesen."
Rowena nahm die Kaffeetasse und das Buch von Willow. "Dann ruh dich jetzt etwas aus", sagte sie.
"Ich möchte sie nicht hier allein lassen", sagte Willow kopfschüttelnd und griff nach dem Buch. "Und ich muss doch–"
"Ruh dich aus", befahl Rowena und zog es weiter weg. „Als eine Lehrerin für Wächter bestehe ich darauf."
"Bitte bloss keine Rangspielchen", sagte Willow. „Denn wenn ich meine Kräfte wiederhab, könnte ich dich in einen Frosch verwandeln, egal wie banal sich das anhört."
Rowena lachte vorsichtig. „Abgesehen vom Rang, denk doch mal daran: Wenn Kennedy aufwacht und die Säcke unter deinen Augen sieht, macht sie sich Sorgen. Möchtest du, dass sie sich um dich sorgt?"
Willow seufzte geschlagen. Rowena schaute hinter sich, ging zu dem Bett neben dem von Kennedy und klopfte darauf. „Das wird gehn."
"Nein, wirklich, wenn sie aufwacht–"
"Dann wecke ich dich", versicherte ihr Rowena. „Ich sitze hier drüben und lese. Mach schon."
"Bist du sicher?"
Rowena nickte. "Ja, es war ein ziemlich langer Tag für uns alle. Also mach nur. Wenn du aufwachst, tauschen wir, und ich hol mir ein bisschen Schlaf. Und dann wissen wir beide hoffentlich mehr am Ende des Tages."
"Und ich hatte schon vorgeschlagen, dich einfach weg zu teleportieren", stichelte Willow grinsend und hüpfte auf das Bett. Sie zog die Decke über sich und legte ihren Kopf auf das Kissen. „Vielen Dank, Ro", rief sie hinüber.
Rowena hatte bereits angefangen, das Buch zu lesen, und blickte auf. „Kein Problem", lächelte sie.
Umschnitt zu
Int.
Präsidium Versteck – Zur selben Zeit
"Gretz", grummelte der Ingenieur von seinem Standort am Pult.
Jeffrey war auf der Maschine festgeschnallt und in seinen Fesseln zusammen gesunken. Er sah verschwitzt und erschöpft aus.
Gretz, der an der gegenüberliegenden Wand sass mit drei der anderen Gang-Mitglieder, sprang augenblicklich auf und ein kalter Schweiss brach auf seiner Stirn aus. "Ja, mein Lord." Er bedeutete den anderen schnell aufzustehen.
Der Ingenieur sagte etwas zu seinem Diener und nickte höflich. Der besagte Diener verliess seinen Posten und stellte sich vor Gretz.
"Es gab eine kleine Änderung in den Plänen", sprach der Dämon.
"Sir?"
"Ein überirdischer Geist hilft dem Rat."
"Wir töten sie, Sir."
"Überirdisch", wiederholte er. „Dafür ist es zu spät. Sie ist tot. Aber sie hat Wissen und sie hat noch immer viel mehr Macht, als die meisten anderen Geister, die existiert haben."
"Was können wir tun, um ihrer Hoheit-lichkeit zu helfen?"
Der Diener zögerte, und es ertönte ein lautes, ratterndes Grollen vom Ingenieur höchstselbst.
"Sie weiss von einem Buch hier in Cleveland", sagte der Diener, "aber sie dürfen es nicht bekommen. Wenn die Hexe den Zauber bricht, könnten sie den Jungen aufspüren, und wir sind noch nicht ganz fertig."
"Ich habe das Buch hier bei Tagesanbruch, Sir."
"Tu das", sprach der Diener. „Dein untotes Leben hängt davon ab."
Umschnitt
Int
Becca's Books – Nacht
Becca schaltete die Lichter in hinteren Ladenbereich aus und ging nach vorn, wo sie das Schild von "open" auf "closed" umdrehte. Dann nahm sie die Schlüssel von ihrer Registrierkasse und ging zur Vordertür, als vier Männer eintraten.
"Tut mir leid, meine Herren", erklärte sie. „Ich schliesse für heut Nacht."
Gretz drehte sich um und verriegelte die Tür. Mit einem ominösen Grinsen wandte er sich wieder zu Becca.
"Schon okay, es dauert auch nicht lange."
Umschnitt zu
Int.
Watcher's Council Computer-Bereich – Am Morgen
Willow kam mit ihrer Kaffeetasse herein, blutunterlaufene Augen und einen Aktenhefter unterm Arm.
Giles sass an einem Tisch in der Nähe und betrachtete das Buch, welches er erworben hatte.
"Hat Rowena etwas gefunden?" fragte er, während er durch die Seiten blätterte.
"Das sagt sie", seufzte Willow. „Ich hab heut morgen nochmal damit anfangen wollen, aber irgendwie sind die Worte alle ineinander verschwommen. Ken und ihre Jägerinnen-Kräfte", seufzte sie erneut. „Wir haben nur zwei Stunden geschlafen und ob sie’s glauben oder nicht, Kennedy ist nicht grade eine Modell-Patientin. Der Arzt ist überzeugt, dass sie wieder vollkommen gesund wird, wegen ihrer Einstellung. Das ist gut, verstehen sie mich nicht falsch, aber... auch ermüdend. Ich hab schon das Streiten satt, warum ich ihr keinen Rollstuhl gebe, damit sie auf Patrouille gehen kann."
"Das ist ein Witz", lachte er.
"Wir reden hier von Kennedy, Giles." Willow schenkte ihm einen Blick, der zeigte, dass sie weit davon entfernt war zu scherzen, und er grinste als Antwort. Sie zog das Buch zu sich herüber und begann darin herumzublättern.
"Ich wünschte nur, ich wüsste, wonach ich hier suche. Und warum konnte Tara nicht zu mir kommen und sagen ‘Hey Will, das hier wirst du brauchen'", fügte Willow leise hinzu.
"Tara erschien mir immer als eine sehr sensible Seele, eine Art Fürsorger. Vielleicht dachte sie, ihr Erscheinen würde den Stress noch verstärken, den du im Moment empfindest."
"Das ist wahr, jetzt wo Jeff weg ist und wir nicht wissen, wie wir ihn finden-"
"Ich meinte, mit Kennedy", berichtigte sie Giles.
Willow sagte zunächst einmal nichts. Sie leckte nervös ihre Lippen und konnte Giles nicht ansehen. „Es fühlt sich anders an", antwortete sie leise.
"Was meinst du?" fragte er verwundert.
"Ich bin eine miese Freundin", murmelte sie.
"Du trägst im Moment eine grosse Last auf deinen Schultern, Willow, und–"
"Nein, Giles", unterbrach ihn Willow. „Oh Gott, wie sag ich das, ohne zu klingen wie…Erinnern sie sich an den Abend, als Tara von Glory verletzt wurde und wir alle im Krankenhaus waren?" Er nickte nur und wartete, dass sie fortfuhr. "Ich war völlig am Ende u-und ich hab in dieser Nacht ein paar ziemlich dumme Sachen gemacht... Ich liebe Kennedy. Wirklich. U-und ich hasse es, sie so leiden zu sehen, aber…"
"Es ist nicht dasselbe", beendete Giles ihre Rede.
Willow nickte nur mit dem Kopf. "Ich sag doch… ich bin eine miese Freundin."
"Nun, diese Situation ist anders", begann Giles. „Du wusstest nicht, ob oder wie du Tara heilen konntest. Kennedy währenddessen hat sich beinahe sofort wieder erholt. Vielleicht hast du diese Angst nicht, weil du tief in dir drin weisst, dass sie es schaffen wird."
"Ja, vielleicht", stimmte sie zögerlich zu und zuckte mit den Schultern. „Naja, ich nehme mal an, die Jägerinnen konnten Jeff’s Aufenthaltsort nicht aufindig machen?"
"Nein, die Jägerinnen waren leider nicht viel besser als wir", erzählte ihr Giles. „Keine Spur von ihm und ich bin nicht sicher, wie lange Lily noch so ruhig bleibt wie bisher. Es ist schwer für jede Mutter, aber Jeff war ein Einzelkind, also…"
"Ja, ich war auch ein Einzelkind, also macht es Sinn. Meine Eltern würden sich auch sorgen. Naja, okay, vielleicht nicht sofort. Es würde wahrscheinlich ein paar Tage dauern, bis sie merken, dass ich weg bin, aber DANN würden sie sich sorgen", sagte Willow, während sie den Hefter öffnete und zu lesen begann.
"Ich weiss, deine Eltern haben keine besonders grosse Rolle in deinem Leben gespielt, aber ich–"
"Giles?" Willow unterbrach ihn und schob den geöffneten Hefter zu ihm hinüber. "Der Polizeibericht von letzter Nacht sagt, dass ein Buchladen verwüstet wurde und die Inhaberin verletzt."
"Wo?" fragte Giles und Willow zeigte auf die Adresse.
"Genau dort, wo sie–?"
Bevor sie weitersprechen konnte, wurde Giles Gesicht kreidebleich. Er war sofort auf den Beinen, griff sich seinen Mantel von der Stuhllehne und rannte zum Ausgang.
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Dark Force Rising
Akt Drei
Aufblende:
Int.
Becca's Books – Am Morgen
Giles öffnete die Ladentür und trat hinein, sein Gesicht verfinsterte sich beim Anblick der Zerstörung.
"Wir haben geschlossen", rief eine Stimme von hinten, wo zwei Bücherregale gefährlich aneinander lehnten.
"Becca?" rief Giles zurück, ging um die Ecke und sah die Inhaberin mühsam die herunter gefallenen Bücher aufheben und auf einen Rollwagen legen. „Oh, gütiger Gott!" stöhnte er auf, als sie sich umdrehte und ihm einen guten Blick auf ihr wundes und zerschlagenes Gesicht erlaubte.
"Ich sagte, wir haben geschlossen", wiederholte Becca mit harter Stimme. „Gehen sie."
"Becca, es tut mir so leid", sagte er und näherte sich ihr. "Ich wollte sie wirklich nicht in Gefahr bringen."
"Wie rührend", schnaubte sie. „Und jetzt raus."
"Ihre… ihre Hand", begann er und blickte auf ihre geschwollene rechte Hand. Zwei der Finger waren zusammen gebuunden und wurden von Schienen gestützt. "Was ist passiert?"
Sie seufzte und liess das Buch in ihrer anderen Hand auf den wagen fallen. „Die wollten wissen, an wen ich das Buch verkauft habe", erwiderte sie. „Den mit der toten Freundin."
Giles blinzelte. "Sie wussten von Tara?" flüsterte er.
"Was auch immer." Sie zuckte mit den Schultern. „Als ich ihnen sagte, ich weiss es nicht, haben sie den ersten Finger gebrochen. Dann fragten sie wieder und ich sagte, es war ein Barverkauf, also gibt es keine Aufzeichnung darüber. Da haben sie den zweiten Finger gebrochen. Ich hab ihnen gesagt, sie waren Engländer. Mehr wollten sie offenbar nicht und sind gegangen, aber nicht ohne vorher den Laden zu verwüsten." Mit einer Hand schob sie mühevoll den Wagen in Richtung Lagerraum.
Er fasste unsicher das andere Ende des Wagens und schob ihn für sie. „Lassen sie mich wenigstens helfen", sagte er.
Sie lachte sarkastisch. "Selbst mit zwei Leute dauert es Wochen, um alles wieder in Ordnung zu bringen."
"Ich bringe Hilfe", entgegnete er. „Nicht lange und wir–"
"Vergessen sie’s, Rupert", erwiderte sie. „Ich weiss nicht, was in dem Buch war, was so wichtig ist, aber... gehen sie einfach."
Giles öffnete seinen Mund, als wollte er es noch einmal erklären, schloss in aber abrupt wieder. „Nun gut", sagte er niedergeschlagen. Er wandte sich zum Gehen, stoppte aber und drehte sich noch einmal zu ihr um. "E-es tut mir wirklich leid. Ich hatte keine Ahnung, dass das passieren würde."
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Aufblende
Int.
Watcher's Council – Lobby
Robin Wood schnappte den Deckel seines Handys zu und begab sich zur Eingangstür, die er öffnete, als ein Mann, etwa 15 Jahre älter, herantrat.
"Guten Morgen, Sir. Können wir ihnen helfen?" sagte er zu dem Gentleman und recihte ihm die Hand. Der Mann sah sie einen Moment an, weigerte sich aber, sie anzunehmen. An dieser Reaktion erkannte Robin, wen er vor sich hatte.
"Wo ist meine Tochter?" fragte Rachels Vater emotionslos, als er hereinkam.
Faith hörte das Gespräch und kam herüber. "Mr. Jones", begann sie. "Ich, äh, ich möchte ihnen zunächst einmal sagen–"
"Stopp", erwiderte Mr. Jones und hielt seine Hand hoch. „Es gibt nichts, was sie im Moment sagen könnten", fügte er in einem eisigen Ton hinzu, der Faith bis ins tiefste Innere frösteln liess.
Sie schaute unsicher, was sie sagen sollte, und warf Robin einen kurzen Blick zu, als würde sie still um seinen Rat bitten.
"Wir haben alles vorbereitet", erklärte ihm Robin und tart heran. „Ihre Habseligkeiten sind in ihrem Zimmer und bereit–"
"Fein", sagte der andere mit einem kurzen Nicken. „Ich habe aber noch eine Frage."
"Natürlich", sagte Robin mitfühlend.
"Wieviele andere Mädchen hat sie umgebracht?" fragte er und deutete auf Faith.
"Also, Rachel-" versuchte Faith zu beginnen.
"Ich hab ihn gefragt." Mr. Jones winkte mit dem Finger. "Nicht dich. Von dir will ich kein Wort hören."
Faith war den Tränen nahe, aber sie hielt sie zurück.
"Mr. Jones", versuchte Robin weiter diplomatisch auf den Mann einzureden, "Gehn wir doch zu den Schlafräumen und sprechen über alles."
Ohne auf eine Antwort zu warten, führte ihn Robin hinweg. Völlig allein in der weiträumigen Lobby des Rates stehend, stiess Faith einen rauhen Seufzer heraus und schloss die Augen.
Umschnitt zu
Int.
Watcher's Council Bibliothek – Zur selben Zeit
Giles kam herein und fanf Willow noch immer mit dem Buch beschäftigt vor.
"Oh, hey", sagte Willow während sie aufstand. „Haben sie sie gesehn? Geht es ihr gut?"
Giles schenkte ihr ein düsteres Nicken. „Ja, ich hab. Und ihr Laden ist zerstört... Ich hab ihr Hilfe angeboten, aber... sie will nichts mit mir zu tun haben."
"Hat sie erzählt, was passiert ist?"
Giles nickte. "Wir waren es – oder ich, sollte ich wohl sagen. Sie waren hinter dem Buch her und irgendwoher wussten sie, dass es Tara war, die uns gewarnt hat."
Willow könnte seine Traurigkeit spüren. "Oh, hey! Es gibt auch ein paar gute Neuigkeiten. Ich glaube, ich habe rausgefunden, welchen Zauber der Dämon bei mir benutzt hat. Ich muss noch einen Gegenzauber finden und ihn etwas anpassen, aber Tara wusste, ich bin gut bei sowas, also... glaube ich, deshlab hat sie uns zu diesem Text geschickt."
"Das ist wunderbar", sagte Giles ohne jede Emotion, während er aus dem Fenster hinaus über den See blickte.
Willow zog ihre Augenbrauen hoch. „Das ist ein echter Juhuu-Durchbuch, Giles, und sie spielen hier Mr. Feuer und Verdammnis", bemerkte sie. „Was ist los? Sah es wirklich so schlimm aus oder..." begann Willow vorsichtig zu grinsen. „Sie mögen sie, stimmt’s?"
"Sie ist wirklich reizend", musste Giles zugeben. „Und im Moment ist sie ziemlich wütend, aber ich geb ihr dafür nicht im geringsten die Schuld. Eigentlich bin ich auf mich selbst wütend. Ich hätte wenigstens so vorsichtig sein sollen, eine Jägerin den Laden bewachen zu lassen, zumindest solange, bis wir mehr über die ganze Sache wissen."
"Sie lassen das wichtigste aus, Giles", sprach Willow. "Sie mögen sie."
Giles zögerte und sah seine Kollegin einen Moment an. "Ich…"
Willow lächelte, als er stoppte. "Giles, ich hab sie schon lange nicht mehr so erlebt. Nicht seit Ms. Calendar."
Giles blickte nachdenklich. "Nun, selbst wenn du recht haben solltest, welche Chance hab ich jetzt?" fragte er. „Wegen mir wurde sie verletzt und ihr Laden ist ruiniert. Sie will nichts mit mir zu tun haben und das zurecht!"
Willow beobachtete, wie er aufgeregt durch den Raum lief, und sagte dann, "Ich denke, was sie tun sollten, ist, wieder dorthin zurückgehen und alles in Ordnung bringen."
"Was?" fragte er und sah sie verwundert an.
"Hören sie, Giles", erklärte Willow. „Wenn diese Frau sie so einfach um ihren Finger wickeln konnte, dann muss mehr an ihr dran sein, als nur gutes Aussehen und ein Buchladen. Und sie können ihr nicht verbieten, verärgert zu sein."
"Was willst du damit sagen, Willow?" fragte Giles.
"Gehen sie wieder zurück", wiederholte Willow. „Lassen sie sich diese Gelegenheit nicht entgehn, sie wissen genauso gut wie ich, dass es sowas nicht sehr oft gibt. U-und wie sie schon sagten, sie haben ihr nicht geholfen, aber sie können ihr jetzt helfen. Nehmen sie Andrew und die Mädchen und lassen sie sie mal was produktives tun. Gott, wenn nichts anderes hilft, die Moral zu stärken, dann vielleicht das Wissen, dass sie etwas geschafft haben, selbst wenn es nur Staubwischen war."
Giles sah sie an und nickte endlich. "Du hast recht, Willow. Vielen Dank."
"Jederzeit", sagte sie, als er aus dem Raum lief und nach Andrew rief.
Aufblende:
Int.
Becca's Books – Nachmittag
Becca hörte das Öffnen der Tür und seufzte. "Ich muss unbedingt dieses verdammte Schloss auswechseln", murmelte sie zu sich selbst, als sie hinter den Regalen hervorkam. „Wir haben geschlossen", sagte sie. "Ich weiss, ich hab ein Schild aufgestellt und wenn sie nach einem Buchladen suchen, dann sollten sie auch wissen, wie man…" Sie brach ab, als sie eine Herde von etwa einem halben Dutzend junger Mädchen erblickte, angeführt von einem blonden jungen Mann.
"Was zum Teufel?" fragte sie.
Andrew trat auf sie zu und streckte ihr zögerlich seine Hand entgegen. Als sie sie nicht annahm, zog er sie nervös zurück und kratzte an seiner Brust. „Ähm, hi", sagte er endlich mit einem Lächeln, das mehr einer Grimasse ähnelte. „Ich bin Andrew und das sind meine Mädchen." Er lief rot an. "Naja, nicht meine Mädchen, aber wir… naja, wir arbeiten sozusagen zusammen und wir sind hier um zu helfen."
"Rupert hat euch geschickt", sagte Becca, als sie den Schock überwunden hatte.
"Rup…? Oh, Mr. Giles! Genau!" nickte Andrew. Er wandte sich an das blonde Mädchen neben sich. „Marsha, wir fangen am besten hinten an und arbeiten uns durch nach vorn", sagte er. „Mr. Giles wird bald hier sein mit mehr Material und wir sollten alle Bücher aufgehoben und die heruntergefallenen Regalbretter weggeräumt haben, wenn er ankommt."
Marsha nickte und verschwand im Laden, die anderen Mädchen folgten ihr. Becca beobachtete sie einen Moment und drehte sich dann Andrew zu, als wollte sie ihn und seine Gefolgschaft aus dem Laden werfen, als sich erneut die Tür öffnete. Giles schob sich mühsam herein, während er gleichzeitig versuchte, einen Stapel Holzbretter auf dem Arm zu behalten.
"Etwas Hilfe bitte!!" rief er und kämpfte mit dem schweren Holz, und Becca riss erstaunt die Augen auf, als Marsha zu ihm hinüber lief, mit Leichtigkeit die Ladung von ihm nahm und damit nach hinten zurück trottete. Giles hob die grosse Werkzeugkiste an, die die Tür offenhielt, und ging hinüber zu Andrew.
"Hier, Andrew", sagte er und reichte die Kiste dem jungen Mann. „Es ist noch mehr Holz für die zerbrochenen Regale im Truck. Das können die Mädchen reintragen, es ist nicht grad leicht."
"Okay, Mr. Giles", erwiderte Andrew und eilte los.
Becca drehte sich zu Giles und sah ihn mit einem ungläubigen Gesichtsausdruck an. Bevor sie sprechen konnte, bemerkte sie etwas im Augenwinkel und wandte sich schnell um, um zu sehen, wie eines der Mädchen gerade eines der Bücherregale hochheben wollte.
Becca lief hinüber und rief ihr eine Warnung zu. "Du wirst dir noch wehtun, wenn du…" Sie stoppte, als sie mitansah, wie das kleine Mädchen das regal aufrichtete, als wäre es aus Pappe gemacht.
"Das ist… das ist unmöglich!" sagte sie und drehte sich erneut zu Giles um. „Drei Männer könnten das Regal nicht heben, und erst recht kein kleines Mädchen. Was geht hier vor?"
"Ja, nun, das wäre wieder eine Sache mehr, die sie nicht glauben würden", sagte er mit einem schüchternen Grinsen im Gesicht.
"Heraus damit!" forderte sie.
Giles seufzte. "Becca…d-das ist nicht so einfach, fürchte ich. Je mehr sie wissen, desto mehr könnten sie in Gefahr sein."
"Sehn sie sich um", entgegnete sie. „Ich bin bereits in Gefahr. Das war ich wahrscheinlich von dem Moment an, als sie durch meine Tür getreten sind. Sie schulden mir zumindest eine Erklärung."
Nach einem Moment antwortete Giles endlich. „Sie haben recht. Können wir irgendwo ungestört reden?" fragte er.
Becca schaute für einen Moment etwas zögernd, zuckte dann aber gleichgültig mit den Schultern. „Dort hinten", nickte sie. "Kommen sie, ich mach uns etwas Tee. Ceylon Black oder Darjeeling?"
"Oh", lächelte Giles fröhlich. "Darjeeling, bitte."
"Mein Leben wird verrückter und verrückter", murmelte Becca zu sich selbst, während sie gingen.
Umschnitt zu:
Int.
Präsidium Versteck – Maschinenraum
Der Ingenieur stand an seinem Pult, und seine dämonischen Hände bewegten sich gekonnt über die eingravierten Runen. Sein Gesicht blieb völlig emotionslos, trotz der Schreie, die aus der Maschine drangen.
Die Tür zu dem Raum öffnete sich und Bonnie kam herein und blieb im Schatten des Ingenieurs stehen. Seine Hände verharrten auf dem Pult, aber sonst gab es keinerlei Hinweise, dass er sie bemerkt hatte.
"Die Vampire berichten, dass die Wächter das Buch bereits haben, mein Lord", sagte Bonnie.
Der Ingenieur richtete sich leicht auf und thronte nun umso mehr über dem Menschen neben sich. Sie schluckte und fuhr fort.
"Gretz und seine Crew sind verschwunden, bevor sie den Job beendet haben. Ich fürchte, sie haben das Verbot des Präsidiums, wahllos zu töten, etwas zu wörtlich genommen." Der Ingenieur wandte sich nedlich zu ihr und fixierte sie mit seinen schwarzen Augen.
"Sie werden es heute Nacht beenden", sprach er.
"Ja, mein Lord", antwortete Bonnie schnell. "Ich werd dafür sorgen, dass sie rechtzeitig wieder hier sind, um das", sie schaute zu der Maschine, „zu entsorgen." Sie drehte sich um und verliess eilig den Raum.
Der Ingenieur wandte sich wieder seinem Pult zu, schaute genauer auf die Zeichen auf der Oberfläche und machte eine kleine Änderung. Und wieder zeigte er keine Reaktion, als die Schmerzensschreie aus der Maschine erklangen.
Umschnitt zu:
Int.
Becca's Books - Nachmittag
Giles liess einen Würfel Zucker in seine Tasse fallen und rührte um; das Geräusch des rostfreien Stahls, der gegen das Porzellan schlug, hallte laut durch den kleinen Raum. Becca nippt an ihrer Tasse, die vorsichtig von ihrer bandagierten Hand geholten wurde, als suche sie die heilende Wärme. Dann endlich blickte Giles auf und sah ihr in die Augen.
"Ich weiss nicht, wo ich anfangen soll", gab er mit einem nervösen Lächeln zu.
"Was ist ein Wächter?" fragte sie.
Giles blieb offen stehen. "Woher wissen sie–?" begann er.
"Diese Typen letzte Nacht", unterbrach sie ihn. „Als ich sie beschriben hab, sagten sie, der Wächter hat es. Das sind sie, stimmt’s? Ein Wächter? Und was bewachen sie denn?"
"Nun ja, einfach gesprochen, die Mädchen dort draussen", sprach er und nickte mit dem Kopf in Richtung Laden, von wo der industrielle Lärm der Aufräum-Crew zu hören war. „Das sind wirklich besondere Mädchen."
"Sie sagten, sie leiten eine Akademie für begabte Kinder", merkte Becca an. „Das sind die Kinder, nehme ich an?" sagte sie und zeiget aus dem kleinen Raum hinaus.
Giles nickte. "Wie soll ich das erklären?" Giles überlegte angestrengt, bevor er Becca ansah. "Das Buch der Wächter besagt, dass es in jeder Generation eine Auserwählte gibt", begann er etwas gelangweilt. „Sie allein kämpft gegen die Vampire, Dämonen und die Mädchte der Dunkelheit. Sie ist die Jägerin. Gott, ich hab langsam genug von dieser Rede", schloss er fast unhörbar.
"Vampire?" widerholte Becca. „Dämonen? Mächte der Dunkelheit?"
Giles nippte an seinem Tee und nickte. "Sie sind alle real, nicht nur irgendeine hübsche Geschichte aus einem alten Roman. Der grösste Teil der Welt ist blind für das wirkliche Böse, das um sie herum existiert."
"Moment", sagte Becca, während sie versuchte, die Informationen zu verarbeiten. "Sie sagten 'Auserwählte'. Da draussen ist ein halbes Dutzend Mädchen und wenigstens zwei von ihnen sind stärker als sie und ich zusammen."
"Genaugenommen gibt es mehr von ihnen als die paar, die heute hier sind", antwortete Giles. "Hmm…vielleicht kann ich das etwas einfacher machen. Eine kleine Gruppe von Leuten verlieh einem Mädchen vor vielen tausend Jahren durch Magie eine übermenschliche Stärke. Diese Männer wurden die ersten Wächter und im Laufe der zeit führte der Rat der Wächter seine Mission fort, der Auserwählten bei ihrem Kampf gegen das Böse beizustehen. Bis vor kurzem gab es nur eine Jägerin – Buffy Summers."
"Buffy?" fragte sie mit hocgezogenen Brauen. "Die Welt wird beschützt von einem Mädchen namens Buffy?"
"Tja, nein, nicht mehr, und d-das ist eine andere Geschichte. Aber bitte erlauben sie mir fortzufahren."
"Bitte", erwiderte Becca.
Giles ignorierte den sarkastischen Ton und sprach weiter. "Ein Teil der Aufgabe des Rates der Wächter war es, Mädchen zu suchen und zu finden, die das Potential hatten, als nächste Jägerin auserwählt zu werden – Wenn eine Jägerin stirbt, wird eine andere berufen und erhält übermenschliche Kräfte. Der Wächter hat die Aufgabe, sie zu trainieren und sie für den Fall vorzubereiten, dass sie auserwählt wird."
"Und was ist passiert?" fragte Becca. „Ich nehme an, alle Mädchen mit dem Potential sind jetzt Auserwählte."
"Sehr gut", lächelte Giles. „Es war notwendig für uns, alle Mädchen zu Jägerinnen zu machen, um die Welt vor einem grossen Bösen zu bewahren. Einem Bösen, das übrigens den Rat der Wächter zerstörte, mit Ausnahme einiger weniger Wächter, die auf der ganzen Welt verstreut waren."
"Und sie gehören zu diesem Rat der Wächter?"
Giles nickte. "Nachdem wir die Welt gerettet haben, kamen meine Kollegen und ich nach Cleveland. Unsere neue Mission ist es, die neuerwählten Jägerinnen zu finden, zu trainieren und zu beschützen, bsi sie in die Welt hinausgehen und das Böse bekämpfen können, wo auch immer es existiert – normalerweise grössere Städte, da Vampire Menschen brauchen, um überleben zu können."
Becca lehnte sich zurück und starrte ihn einen Moment an. "Okay, warum Cleveland? Wieso keine grössere Stadt, zum Beispiel Los Angeles oder New York?"
"LA wird bereits von unseren Partnern dort bearbeitet", antwortete Giles. „Aber Cleveland befindet sich direkt auf einem Höllenschlund – ei-einem mystischen Sammelpunkt, der die bösen Dinge anzuziehen scheint. Es gibt noch andere Solche Gegenden auf der Welt, aber bis vor kurzem war der Höllenschlund in Cleveland realtiv ruhig. Es sind hier schon immer merkwürdige Dinge geschehen, nach dem, was ich gelesen habe, aber nun scheinen die Dinge... wie soll ich es sagen... sich zu häufen."
"Das hab ich bemerkt", sagte Becca. „Aber wieso jetzt?"
"Wir glauben, mit der Schliessung des Höllenschlunds in Sunnydale, Kalifornien hat sich das Energiegleichgewicht zum nächsten Höllenschlund verschoben", erklärte Giles.
"Sunnydale?" fragte Becca. „Das ist die Stadt, die bei dem Erdbeben untergegangen ist..." Becca stoppte, als sie den Ausdruck in Giles’ Gesicht sah. „Das war kein Erdbeben, stimmt’s? Das waren sie?"
"Und meine Kollegen", gab er mit einem Nicken zu.
"Also bekämpfen sie Dämonen und trainieren Mädchen und lesen antike Bücher und leben ein gefährliches Leben?"
"D-das kommt in etwa hin", sagte er mit einem zurückhaltenden Grinsen, aber dann wurde sein Blick erneut ernst. „Es tut mir wirklich leid, dass sie verletzt wurden, Becca", sprach er. „Es ist wahr, dass ich sie nie diesem Risiko ausgesetzt hätte, wäre ich nicht durch ihre Tür gekommen. Die Informationen in diesem Buch könnten aber helfen, das Leben eines jungen Mannes zu retten, der von unserem Rat vermisst wird."
Becca seufzte und schaute zur Seite, was Giles dazu zwang, fortzufahren. "Und ich weiss auch, dass sich diese Geschichte völlig erfunden anhört oder doch zumindest wie das Gebrabbel eines Verrückten… Ich könte versuchen, eine Entschuldigung zu erfinden, irgendetwas, das weniger absurd klingt, aber ganz ehrlich, ich sage ihnen die Wahrheit. Ich glaube, soviel schulde ich ihnen, weil ich ihre Gesellschaft an dem anderen Abend sehr genossen habe und sie ungewollt diesem Riskiko ausgesetzt habe. Nach all dem haben sie es verdient, die ganze Geschichte zu erfahren."
Becca stand auf und begann in dem kleinen Raum herumzulaufen.
"Ich weiss nicht, Rupert", sagte sie. „Das ist alles ziemlich viel auf einmal, aber... ich kann nicht erklären, wie dieses Mädchen das Bücherregal hochgehoben hat, und wie ich schon sagte, ich habe in letzter Zeit ein paar ziemlich verrückte Sachen gesehen – Sachen, bei denen mich die Leute für verrückt gehalten haben, als ich ihnen davon erzählt hab. Vielleicht sagen sie ja die Wahrheit oder vielleicht... Oh Gott, vielleicht werde ich wirklich verrückt", endete sie mit einem Seufzer.
"Ich weiss, wie schwer es ist, das alles zu glauben, und ich wäre wahrscheinlich viel beunruhigter, wenn sie es ohne zu fragen schlucken würden", sagte Giles mit einem warmen Lächeln. „Aber wie ich sagte, sie verdienen die Wahrheit. Also. D-danke für den Tee", sagte er und erhob sich von seinem Stuhl. "ich wird mal sehn ob ich Andrew und den Mädchen helfen kann. Je mehr Hände arbeiten, desto schneller können sie ihr Geschäft wieder öffnen."
Ohne noch mehr zu sagen, verliess Giles den Raum, und Becca bedachte ihn mit einem heraufordernden Blick.
Ausblende
Aufblende
Int.
Watcher's Council Lounge – Später Nachmittag
Willow und Rowena sassen über Tonnen von seiten mit Notizen und anderen Informationen, die sie aus den verschiedenen Quellen zusammengesucht hatten. Die Anspannung und die Erschöpfung war beiden Frauen inzwischen deutlich anzusehen. Faith und Robin sassen still auf der Couch, als Giles und Andrew hereinkamen.
"Hey", sagte Willow und blickte von ihren Notizen auf. Sie fuhr sich mit der Hand über ihr Gesicht. „Alles in Ordnung im Buchladen?" fragte sie.
"Andrew muss morgen nochmal hin, um die Regalbretter abzubeizen und zu lackieren, aber ja, alles ist soweit in Ordnung", berichtete Giles.
"Die Mädchen waren toll", sagte Andrew aufgeregt. „Xander wäre so stolz. Diese Marsha kann mit einer Kreissäge umgehen wie mit einem Pflock."
Willow rollte mit den Augen ob seines Enthusiasmus. "Und ihre Freundin?" fragte sie an Giles gewandt.
"Das werden wir noch sehn", sagte Giles. Nach einem kurzen Moment änderte er das Thema. „Irgendwelche Fortschritte mit dem Buch?" fragte er auf den papierbedeckten Tisch deutend.
Willow seufzte. "Wir kommen der Sache näher, aber es ist trotzdem frustrierend", antwortete sie. "Ich meine, vielleicht soll und das ganze ja solange aufhalten, bis es zu spät ist. Ja, sie hatte recht mit dieser Strand-Sache, aber woher wissen wir, dass es wirklich Tara war, die in Kennedys Traum war?"
"Hat sie gestottert?" fragte Faith von der Couch.
"Was?" fragte Willow.
"Tara", sagte Faith unschuldig. "Sie war doch das stotternde blonde Mädchen, das ich das eine Mal getroffen hab, richtig? Frag Kennedy ob sie gestottert hat."
Willow stand langsam von ihrem Stuhl auf und ging hinüber zum Sofa.
"Willow–", begann Giles, stoppte aber als Willow warnend ihre Hand hochhielt.
"Ja, Tara hat gestottert wenn sie nervös war", sagte Willow, und Faith’ Gesicht wurde blass bei Willows düsterem Tonfall. „Und sie war nervös an diesem Abend, weil sie wusste, es war dein widerliches böses Ich in Buffys Körper."
"Gott, reg dich ab, Red", erwiderte Faith udn hob abwehrend ihre Hände. „Ich wollte damit gar nichts sagen. Was zur Hölle ist dein Problem?"
Willow schnaubte sarkastisch. "Sehn wir mal, meine Freundin ist womöglich gelähmt, ich hab seit 2 Tagen kaum gegessen oder geschlafen und ich suche nach etwas, was vielleicht existiert oder auch nicht, um meine Kräfte zurück zu bekommen. Und wie läuft dein Wochenende so, Faith?"
Faith sprang auf, bleibe so dicht wie möglich vor Willow stehen und starrte sie mit wütendem Gesicht an.
"Fangen wir damit an, dass ich eine Jägerin ihrem Vater zurückgeben durfte, in einem Leichensack! Eine meiner besten Freundinnen liegt, wie du erwähnt hast, in einem Bett und wird vielleicht nie mehr in der Lage sein, zu laufen, noch viel weniger zu jagen, und es gibt nicht das geringste was ich tun kann, um deinen kleinen Wunderzauberer zurückzuholen. Also, sag mir, was hälst du davon?"
Willow biss die Zähne zusammen und ballte ihre Fäuste, sagte aber nichts.
"Oh, das ist nicht gut!" jammerte Andrew und wich zurück, bis er mit dem Rücken an der Wand neben Rowenas Stuhl stand. „Dieses ganze Gerede über Tara macht aus Willow wieder diese schwarze Ober-Mamma."
"Wovon redest du eigentlich?" fragte Rowena, während Willow und Faith sich weiter anstarrten.
"Willow", sagte Andrew und zeigte auf die Rothaarige. „Sie ist der Tod. Sie ist die finstere Rache, die die schwachen Herzen böse Menschen fürchten. Sie ist wie Prinzessin Leia, als sie zur dunklen Seite übergewechselt ist in der graphischen Novelle... nicht dem ‚Comicbuch’, sondern der graphischen Novelle... Dark Force Rising." Andrew hob die Hände, um Anführungszeichen in die Luft zu malen.
"Bist du jetzt mal still?" sagte Willow und wandte sich von Faith ab und zu ihm. "Und zu deiner Information, es war nicht Dark Force Rising. Das war eine Timothy-Zahn-Novelle. Dark Empire war ein Comicbuch", sagte Willow und betonte das Wort mit einem verärgerten Grinsen.
"Ah ah!" forderte sie Andrew heraus.
"Nah ah", warf Willow übertrieben kindlich zurück. „Und wo wir schon mal dabei sind, es war nicht Leia, die übergewechselt ist, es war Luke. Leia war die, die ihn gerettet hat." Willow schüttelte den Kopf und fügte murmelnd hinzu. „Ich kann nicht glauben, dass ich mich wegen sowas streite."
"Könnte ihr beide jetzt mal still sein?!" sagte Giles und fuhr sich mit den Fingern durch’s Haar.
Willow seufzte und wurde rot, beschämt, bei einer Diskussion mit Andrew ertappt worden sein.
"Also, Willow, du weisst, Faith hat nicht gemeint, was sie gesagt hat, also red dich nicht über Kleinigkeiten auf", fuhr Giles fort. „Und, Andrew, bitte verzichte darauf, deine unbegründeten Ängste auszudrücken, Willow könnte sich dunkler Mächte bedienen und die Menscheit zerstören." Giles grinste spielerisch und wandte sich zu Willow. „Aber für den Fall, dass du es doch tust, fang bitte mit Andrew an."
Willow schenkte ihm einen ungläubigen Blick und dann, zum ersten Mal an diesem Tag, zeigte sich ein breites Lächeln in ihrem Gesicht. "Okay, ich verspreche es", sagte sie und drückte kurz Andrews Arm, um zu zeigen, dass sie es nicht so meinte. „Entschuldige, Faith", sagte sie und drehte sich zu der Jägerin um. "Ich weiss, du wolltest mich nicht beleidigen."
"Schon okay, Will", erwiderte Faith. „Wir stehen alle unter Druck."
Willow nickte. Sie wollte gerade weitersprechen, als sich Rowena plötzlich zu Wort meldete.
"Oh!" rief die blonde Wächterin aus. Sie winkte energisch mit den Händen, um die Aufmerksamkeit der andern auf sich zu lenken, blickte aber weiterhin in das Buch vor sich. "Ich glaube, ich habe den Gegenzauber gefunden!"
Ausblende
Dark Force Rising
Akt Vier
Aufblende:
Int.
Präsidium Versteck Maschinenraum - Abenddämmerung
Bonnie führte die vier Vampire in den Raum mit der Maschine, wo der Ingenieur und zwei seiner Diener warteten. Die Neuankömmlinge sahen zu, wie die Maschine langsam zum Stehen kam. Ein fauliger Gestank ging plötzlich von ihr aus, der sogar die Vampire zusammenzucken liess. Bonnies Gesicht blieb ohne jede Regung, als die Diener Jeffrey aus seinen Fesseln befreiten und bewusstlos zu Boden fallen liessen.
"Nehmt ihn–", begann Bonnie, stoppte aber, als sich Gretz’ Gesicht in seine vampirische Form wandelte. Mit einem Grinsen ging er zu dem liegenden Jungen und hob ihn am Kragen an, seine Fangzähne glitzerten im trüben Licht der Maschine. Der Ingenieur gab ein Zeichen, und bevor Gretz seine Zähne in Jeffreys Hals schlagen konnte, packte ihn einer der Diener an der Kehle und hob ihn mit einem Arm weg von dem Jungen.
"Gah!" schrie Gretz, als die Klauen des Dieners sich zusammenpressten, die Beine des Vampirs schaukelten hilflos in der Luft. Mit einem widerlichen Knacken wurde Gretz’ Kopf von seinem Körper getrennt, und der Diener liess beides neben dem reglosen Jeffrey zu Boden fallen, wo im nächsten Augenblick nur noch ein Häufchen Staub zu sehen war.
Bonnie wandte sich zu den verbliebenen Vampiren, die am liebsten sofort aus der Höhle verschwunden wären.
"Wie ich bereits sagte, bevor ich so unhöflich unterbrochen wurde, nehmt ihn und ladet ihn irgendwo ab, aber lasst ihn am Leben", befahl sie. „Dann kümmert euch um die Ladeninhaberin, so wie ihr es letzte Nacht tun solltet. Keine Fehler dieses Mal oder ihr gesellt euch zu eurem Bruder. Verstanden?"
Die Vampire nickten und zwei von ihnen hoben Jeffrey unter ihre Arme und trugen ihn aus dem Raum.
Der Ingenieur drehte sich zu Bonnie um, sein Gesicht unbewegt wie immer.
"Mein Lord?" sagte Bonnie und senkte den Kopf. „Der Test war erfolgreich?"
"Die Tore werden sich öffnen", erwiderte der Ingenieur und seine Stimme dröhnte tief aus seiner Brust.
Bonnie verbeugte sich erneut, ebenso wie die beiden anderen Diener.
Umschnitt zu:
Int.
Watcher's Council – Willows Hexenzirkel-Raum
Rowena sass mit verschränkten Beinen gegenüber von Willow auf dem Boden, die Karte von Cleveland ruhte zwischen ihnen.
"Bist du sicher, dass es funktioniert, Willow?" fragte Giles, während er aufgeregt vor dem Arbeitstisch auf und ab ging.
"Der Gegenzauber hat funktioniert, Giles", sagte Willow und konzentrierte sich auf das Mischen der Kräuter. "Ich kann es fühlen." Sie schloss ihre Augen für einen Moment und streute dann die Kräuter über die Karte.
"Zeige mir Jeffrey Lindquist", sprach sie. Augenblicklich erschien ein helles Licht auf der Karte.
"Da!" sagte Rowena und zeigte darauf.
"Warte", sagte Willow und hob eine Hand.
"Was ist los?" fragte Giles und kam zu ihnen herüber.
"Das Licht – es bewegt sich", erwiderte sie ein wenig verwundert, bevor sie begriff, was das bedeutete. „Er wird transportiert", sagte Willow.
"Richtig", nickte Rowena und öffnete ihr Handy. Schnell drückte sie auf Schnellwahl und wartete einen Moment, bevor sie sagte, "Vi? Ich bin’s, Ro. Geht zu Euclid und Superior. Lasst das Handy an. Wir geben euch die Richtungsänderungen durch. Und seid vorsichtig, du und Rona."
Willow sah den umherlaufenden Wächter an. "Giles, sie machen mich nervös", sagte sie.
Giles seufzte. "Tut mir leid", entgegnete er. "Ich… ich wünschte nur, sie würde mein Angebot annehmen, sie zu beschützen, zumindest für den Moment."
"Wollen sie trotzdem eine Jägerin hinschicken?" fragte Willow. "Faith vielleicht?"
"Nein." Giles schüttelte den Kopf. "Nein, sie vertraut uns sowieso nicht besonders, und ich will sie nicht beunruhigen, weil eine Fremde auf ihrer Türschwelle campiert."
"Dann gehn sie. Sie kennt sie", erwiderte Willow.
"Ja, der Psychopath, der denkt, er ist ein Monsterjäger, der jetzt sie verfolgt", murmelte Giles. „Das wird bestimmt helfen."
Willow grinste den Wächter an. "Also, wir beide wissen doch, dass sie gehen, also tun sie’s einfach und bringen sie’s hinter sich", neckte sie ihn.
Giles versuchte so empört wie möglich zu schauen, hielt es aber nicht lange durch und begann vorsichtig zu grinsen. „Oh, verdammt nochmal", seufzte er, während er seinen Mantel schnappte und zum Ausgang lief.
Rowena blickte von der Karte auf. "Was ist los mit Giles?" fragte sie. „So hab ich ihn ja noch nie erlebt."
"Ich schon." Willow lächelte.
"Wann?"
"Als er verliebt war", antwortete sie und Rowena musste ebenfalls lächeln, bevor sie sich wieder der Landkarte zuwandte.
Umschnitt zu:
Ext.
F&H Müllhalde – Am Abend
Der Vampir brach das Schloss an der Tür auf, die zur Müllhalde führte. Er hielt sie offen, während die andern Vampire Jeffrey herein zogen. Sie bewegten sich schnell zwischen den vielen Bergen Abfall hindurch und liessen den Körper dann hinter einem grossen Stapel Metallcontainer zu Boden fallen. Gleich darauf liess der Lärm von quietschenden Bremsen und das Schlagen von Autotüren die drei Vampire erschrocken aufblicken.
"Jägerinnen!" zischte einer von ihnen.
"Kommt mit! Ein Stopp noch und wir sind fertig für heut Nacht", erwiderte der andere.
Die Vampire rannten los und liessen Jeffrey achtlos zurück, wähernd sie über einen Zaun sprangen und entkamen.
Eine Minute später kamen Rona und Vi um die Ecke und sahen den Körper am Boden liegen. Rona gab Vi ihren Pflock und beugte sich hinunter um den Puls zu fühlen.
"Er lebt", sagte sie und legte sich den Jungen mit Leichtigkeit über ihre Schulter. Während sie zum Wagen zurück liefen, telefonierte Vi mit dem Rat. Sie sah frustriert zurück zu dem Zaun, wissend dass sie die Vampire nicht verfolgen konnten, die in diese Richtung verschwunden waren.
"Sagt dem Doc Bescheid", warnte Vi, als sie ins Handy sprach. „HP lebt, ist aber in schlechter Verfassung, Ro. Wir sind in zehn Minuten da."
Umschnitt zu
Int.
Becca's Books – Früher Abend
Becca beugte sich gerade hinunter, um nach dem Kassenbuch hinter dem Ladentisch zu greifen, als die Vordertür krachend aufgestossen wurde. Ihr Kopf fuhr nach oben und ihre Augen weiteten sich vor Angst, als drei der Angreifer vom vergangenen Abend den Laden betraten. Sie drehte sich um und rannte zum Hinterzimmer.
"Da ist sie!" brüllte einer der Vampire. „Holt sie euch!"
Becca hatte gerade die Tür zum Hinterzimmer erreicht, als der führende Vampir sie am Arm packte und herumwirbelte. Die anderen beiden Vampire hielten sie fest, während das Gesicht des dritten seine dämonische Form annahm.
Schiere Panik zeichnete sich auf Beccas Gesicht ab. „Was zur Hölle?" stiess sie hervor.
"Gretz hatte Angst, dich zu fressen, aber wir haben die Erlaubnis", sprach der Vampir. „Und ich denke, es könnte gerade für uns alle reichen."
Becca schrie, als er sich zu ihrem Hals hinunter beugte, aber plötzlich erstarrte er. Er löste sich von ihr, gerade als sich sein Körper in Staub auflöste. Und vor ihr stand Rupert Giles.
"Nicht zu spät, hoffe ich?" fragte der Wächter, während die beiden andern Vampire Becca losliessen.
Giles duckte sich vor den heranstürmenden Vampiren und schlitterte über einen Lesetisch. Nebenbei griff er sich ein grosses Buch und rammte es dem ersten Vampir ins Gesicht. Der untote Dämon heulte frustriert auf, packte den Wächter mit beiden Händen, hob ihn hoch und schleuderte ihn über den Ladentisch. Becca rannte zu ihm und kniete sich neben ihn, um zu sehen wie es ihm ging.
Giles schüttelte den Kopf um wieder klar sehen zu können und blickte zu becca auf. Er legte einen Finger auf seine Lippen und zog mit der anderen Hand das Kabel der Registrierkasse aus der Steckdose, wobei er Becca wissend ansah. Sie nickte und als sie ein leises Geräusch hörte, hob sie plötzlich die schwere Maschine über ihren Kopf, während sie aufstand. Ein Vampir versuchte gerade über den Ladentisch zu klettern, als sie das Gerät auf seinen Kopf fallen liess. Giles kam einen Moment später hervor und rammte seinen Pflock in den Rücken des benommenen Vampirs.
Der letzte Vampir sah die beiden an und begann langsam zurückzuweichen. Giles sprang über den Tisch, den Pflock in der Hand, und um sicherzugehen, nicht das dritte Opfer zu werden, ergriff der Vampir die Flucht. Bevor er die offene Tür erreicht hatte, warf Giles den Pflock mit tödlicher Präzision in seinen Rücken. Der Dämon stoppte in der Bewegung, bevor er explodierte.
"Sind sie okay?" fragte Giles Becca. Während sie sich im Laden umschaute und die neuerliche Verwüstung betrachtete, versuchte er, ihren Hals nach Verletzungen abzusuchen. Als er keine sichtbaren erkennen konnte, begann er seine durcheinander gerüttelte Kleidung zu richten.
Sie nickte nur und drehte sich dann abrupt zu Giles um. „Die Bar!" rief sie laut, schnippte mit den Fingern und zeigte auf ihn.
Giles blickte vom Entstauben seiner Hose auf und fragte, "Wie bitte?"
"Jimmy's", antwortete sie. "Vor ein paar Wochen. Wir hatten einen Gig und da gab es einen Kampf. Ich hab einem Typ meine Gitarre über den Kopf gehauen... einem von diesen Faltengesichtern."
"Das war ein Vampir", sagte Giles. Und ja, wir waren da. I-ich schätze, dort habe ich sie zuerst gesehen. Sie waren die Sängerin?"
Becca nickte. "Ich hab noch immer nicht die Axt ersetzt, die ich an dem Abend verloren hab."
"Oh", erwiderte Giles. „Nun, da sie sie verloren haben, während sie mir das Leben retteten, sollte ich sie vielleicht für sie ersetzen? Erscheint mir nur fair."
"Vampire", sagte sie und schüttelte den Kopf. „Ich konnte nicht glauben, was ich an dem Abend gesehen habe, und als ich der Band davon erzählt hab, sagten sie, ich wäre verrückt, aber jetzt... Sie hatten recht, sie existieren wirklich."
"Das tun sie", stimmte Giles zu.
"Und diese Ganze Geschichte von wegen Gut gegen Böse ist…"
"Ebenfalls war", endete Giles. Eine kurze Stille folgte, bevor Giles wieder sprach, „Es tut mir leid, dass ich das ganze Chaos in ihren Laden gebracht habe. Merkwürdiger weise weiss ich genau, wie sich das anfühlt."
Becca zuckte mit den Schultern und Giles griff in seine Hosentasche.
"Hier ist meine Karte", sagt er, als er sie ihr reichte. "Ich werd dafür sorgen, dass die Jägerinnen diese Strasse regelmässig in ihre Patrouille aufnehmen, aber ich nehme an, diese Leute werden es nicht wagen, noch einmal so hier reinzuplatzen. Gerüchte verbreiten sich schnell in der Dämonenwelt", sagte er mit einem leichten grinsen. „Sobald andere hören, dass Jägerinnen in der Nähe sind, kommen sie nicht zurück. Aber falls sie noch einmal Probleme haben sollten, rufen sie uns an. Einer der Vorteile unsere Mädchen ist Schnelligkeit. Sie können einen Moment später hier sein." Giles ging zur Tür, blieb dann aber stehen und drehte sich um. „In… in der Zwischenzeit, das verspreche ich, werde ich sie nicht mehr stören."
Etwas enttäuscht drehte er sich wieder um und begab sich zur Tür, aber ihre Stimme stoppte ihn.
"Rupert?"
"Ja?" fragte er, während er sich ihr zuwandte.
"Ähm, was machen sie morgen?" fragte sie.
Giles bemerkte das leichte Grinsen auf ihrem Gesicht und antwortete ebenso. „Oh, vermutlich nach Wegen suchen, um Dämonen zu töten, nehem ich an", entgegnete er. „Das ist unser Job."
"Tja, aber danach hätten sie doch sicher nichts gegen ein Abendessen?" fragte sie. Giles starrte sie geschockt an und Becca fuhr fort. "Was?" sagte sie mit einem Lachen. "Statistisch gesehen hat eine Frau meines Alters eine bessere Chance, vom Blitz getroffen zu werden, als einen Mann zu finden. Also sollte man besser keinen brauchbaren Mann abweisen, der gewillt ist, sein Leben für eine Fremde zu riskieren."
"Sie meinen, eine wunderschöne Fremde", sagte er mit einem schüchternen Lächeln. „Ähm, ich könnte sie nach Hause bringen? Damit sie auch sicher dort ankommen u-und für unterwegs hätte ich noch ein paar nützliche Tips für den Kampof gegen Dämonen?"
"Gute Idee", stimmte sie zu und schaltete das Licht im Laden aus. „Wenn ich schon auf einem... wie haben sie es genannt... einem Höllenschlund leben muss... sollte ich wenigstens wissen, wie ich mich schützen kann."
Beide verliessen den Laden zusammen und beide mit dem gleichen Lächeln im Gesicht.
"So, sie spielen also auch Gitarre…?" fragte Giles mit Ehrfurcht in seiner Stimme.
Becca nickte enthusiastisch, während sie die Tür verschloss. Dann wanderten beide die Strasse hinunter.
Ausblende
Aufblende
Int.
Watcher's Council Krankenstation – Am späten Abend
Lily Lindquist strich das Haar auf der Stirn ihres schlafenden Sohnes glatt und blickte auf, als Willow ihren Kopf ins Zimmer steckte. Willow winkte ihr zu und sie warf einen letzten Blick auf Jeffrey, bevor sie in Richtung Flur ging.
Willow schloss die Tür hinter der anderen Frau und versicherte ihr, "Er schläft nur."
Lily nickte, "Ich weiss, aber es geht ihm nicht gut, Willow."
"Physisch geht es ihm gut, Lily", sagte Willow. "Der Arzt hat ihn untersucht und abgesehen von den Auswirkungen des Stresses und der Erschöpfung ist er okay."
"Und sonst?" forderte Lily. „All das Gerde über irgendeine Foltermaschine. Was hat das zu bedeuten?"
Willow seufzte nervös. "Beinahe jedes Fünkchen Magie wurde aus seinem Körper gesogen", antwortete sie. „Wie er es geschafft hat zu überleben, ist mir ein Rätsel. Normalerweise… also normalerweise bleibt von einem Körper nicht viel übrig, wenn soetwas passiert, aber irgendwie... Er hat das Zeug zu einem mächtigen Hexer, Lily."
"Also sind seine magischen Fähigkeiten verschwunden? Aber du sagtest-"
"Nein." Willow schüttelte den Kopf. "Nur ausgesaugt. Er bekommt sie wieder zurück. Es ist, als würde man eine Batterie wiederaufladen. Er wird die Energie der Erde entziehen und bald schon ist er wieder normal. Und wer weiss, nach dieser Prüfung ist er womöglich sogar stärker, aber wir werden sehn."
"Willow", begann Lily, usicher ob sie fortfahren sollte. Sie atmete tief durch und räusperte sich laut. „Ich… ich werde Jeffrey nehmen und den Rat verlassen, denke ich."
"Was?" rief Willow, legte ihre Hand auf den Arm der Frau und senkte schnell ihre Stimme. "Lily, das dürfen sie nicht."
"Ich muss es tun, Willow", erwiderte die erschöpfte Mutter. "Ich kann ihm das nicht noch einmal antun."
"Lily, Jeff ist sicher bei uns. Ich weiss, nach all dem ist das schwer zu glauben. Er muss trainiert werden. Er ist ein wissbegieriger und kluger junger Mann", erklärte Willow.
"Einer, den ich gern zu einem alten Mann heranwachsen sehen möchte", konterte Lily.
"Lily", sagte Willow, bevor sie stoppte und nach einem Anfang suchte. „Wissbegierig und klug sind wundervolle Eigenschaften, aber wenn man sie nicht unter Kontrolle hält, könnte es sehr böse enden für Jeff, mit einem grossen B."
"Nach allem was er durchgemacht hat, wie kommen sie darauf?"
"Als ich in seinem Alter war, war Magie mein Hobby und ich hatte niemanden, der sie mich gelehrt hat. Giles hat mich natürlich vor den gefahren gewarnt, aber... Ich mach ihm keine Vorwürfe, okay, aber wenn ich etwas mehr Führung anstelle von Lektionen gehabt hätte, wäre es anders gekommen, denke ich. Genau wie Jeff wollte ich auf jeden fall die Magie erlernen, also hab ich es auf die falsche Art versucht und als Resultat hätte ich beinahe die Welt zerstört. Ich möchte nicht, dass dasselbe mit Jeff geschieht. Er hat das Potential, eine mächtige Quelle des Guten zu werden, und ich würde es hassen zu sehen, wie das zerstört wird, weil niemand auf ihn aufpasst."
"Aber es ist so gefährlich, Willow", sagte Lily mit einem leisen Schluchzen. „Ich meine, ich dachte, hier im Rat wäre es sicher, aber dieser Dämon ist einfach hereinspaziert und hat ihn mitgenommen."
"Ich weiss", sagte Willow. Aber überlegen sie, was ohne die Hilfe des Rates wäre, wenn sie und Jeff allein wären. Sie könnten jetzt gehen, aber ich kann nicht versprechen, dass sie es nicht ein zweites Mal versuchen. Und wenn das passiert… Hören sie, ich weiss, wir waren vielleicht nicht gut vorbereitet, aber nach allem was ich von Rowena gehört habe, sind schon viele Menschen einem Vutch-Dämon begegnet, aber nur wenige konnten davon berichten. Also bitte, Lily, bleiben sie. Nicht nur für Jeff, sondern auch für sich selbst. Sie wissen genug über das, was wir hier tun, um zu erkennen, dass kein Ort auf der Welt wirklich sicher ist, auch wenn diese neue Gefahr in Cleveland aufgetaucht ist. Hier können sie beide zumindest einen Unterschied machen. U-und ist es nicht das, was er wollte? Was er in sein Tagebuch geschrieben hat?"
Lily nickte. "Ich werde darüber nachdenken, Willow. Aber ich werde auch mit Jeff darüber sprechen. Wenn er gehen möchte, dann gehen wir auf jeden Fall. Und danke, dass du hergekommen bis, um nach ich zu sehen. Das bedeutet mir sehr viel. Ich werd jetzt…"
Lily zeigte zum Schlafzimmer und Willow lächelte sanft, als sie sich umdrehte und das Zimmer ihres Sohns betrat. Einen Moment später ging die Rothaarige und begab sich den Flur hinunter zu einer anderen Tür.
"Hey!" rief sie überrascht, als sie aufblickte und ihre Freundin auf dem Bett sitzen sah, während ihre Beine über der Bettkante baumelten. „Du sitzt ja!"
"Ja", lächelte Kennedy und zog Willow in ihre warme Umarmung, als diese näher kam.
"Dank der Göttin für die Heilkräfte der Jägerinnen", sagte Willow und küsste ihre Geliebte auf die Lippen.
"Jeff okay?" fragte Kennedy. "Der Doc sagt, er erholt sich wieder."
"Er wird gesund", antwortete Willow. „Auch ohne Jägerinnen-Kräfte, aber ich bin mir nicht so sicher, was die emotionalen Wunden angeht. Ich kann mir nicht mal vorstellen, was sie ihm angetan haben und warum. Giles sagte, er kennt einen Psychologen, dem wir trauen können, der sich gern mit Jeff über das unterhalten will, was passiert ist. Ich glaube, das ist eine gute Idee."
"Armer Junge", sagte Kennedy.
"Wir Armen", erwiderte Willow. Wir haben alle ein paar harte Schläge einstecken müssen, Ken, und ich fürchte, es wird noch schlimmer werden. Aber in der Zwischenzeit sollten wir uns besser auf die Gegenwart konzentrieren und mit unserer täglichen Routine weitermachen."
"Yep", stimmte Kennedy zu. „Wie wär’s, wenn du mich anziehen lässt und ich mich Faith und den andern bei ihrem letzten Rundgang anschliesse?"
Willow löste sich und sah sie ernst an. "Keine Chance, Süsse", sagte sie. „Du gehst schön zurück ins Bett und schläfst dich richtig aus."
"Okay, aber unter eine Bedingung", lächelte Kennedy.
"Was?"
"Mit dir?" schmunzelte die Brünette. "Schönes grosses Krankenbett, jede Menge Platz."
Willow knieff misstrauisch ihre Augen zusammen. "Okay, aber nichts unartiges. Du wirst gefälligst schlafen, missy."
"Richtig", nickte Kennedy zweifelnd. „Mach das Licht aus."
Willow rollte mit dem Augen, ging aber schnell hinüber um den Lichtschlater zu betätigen.
"Gütiger Gott, ich kann überhaupt nichts sehen."
"Tja, dann red ich einfach mal weiter, damit du dem Klang meiner Stimme folgen kannst. Wie wär das?"
Das Bett gab ein Quietschen von sich, als Willow sich hinlegte. Einen Moment später meldete sich Willow zu Wort.
"Kennedy", sprach sie tadelnd ins Dunkel.
"Was?" antwortete Kennedy betont ahnungslos.
"Das sind die Lippen einer Jägerin auf meiner Haut."
"Mmhm", murmelte Kennedy im Dunkel, während die Matratze leicht quietschte. „Und das sind die Hände einer Jägerin."
"Oh, Göttin, hilf mir. Ich versuche, mich zu beherrschen", seufzte Willow.
Kennedy lachte einfach, während Willow leidenschaftlich stöhnte.
Umschnitt zu
Ext.
Stadtpark – Tag
Kennedy blickte sich um und warf ihre Arme in die Luft.
"Oh Gott, nicht du schon wieder!" sagte sie und drehte sich zu der grwossgewachsene Person um, die auf der Parkbank sass.
"Ich fürchte doch, Süsse." Tara zuckte mitden Schultern. „Hier, setz dich."
Kennedy sah, wie Tara neben sich auf die Bank klopfte, und setzte sich dann ebenfalls mit einem Schulterzucken hin und verschränkte die Arme vor sich. "Und was jetzt? Noch mehr verworrene Nachrichten, bei denen es Tage dauert, sie zu enträtseln?"
"Nein", antwortete Tara. „Ich wollte dir nur für deine Hilfe danken. Dass du mir zugehört hast und nicht deine persönlichen... Abneigungen vor die Sicherheit anderer Menschen gestellt hast. Das zeugt von Charakter, Kennedy."
"Tja ja, das bin ich – jemand mit Charkter", sagte Kennedy, zögernd das Kompliment anzunehmen. "Ich hoffe nur, du machst daraus kein nächtliches Ritual. Ich schlafe nämlich gern mit Willow und nicht mit ihrer toten Ex-Freundin."
"Nein, ich komme nicht zurück, ausser es ist ein wirklicher Notfall", sate Tara und wandte sich dann ganz in Kennedys Richtung. „Willow sorgt sich wirklich um dich, Kennedy."
"Das weiss ich", erwiderte Kennedy schmollend. „Ich liebe sie auch."
"Ich weiss, dass du das tust, und ich möchte, dass du mir etwas versprichst", sagte Tara ernsthaft. „Versprich mir, dass du alles tun wirst, um Willow glücklich zu machen. Okay?"
"Natürlich werd ich das", sagte Kennedy verwirrt, weil sie nicht verstehen konnte, warum Tara das von ihr verlangen würde. „Ich würde alles für Willow tun."
"Selbst wenn es dich selbst unglücklich macht?" fragte Tara mit erhobener Augenbraue.
"Was?" fargte Kennedy noch verwirrter als zuvor. „Geht es hier um die Sache mit Xander? Ich dache eigentlich das hätte ich mehr als klar gemacht, irgendwie. Die Nacht heute hat natürlich auch ein bisschen dabei geholfen", fügte sie mit einem sexy Grinsen hinzu.
Tara antwortete nur mit einem leisen Lachen, bevor sie wieder ernst wurde. "Bitte vergiss nie, dass Willow immer versucht, das zu tun, was am besten ist für die Leute. Und sie wird immer das tun, wovon sie glaubt, dass es am besten für dich ist", fügte sie hinzu und legte eine Hand auf Kennedys Knie.
Kennedy sah sie fragend an. Tut mir leid, Tara, ich spreche kein ‘hexisch’. Ich hab nicht ganz verstanden, was du sagen wolltest."
Tara lächelte. "Vergiss bitte nie dein Versprechen, Süsse."
Tara gab ihr einen leichten Klaps auf das Knie und stand auf. Dann entfernte sie sich allmählich, während Kennedy allein auf der Bank zurückblieb und über ihre Worte nachdachte.
Ausblende
ENDE von Dark Force Rising