Family Ties
Teaser

Story by: CN Winters and Susan Carr

Written by: CN Winters and Susan Carr

Directed by: CN Winters and Susan Carr

Produced by: CN Winters and Susan Carr

Edited by: Kate

Sound Department: Steff

Art Director: Chris Cook

Artists: Chris Cook, David Zahir, Chantal, CN Winters

Aufblende
Int.
Watchers Council – Bibliothek – Nachmittag

Willow und Rowena saßen und arbeiteten an einem großen Tisch unter dem Fenster nach draußen. Die Rolläden waren hinauf gezogen, um das schwache Nachmittags-Licht hereinströmen zu lassen, aber die überhellen Lampen wurden trotzdem gebraucht, um arbeiten zu können. Zwischen den zwei Frauen über den Tisch verstreut lagen etliche Manuskripte, ein Stapel von etwas, das wie antike Schriftrollen aussah, und, als ob es den Kontrast zum Alter der anderen Materialien noch unterstreichen sollte, Willows Laptop.

Die rothaarige Wächterin blickte von ihrer Schriftrolle auf, die sie gerade las, als das Licht vom Fenster noch eine Spur dunkler zu werden schien.

"Der Sturm wird schlimmer", bemerkte sie, an ihre Helferin gewandt, die ebenfalls aus dem Fenster sah.

"Andrew war ziemlich aufgeregt wegen des Wetterbrichts heut Morgen", sagte Rowena. „Gibt nicht viele Blizzards in Südkalifornien, eh?"

"Hey, pass auf", lachte Willow. "Deine Wurzeln kommen durch."

Rowena lachte. "Kann nichts dagegen tun", sagte sie. "Das erinnert mich daran, wie ich damals in Nova Scotia aufgewachsen bin. Und glaub mir… das ist gar nichts verglichem mit einem richtigen nor’easter." Ro wurde still, als beide dem Schnee draußen beim Fallen zusahen.

"Wie alt warst du, als du von zu Hause weg bist?" fragte Willow, wandte sich vom Fenster ab und nahm wieder ihren Stift zur Hand.

"Zwölf", antwortete Rowena.

"Wow", sagte Willow und zog überrascht die Augenbrauen hoch. „Das ist jung."

"Nicht jünger als unsere Junior-Jägerinnen." Sie zuckte mit den Schultern. "Und nur ein paar Jahre jünger als du, als du angefangen hast, die Mächte des Bösen zu bekämpfen."

"Ja, aber ich hatte Hilfe", erwiderte Willow. „Ich wusste nicht, dass die alte Akademie so junge Studenten aufgenommen hat."

"Es war selten, aber es kam vor", gab Rowena zu. „Normalerweise kommen nur Kinder, die von einer langen Linie von Wächtern abstammen so früh an die Akademie."

"Aber nicht in deinem Fall", sagte Willow. "Du sagtest, dein Vater ist ein Fischer."

"Stimmt", antwortete Rowena. „Aber James Tyrell hat ein Interesse für mich entwickelt, als er mich einmal mit einem alten Buch über Folklore in der Stadtbibliothek gesehen hat. Er wollte wegen dem selben Thema nachroschen und war erstaunt, als ihm der Bibliothekar sagte, ich hätte das Buch, nach dem er suchte. Er hat mich den ganzen Nachmitag ausgefragt. Im nächsten Jahr hat er mich für die Akademie empfohlen und ich bekam ein volles Stipendium."

"Nett von ihm", murmelte Willow. "Wenn man bedenkt, dass er dich später umbringen wollte."

Rowena grinste. "Wahr, aber ich glaube nicht, dass James wirklich vorhatte mich umzubringen. Er ist eine andere Generation, eine andere Art Wächter. Sogar anders als Giles, um ehrlich zu sein. Tyrell bestand auf Regeln und Ordnung. Er hat gern gedroht, aber ich bezweifle, dass dazu der Mord an einem anderen Wächter dazugehörte. Sein Sohn ist einfach ein bisschen zu weit gegangen."

"Standet ihr euch nah? Ich meine, du und Tyrell?"

Rowena nickte. "Er war wie ein zweiter Vater für mich – ein kalter, emotionsloser Vater", schnaubte sie. „Aber wenn man so weit von zu Hause weg ist, nimmt man, was man kriegen kann. Außerdem hat mein eigener Vater seine Zeit auch ständig auf dem Meer verbracht, so dass ich ihn kaum gesehen hab, während ich aufwuchs. Es war also schön, einen Vater zu haben, der stolz auf mich war."

"Du musst mir mal erzählen, wie sich das anfühlt", sagte Willow mit einem Grinsen. Rowena sagte nichts, aber sie krümmte fragend ihre Brauen, also fuhr Willow fort. „Ich hab diese nervende Angewohnheit, mein Leben nach meinen eigenen Regeln zu leben, was, glaub es oder nicht, meinem Dad nicht grade gefällt."

"Verstehe. Tja, James, sah es immer als seine Bestimmung an, das Opus Obscurum zu erwerben", erklärte sie. "Als er dachte, ich hätte dabei versagt, es zu finden, war er ziemlich deprimiert."

"Warum hast du es ihm nicht gebracht?" fragte Willow mit einem verwunderten Ausdruck im Gesicht. "Ich meine, du warst doch loyal zu ihm, als du hier angekommen bist, aber nicht genug, um ihm das Buch anzuvertrauen?"

"Nein", erklärte Rowena und seufzte, als dachte sie darüber nach, wie sie es erklären sollte. „Ich glaube, ich war so lange damit beschäftigt, vor den Todesboten zu fliehen, dass ich nicht mehr aufhören konnte fortzulaufen. Die einzige, der ich genug vertraute, um das Buch für mich aufzubewahren, wenn auch nur für eine sehr kurze Zeit, war meine Freundin Althenea in Devon. Und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das eine so gute Idee war."

"Althenea?" Willows Gesicht erstarrte für einen Moment, während Rowenas umso verwirrter wurde. „Hey!" rief Willow plötzlich aus.

"Willow?" fragte Rowena, als die Hexe von ihrem Stuhl sprang und in den vorderen Bereich der Bibliothek rannte. Die Blonde folgte und sah zu, wie Willow einige Schlüssel aus ihrer Tasche zog und einen davon in das Kabinett hinter dem Haupttisch steckte. Nach dem Murmeln einer leisen Beschwörung drehte sie den Schlüssel und das Schloss öffnete sich klickend.

"Was ist los?" fragte Rowena, während Willow den schweren Opus herausholte und durch die Seiten blätterte.

"Ah ha!" rief Willow aus und ließ das Buch offen auf den Tisch fallen. Rowena zuckte zusammen, als sie das Buch fallen sah, und streckte die Hand aus, um es festzuhalten. „Da!" sagte Willow und zeigte auf eine Seite.

Rowena betrachte den uralten Text. "Der Zauber, um die erste Jägerin zu aktivieren", sagte sie. „Das ist die erste Magie, die in den Archiven der Wächter aufgezeichnet wurde."

"Genau!" lachte Willow glücklich. „Ro, wenn du Tyrell dieses Buch gegeben hättest, anstelle von Althenea, wäre keiner von uns jetzt hier!"

"Moment…" Rowena hielt eine Hand hoch. "Du kennst Althenea?"

"Ich hab den Sommer in England verbracht, nachdem Tara gestorben ist", sagte Willow. „Giles hat, mit Hilfe des alten Rates, arrangiert, daß der Devon’er Zirkel mir hilft zu lernen, mit meiner Magie umzugehen. Al war gut zu mir und wir wurden Freunde. Giles erwähnte, dass der Zirkel gelegentlich auch Wächter in Magie ausgebildet hat. Hast du sie deshalb getroffen?"

"Ja", sagte Rowena. „Sie hatte grade ihren ersten Abschluss gemacht. Aber…" Rowena schaute noch immer verwirrt. „Ich kann dir nicht ganz folgen, Willow. Was hat das alles mit dem Buch und dem Zauber zu tun?"

"Letztes Jahr", begann die Hexe zu erklären, "haben Giles und ich den Zirkel um Hilfe gebeten, um die Jägerinnen zu aktivieren. Althenea gab mir diesen Zauberspruch." Willow klopfte mit dem Finger auf die offene Buchseite.

"Aber ich dachte, du hättest das alles allein gemacht?" fragte Rowena.

"Ja und nein. Ich habe den Zauber aus deinem Buch abgewandelt u-und ihn benutzt, um alle Jägerinnen zu aktivieren. Aber wenn du Al nicht das Buch anvertraut hättest, hätte ich auch nicht den ursprünglichen Zauber gehabt. Und mit ziemlicher Sicherheit hätten wir auch nicht Das Erste besiegt."

"Oh, wow", flüsterte Rowena, als begriff sie erst jetzt die Tragweite von Willows Worten.

"Darauf kannst du wetten", sagte Willow lächelnd. „Vetraue deinen Instinkten, Ro. Sie haben bisher gute Arbeit geleistet beim Retten der Welt."

Beide drehten sich um, als sie jemanden herein in die Bibliothek kommen hörten.

"Ich hoffe, ich unterbreche euch nicht bei irgendwas", sagte Tracey.

"Oh, hi Tracey", antwortete Willow, während sie das Buch zurücklegte und den Schrank wieder verschloss. „Was liegt an?"

"Hey Will", erwiderte Tracey. "Ähm, da ist so ein komischer Kerl unten, der nach jemandem namens Rote Hexe sucht? Bist du das?"

"Oh, ja", sagte Willow.

"Dachte ich mir, du bist der einzige Rotschopf hier", antwortete Tracey. „Und Andrew sagte, er studiert Wicca mit dir."

"Yep", sagte Willow. "Danke, Tracey."

"Kein Problem." Tracey verzog das Gesicht. "Ähm, dieser Kerl unten? Ich glaube, er ist auf dem weg zu einer Kostümparty oder sowas. Das blaue Makeup ist ganz klar falsch, aber die Hörner sehen echt aus."

Rowena grinste. "Brell."

"Ah, ja", sagte Willow verlegen. „Yep, das ist Brell… er, ähm, er geht manchmal gern zu Sci-Fi-Treffen mit Andrew. Wahrscheinlich ist er grad auf dem weg zu einem. Könntest du ihn bitte hier hoch bringen?"

"Ah hah." Tracey nickte nicht wirklich überzeugt und verließ den Raum. Willow sah Rowena an, rollte mit den Augen und schüttelte den Kopf.

"Okay, nicht die beste Erklärung, aber es war alles, was mir in der kurzen Zeit eingefallen ist", sagte Willow leise.

Rowena lehnte sich hinüber und flüsterte in Willows Ohr. "Früher oder später werden wir ihr die Wahrheit sagen müssen", murmelte sie.

"Schhh", erwiderte Willow mit einem Finger über den Lippen. „Ja, vielleicht, aber heute ist nicht der Tag."

Umschnitt zu:
Int.
Watchers Council – Bibliothek – Momente später

Tracey zeigte in den Raum hinein zu Willow und Rowena. Brell nickte ihr respektvoll zu, bevor sie wieder nach unten verschwand. Brell ging hinein und schloss die Tür, während Willow und Rowena aufstanden, um ihn zu begrüßen.

 

"Rote Hexe!" sagte er, nahm Willows Hand und küsste sie freundlich. Dann wandte er sich an Rowena. "Hübsche Wächterin", begrüßte er sie und wiederholte seine Aktion. "Brell so froh euch beide zu sehen, aber…" Er schaute nervös.

"Aber…?" forderte Willow. "Gibt es Ärger, Brell?"

Brell nickte. "Brells Bruder und Frau und Kinder sind gerade von zu Hause angekommen. Sie sind auf der Flucht."

"Auf der Flucht vor wem?" fragte Willow.

"Brells Bruder nicht sicher", erwiderte Brell. „Er sagen, Eindringlinge sind in meine Heimatwelt gekommen und haben sie in diese Welt vertrieben. Er sagen, dass Eindringlinge nicht wollen so viele von unserer Art, aber er fürchten, sie jagen die Flüchtlinge, um sie als Sklaven zu halten."

"Eindringlinge?" überlegte Rowena. "Du bist nicht von dieser Welt, Brell?"

"Nein." Der Dämon schüttelte den Kopf. „Brell kam hierher vor vielen Jahren mit Clement. Wir jung waren, wir wuchen nach Abenteuern. Wir nicht wissen, diese Welt nicht freundlich zu uns, aber wir es mögen hier. Clement dann bringt seine Cousine. Brell mag Cousine und wir uns niederlassen; Kinder haben. Jetzt ist der Ort nicht so sicher für uns, aber besser als Brells Welt. Bruder kommt hier und sucht nach Hilfe. Brell kann helfen, aber braucht die Wächter sofort."

"Natürlich, wenn wir können. Was brauchst du?" fragte Willow.

"Brell will Bruder und Familie an sicheren Ort bringen, weg vom Höllenschlund. Aber wir haben schlimmen Sturm. Nicht gut für Reisen mit kleinen Kindern. Nicht sicher bei Brell bleiben bis Sturm vorbei ist. Brell fragt, ob Bruder und Familie bei Wächtern bleiben können, wo es sicher ist?"

"Du willst, dass deine Verandten hier bleiben, bis der Sturm nachlässt?" fragte Rowena um sicher zu gehen und Brell nickte enthusiastisch.

Willow nickte. "Natürlich, Brell", sagte sie. "Sie können hier bleiben. Du hast uns geholfen und wir erwidern den Gefallen gern."

"Vielen Dank!" sagte Brell und schüttelte glücklich Willows Hand.

"Gern geschehen." Willow lächelte. "Und, Brell? Denkst du, dein Brüder könnte uns ein Paar Fragen beantworten über diese ‚Eindringlinge’?"

Brell nickte nachdenklich. "Gute Idee", sagte er. "Wächter müssen wissen." Er zeigte auf das kleine Wappen des Rates, das an der gegenüberliegenden Wand hing. „Brell komm später zurück mit Bruder und Familie. Vielen Dank!"

Während Brell ging, um in den tosenden Sturm zurückzukehren, sah Rowena Willow an. „Denkst du auch, was ich denke?"

"Dass das irgendwas mit dem Präsidium zu tun hat?" fragte Willow rhetorisch. Rowena nickte nur. „Kann nichts schaden, es sich mal anzusehen", fügte Willow hinzu. „Wir erzählen es besser Giles."

Sie wollten gerade gehen, als das Telefon auf dem Tisch anfing zu klingeln.

"Warte", sagte sie zu Rowena und nahm den Hörer ab. „Rat der Wächter. Rosenberg am Apparat." Willows Gesicht verriet ihre Überraschung. "Oh, Mom! Hi. Wie geht’s dir? Wie geht’s Dad?" Rowena drehte sich um, um Willow etwas Privatsphäre zu geben, als Willows Stimme plötzlich beinahe panisch klang. "Was?"

Rowena stoppte und drehte sich wieder um, während Kennedy das Zimmer betrat.

"Nein, natürlich nicht. Ich würde euch auch gern sehen. Wann, denkst du, seid ihr hier?… Was?"

Kennedy nickte in Willows Richtung. "Mit wem redet sie?" fragte sie Rowena, alarmiert durch die Aufregung in Willows Stimme.

"Ich bin nicht sicher, ich glaube, ihre Eltern. Sie sagt immer wieder ‚Was!’", antwortete Rowena und betonte das Wort ebenso wie Willow, während sie drängend ihre Hand hob.

Die Wächterin und die Jägerin legten beide ihre Köpfe zur Seite, um das einseitige Gespräch zu belauschen.

Umschnitt zu:
Telefonzelle - Cleveland Hopkins Airport – Zur selben Zeit

"Tut uns leid, dass wir so unangemeldet ankommen", sprach Sheila in den Hörer, "und als sie offiziell alle Flüge gestrichen haben, waren die Hotels alle schon ausgebucht. Und das schlimmste ist, sie haben keine Ahnung, wann wir wieder von hier wegkommen", sagte sie, während sie aus dem Fenster zu einem der Flugzeuge blickte, das durch den Schneesturm kaum noch zu sehen war.

Umschnitt zu:
Watchers Council – Zur selben Zeit

"Tja, Blizzards und Flugzeuge vertragen sich nicht so gut… Ja, natürlich, alle Zimmer sind ausgebucht, die Leute sitzen fest… ähm, okay, ja sicher. Was soll ich denn sagen? Nein", antwortete Willow mit einem Lachen, obwohl ihr Gesicht eine leichte Panik zeigte.

Umschnitt zu:
Telefonzelle – Cleveland Hopkins Airport – Zur selben Zeit

"Also, dein Vater versucht gerade einen Wagen zu mieten", begann Sheila.

Umschnitt zu:
Watchers Council – Zur selben Zeit

"Nein, nein, ich schicke jemanden", erklärte Willow ihr. „Nicht mich, ich bin, weißt du, nicht so scharf darauf, jetzt zu fahren, aber... nein, überhaupt nicht, das wäre toll. Wir können uns unterhalten und ich könnte euch in der Schule rumführen. Okay. Toll… Wir sehn uns."

Willow hängte den Hörer auf und das aufgesetzte Lächeln verschwand augenblicklich aus ihrem Gesicht. „Oh Gott! Meine Eltern kommen!"

Ausblende

Family Ties
Akt 1

Gaststars:
Brad Dourif als Brell, Jordan Baker als Sheila Rosenberg, Sam Waterston als Ira Rosenberg, Thora Birch als Tracey und Nicholas Brendan als Xander Harris.

Aufblende
Ext.
Becca’s Books – Später Nachmittag

Giles stieg vorsichtig die schneedeckte Außentreppe hinauf zu Beccas Appartment über dem Buchladen. Er schaute verwundert, als die Türklingel keinen Laut von sich gab, also pochte er mit lederbehandschuhten Hand gegen die hölzerne Tür. Einen Moment später öffnete eine gut eingepackte, rotwangige Becca und ließ ihn herein.

"Guten Tag", sagte Giles und beugte sich zu ihr für einen vorsichtigen Kuss. „Etwas kühl draußen, meinst du nicht auch?" Er sah sich in der kleinen Küchen um und zitterte. Dann ging er hinüber zu dem Gasofen, dessen Flammen alle in voller Stärke brannten. „Etwas kühl auch hier drin. Becca, was ist los? Hier erfriert man ja. Ist der Strom ausgefallen?"

"Ah hah", nickte Becca und rieb ihre Hände mit den Handschuhen aneinander, um etwas Wärme zu erzeugen. „Die gute alte städtische Stromversorgung... Die Blackouts mitten im Sommer rösten uns und jetzt lassen sie uns mitten im Winter erfrieren. Wunderbarer Service – Ich werd ihnen wohl einen Dankesbrief schreiben müssen."

"Also, du kannst auf keinen Fall hier bleiben", sagte Giles. „Pack eine Tasche und wohn bei mir drüben im Rat. Wir haben Generatoren und eine wundervolle Erfindung genannt Wärme. Ich könnte dir sogar einen gemütlichen Abend vor dem Kamin anbieten, inklusive eines Schlucks Brandy."

"Oh, das ist wirklich großzügig, Rupert, aber das sollte ich nicht", antwortete Becca.

Giles sah sie verwundert an. „Warum nicht? Es macht doch keinen Sinn, hier in diesem kalten Appartment zu bleiben, wo dich nur die Gasflammen aus einem Ofen warm halten. Der Buchladen ist geschlossen und ich bin sicher, es passiert nichts."

"Oh, das ist es nicht", sagte Becca. "Ich… ich fühl mich etwas unwohl, bei dir zu wohnen. Die Dinge zwischen uns sind immer noch neu und..."

"Becca…" protestierte Giles und seine Ohren wurden rot vor Verlegenheit, nicht vor Kälte. „Ich versichere dir, ich werde ein vollkommener Gentleman sein."

"Oh, das weiß ich!" pflichtete ihm Becca schnell bei. „Ich mach mir auch keine Sorgen um sie... sondern um mich." Giles blinzelte verwirrt und Becca redete weiter. „Ich hab die Angwohnheit... mich von meinen Gefühlen leiten zu lassen und ich möchte nichts kaputt machen, weil es zu schnell geht. Mir gefällt, was wir haben, Rupert. Ich möchte, dass wir uns die Zeit lassen, eine solide Grundlage aufzubauen. Verstehst du?"

Das Glühen aus Giles’ Gesicht schien die ganze Küche mehr zu erwärmen, als der Ofen. Er lächelte sie an und zog sie an sich für eine warme Umarmung. „Natürlich versteh ich das", sagte er. „Schließen wir einen Kompromiss. Du kannst im Gästezimmer bleiben, und wenn der Strom wieder da ist... und nur dann... kannst du nach Hause gehen. Einverstanden?"

Becca schmiegte sich in seinen Mantel und atmete seinen warmen, männlichen Duft tief ein. „Okay", sagte sie endlich leise. "Aber versprich mir, dass du aufpasst, dass ich’s mit dem Brandy nicht übertreibe. Mehr als ein Schluck könnte gefährlich sein."

"Ich versprech’s", sagte er ernst, auch wenn ein zufriedenes Lächeln über sein Gesicht huschte. „Und jetzt geh packen, damit wir ins Warme kommen."

Becca drückte ihn noch einmal dankbar und eilte in ihr Schlafzimmer.

Ausblende

Aufblende
Int.
Watchers Council – Küche – Nachmittag

Willow nahm eine weitere Büchse aus dem Kühlschrank und warf sie in den Abfalleimer.

"Willow!" protestierte Andrew und holte die Dose wieder heraus. „Was soll denn das werden?"

"Schinken", sagte sie kurz.

"Das sehe ich. Ich hab ihn gestern im Deli gekauft, und musst du meine Tupperware gleich mit wegwerfen?", sagte er, streckte den Arm um sie herum und stellte die Dose zurück in den Kühlschrank.

"Es ist Schinken!", erwiderte Willow und holte sie wieder heraus.

Andrew ergriff das andere Ende der Plastikdose und ein Tauziehen entbrannte.

"Lass los, Andrew!" warnte Willow.

"Nein!" antwortete er und zog an dem Behältnis, aber die Hexe weigerte sich nachzugeben. „Das ist meine Küche, nicht koscher und all das! Ich geh ja auch nicht in dein Hexenzimmer und misch mich dort ein."

"Eigentlich doch, das tust du!" sagte Willow sarkastisch und zog erneut.

"Naja, sicher, vielleicht, okay, das eine Mal, ja… und darf ich darauf hinweisen, dass alles in einer Katastrophe geendet hat. Und ich hab meine Lektion gelernt. Ich bewahre dich vor einem ähnlichen Schicksal", sagte er und begann wieder an der Dose zu ziehen.

"Wenn du mich retten willst, dann lass das hier verschwinden", forderte Willow, während sie weiterhin zog.

Andrew wollte keinen Zentimeter nachgeben und hielt mit einer Hand fest, während die andere sich am Küchentisch festkrallte, um Willow und die Dose näher zum Kühlschrank zu bewegen. Faith und Rowena betraten die Küchen und sahen sich gegenseitig an, bevor sie sich wieder dem raufenden Paar zuwandten.

"Aber ich hab schon die Küche im Gästezimmer für deine Eltern geräumt", argumentierte Andrew. „Sie müssen eben einfach mit dem Rest von uns Heiden und unserem ungesunden Appetit klarkommen. Ich verspreche, ihnen keinen Schinken oder Wurst zum Frühstück zu servieren, aber ich lasse mir nicht von dir meine Küche umräumen!" Mit einem entschlossenen Ruck entriss er Willow die Dose. Sie wollte gerade wieder auf ihn losgehen, als sie hinter sich eine Stimme hörte.

"Hey!" rief Faith. "Schluss jetzt, bevor sich noch jemand wehtut."

"Und dieser Jemand wirst du sein", zischte Willow drohend in Andrews Richtung. Beschützend legte dieser beide Arme um den Behälter. Willow seufzte und drehte sich zu den zwei Frauen an der Tür um. „Sind sie schon hier?"

"Nein, bleib ruhig", sagte Faith. "Außerdem hat Robin gesagt, er ruft an, kurz bevor sie da sind. Er hat keine Ahnung, wie lange er bis zum Flughafen und zurück braucht bei dem Sturm. Aber er ist ein Junge von der Ostküste mit einem Allradantrieb, was bedeutet, er ist gut ausgerüstet." Faith begann zu grinsen, als ihr Verstand in eine andere Richtung wanderte. "Wo wir grad davon sprechen …"

"Oh, fang bloß nicht damit an", warnte Rowena, bevor Faith noch etwas sagen konnte.

Willow seufzte. "Ich weiß... ich..." Sie drehte sich um und steckte den Kopf wieder in den Kühlschrank. Andrew lauerte beschützend.

"Willow", begann Rowena. "Deine Eltern können nicht so schlimm sein."

"Nun, eigentlich…" sagte Giles, der die letzte Bemerkung gehört hatte, als er und Becca ankamen. „Deine Mutter kann zeimlich einschüchternd sein. Natürlich hab ich die Frau nur dreimal in sieben Jahren getroffen, aber trotzdem... Was liegt an?" fragte Giles Willow.

"Meine Leute sitzen auf dem Flughafen fest. Robin ist auf dem Weg, sie zu holen, damit sie hier bleiben können, bis wieder Flüge gehen."

"Oh", sagte Becca. "Dann solltest du mich vielleicht nach Hause bringen, bevor die Straßen zu sind, Rupert."

"Das tue ich bestimmt nicht", betonte Giles unjd erklärte dann den andern, "Beccas Strom ist ausgefallen. Ihr Appartment hat keine Heizung."

"Oh!" sagte Willow. "Wir haben jede Menge Platz, Becca. Sie können in meinem Bett schlafen... ähm, ich meine, ich schlafe auf der Couch, nicht dass ich damit irgendetewas andeuten wollte... ähm..." Willow wandte sich wieder dem Kühlschrank zu und warf einen weiteren Behälter in den Abfall, den Andrew sofort herausholte.

"Mr. Giles!" jammerte Andrew. "Sagen sie ihr, sie soll aufhören!"

"Ah ha!" sagte Willow und zog eine Schachtel hervor, die sorgfältig im Kühlschrank versteckt war. „Fleischbällchen und Käse – absolut verboten, das weißt du!"

Faith ging zu ihr und nahm die Schachtel aus dem Abfalleimer. „Hey! Da hast du also die guten Sachen versteckt, Andy. Danke, Red!"

Andrew knurrte Faith an, als sie das Gebäck in die Mikrowelle legte. Die Jägerin ignorierte ihn, drückte die Knöpfe an dem Apparat und bemerkte jetzt erst seinen Blick.

"Was?" sagte sie und zuckte mit den Schultern. „Geh doch mehr kaufen, okay?"

"Falls du’s nicht bemerkt haben solltest", begann er. „Da draußen wütet ein Blizzard und es ist schon fast Essenszeit und du wirst dir deinen Appetit ruinieren!"

"Nicht meinen Appetit, Kumpel", grinste Faith. "Jägerin, schon vergessen?" Sie klopfte auf ihren flachen Bauch, während die Mikrowelle piepte. „Okay, fein, hier", sagte sie und reichte ihm eine der heißen Pasteten. Er jonglierte sie in der Hand, während Faith ohne zu zögern in die andere Köstlichkeit hinein biss.

Becca nahm ein Papiertuch und fing Andrews gefüllte Teigtasche, bevor sie auf dem oden landete. Sie wickelte sie in das Papier und reichte sie ihm, bevor sie sich zu Giles umdrehte. „Sind die immer so?" fragte sie.

"Oh, nein", versicherte Giles. "Normalerweise sind sie viel, viel schlimmer."

Willow rollte mit den Augen, und der Ausdruck schierer Panik kehrte in ihr Gesicht zurück, als die Klingel an der Vordertür ertönte. „Oh Gott! Sie sind da!"

"Entspann dich, Red", sagte Faith. "Robin bringt sie durch die Garage rein."

"Oh, richtig." Willow atmete erleichert auf. "Aber wer…?"

"Gehn wir doch nachsehen", sagte Giles und ging voran in Richtung Empfangsbereich.

Umschnitt zu:
Int.
Watchers Council – Empfangsbereich – Momente später

Die Gang aus der Küche wurde von Kennedy, Rona und Vi aus den Jägerinnen-Quartieren empfangen. Kennedy hatte lässig eine Armbrust auf der Schulter liegen, während sie die warm eingemummelte Figur beobachteten, die den Schnee von ihren Stiefeln stampfte. Willow jauchzte überrascht, als die Person endlich den langen Schal abnahm und die Kapuze des Anoraks zurückschlug.

"Xander!" rief sie und rannte hin, um ihren Freund zu umarmen.

"Hey, schöne Frau!" sagte Lady. "Habt ihr Unterschlupf vor dem Sturm?"

"Für dich immer", sagte sie, ließ ihn los und half ihm, den Mantel auszuziehen.

"Danke", anwortete er und wandte sich an Andrew. „Hey Andy, kannst du den Camper von der Straße holen? Ich hab den Schneepflug in die Richtung kommen sehn und wenn er mich erwischt, sitzt ich hier fest bis zum Frühling."

"Du sagst das, als wäre es was schlimmes", lachte Andrew, als er den Schlüsselbund fing, den Xander ihm zuwarf. Er zog schnell seinen Mantel an und lief hinaus in den Sturm.

"Es steht besser keiner auf meinem Platz!" warnte Xander und zwinkerte Giles dabei zu. „Besonders nicht ihr Penis-Ersatz, G-Man."

"Ah, nein, natürlich nicht", erwiderte Giles. "Ich habe meinen eigenen Platz, vielen Dank. Und hör bitte auf, mich so zu nennen."

Xander bemerkte Becca die neben Giles stand. "Sie müssen Becca sein", sagte er und kam näher. Becca hielt ihm ihre Hand entgegen und er schüttelte sie freundlich. „Willow sagte mir, sie sie diejenige, die unseren geliebten Mann in Tweed zum Stottern bringen."

Becca lachte über Giles’ Verlegenheit. „Bitte... nenn mich Becca. Es ist schön, dich zu treffen, Xander. Ich habe viele wunderbare Dinge über dich von Rupert gehört."

Xander riss überrascht die Augen auf. „Giles muss verliebt sein."

Giles’ wurde noch eine Spur röter und er öffnete den Mund, um etwas zu sagen, als erneut die Vordertür aufging und eine Horde von Leuten hereinkam.

"Brell!" rief Willow und wieder zog Panik über ihr Gesicht. „Oh Gott, das hab ich vergessen."

Brells Gesicht spiegelte Willows Panik wieder. „Ist es immer noch okay für Bruder und Familie bei Wächtern zu bleiben?" fragte er.

"Oh!" sagte Willow. "Absolut! Bei all der Aufregung ist es mir nur entfallen. Natürlich ist deine Familie willkommen."

"Vielen dank, Rote Hexe", sagte Brell erleichtert und stellte dann die andern vor. „Bruder Tram, Frau Greet und ihre Kinder Kher und Shaznay. Tram sagen, dass böse Frau immer noch hinter ihnen her ist, aber er wird dir alles sagen, was er weiss."

Willow wollte etwas erwidern, als Faith’ Handy klingelte. "Ja?" sagte Faith. "Okay, macht langsam, ganz langsam." Sie klappte das handy zu. "Das war Robin. Sie sind da."

"Da? Wo?" fragte Willow.

Vi reckte sich, um aus dem fast völlig schneebedeckten Fenster zu schauen. „Ich würde sagen, etwa 40 bis 50…"

"Yard?" kreischte Willow.

"Nein... Fuß."

"Oh Gott! Er sollte doch die Garage benutzen! Warum hat er nicht die Garage benutzt?" Willow packte Faith, die nur mit den Schultern, bevor die Hexe sich an Kennedy wandte und sagte, "Du und Rona – bringt Brell und die andern zu den Jägerinnen-Zimmern."

"Ein ‘Bitte’ wäre nett", merkte Kennedy an und verschränkte die Arme vor der Brust.

Willow sah sie geschockt an, bevor sie abwinkte. "Fein. Bitte bitte, mit Zuckerguss obendrauf. Jetzt los!"

"Klar, kein Problem." Kennedy grinste herausfordernd und drehte sich zu der Dämonen-Familie um. „Kommt, Leute. Wir suchen euch ‚n Platz zum Schlafen. Du kommst auch mit, Brell."

Rona führte die Gruppe an und Kennedy bildete den Schluss, während die Familie zwischen den Jägerinnen lief.

Xander stellte sich neben Rowena. "Was ist los?" fragte er und deutete auf Willow.

"Warte", antwortete sie. „Das wird bestimmt gut."

Kennedy hatte die Gäste grade aus der Lobby geschafft, als Robin und die Rosenbergs von der Straße hereinkamen.

"Willow!" rief Sheila und lief schnell, um ihre Tochter zu umarmen. Ihr Ehemann folgte und ließ Robin mit dem Gepäck allein zurechtkommen. Faith eilte ihm zur Hilfe.

"Hi Mom", sagte Willow, die Umarmung offenbar ebenso unbequem findend wie Sheila. Nach einem kurzen Moment lösten sich beide voneinander. Willow schaute zu ihrem Vater. "Dad", sagte sie kurz.

"Willow", erwiderte er mit einem Nicken und sah sich sogleich in der Lobby um, als inspiziere er das Dekor. Seine Augen verharrten auf dem kunstvollen Wappen über dem Empfangstisch, aber er verzichtete auf einen Kommentar.

"Es ist so schön, dich zu sehen, Schatz", fuhr Sheila fort, als wäre sie an die Gespräche zwischen ihrem Ehemann und ihrer Tochter gewohnt. „Auch wenn es ein bisschen unerwartet ist. Wir dachten nicht, dass unser Zwischenstopp mehr als eine Stunde dauert."

"Ich bin froh, dass wir euch helfen konnten", sagte Willow.

"Also, wo ist Kennedy?" fragte Sheila. „Du hast uns so schnell aus Sunnydale vertrieben vor diesem schrecklichen Erdbeben, dass wir gar keine Chance hatten, sie zu treffen. Ist sie hier?"

"Ähm, ja, sie ist hier", sagte Willow. "Aber, ähm... naja, wir sind nicht mehr zusammen. Wir haben uns getrennt."

Rowena drehte sich zu Xander, als sie das leise Stöhnen von ihm hörte. Der junge Mann starrte seine beste Freundin an. Rowena nahm vorsichtig seinen Arm in ihre Hand. Bei der Berührung drehte er sich zu ihr und sie sagte lautlos, ‘Alles okay’. Er schaute zweifelnd, nickte aber ob der freundlichen Geste.

"Oh, das ist zu schade", bedauerte Sheila. „Von dem, was du uns erzählt hast, schien sie so ein nettes Mädchen zu sein. Genaun wie deine Freundin Bunny... äh, Buffy."

"So", sprach Ira endlich seine ersten Worte. "Du bist also immer noch lesbisch?"

Willow lächelte mühsam und zuckte mit den Schultern. „Ich bin immer noch Willow", sagte sie.

Sheila schaute sich um und bemerkte Xander.

"Xander, wie schön dich zu sehen!", sagte sie. „Willow sagte, du wanderst durch das Land und suchst nach Abenteuern. Ich hab kürzlich einen Bericht gelesen, darin stand, dass mehr und mehr junge Leute das College nach hinten schieben um ein bisschen herumzuwandern... die völlige Umkerhung des Trends, so viel Geld wie möglich zu machen, bevor man dreißig ist. Aber du hattest doch schon eine erfolgreiche Karriere in Sunnydale begonnen, nicht wahr? Bist du auch nach Cleveland gezogen?"

"Genaugenommen bin ich kurz vor ihnen angekommen", antwortete er und gab Sheila einen flüchtigen Kuss auf die Wange, offenbar gewöhnt an ihr Geplapper. „Schön sie zu sehen, Mrs. Rosenberg. Und sie auch, Sir." Er schüttelte Iras Hand.

"Mr. Harris", sagte Ira todernst. "Vielleicht ist es an der Zeit, dass sie sich niederlassen und meine Tochter heiraten, jetzt wo sie wieder single ist."

Xander lachte. "Das ist ein verlockendes Angebot, Mr. Rosenberg, aber ich glaube, Will hat besseren Geschmack, als sich mit mir abzugeben. Außerdem würd ich wirklich gern ein Hetero-Mädchen finden", sagte er, um die Stimmung aufzlockern, versagte aber kläglich.

Ira starrte ihn böse an, aber bevor er noch etwas sagen konnte, durchbrach Robin die Spannung. „Warum sehen sie sich nicht das Gästezimmer an", bot er an. „Sie müssen erschöpft sein, nach dem langen Flug."

"Vielen Dank", erwiderte Ira und folgte Robin und Faith die Treppe hinauf. Sheila zögerte einen Moment.

"Ich komm vorbei und sh nach, ob ihr zurecht kommt, Mom", sagte Willow.

"Vielen Dank, Schatz", antwortete Sheila und senkte dann ihre Stimme. „Müssen wir ihm Trinkgeld geben?" fragte sie und deutete mit dem Kopf in Robins Richtung.

"Mom!" sagte Willow. "Er war Direktor an der Sunnydale High. Er ist ein Geschäftspartner, kein Hotelpage."

"Oh!" sagte Sheila. "Oh, na gut. Wir sehen uns dann, Schatz. Xander, es war schön, sie wiederzusehen. Sie auch, Mr. Giles."

"Mrs. Rosenberg", sagte Giles mit einer halben Vebeugung und alle sahen zu, wie sie die Treppe hinauf ging.

"Oh, das ist der reinste Alptraum", stöhnte Willow und vergrub den Kopf in ihren Händen.

"Schätze, ich bin zur falschen Zeit gekommen", sagte Xander.

"Ich auch", meldete sich Becca.

"Nein!" sagte Willow und sah ihre Freunde an. „Es tut mir leid. Ihr habt einfach keine Ahnung, wie verrückt mich diese Menschen machen!"

"Ich denke, wir haben einen ziemlich guten Einblick erhalten", lachte Rowena.

"Freit much, dass euch meine Qualen amüsieren", schnaubte Willow.

"Ahc, komm schon. Wie schlimm können sie schon sein? Wirklich?" fragte Rowena.

Willow zögerte einen Moment. "Weißt du, vielleicht solltest du sie morgen ein bisschen herumführen und es herausfinden? Giles und ich müssen noch diese Inventarliste durchgehen, also wäre das die perfekte Gelegenheit."

"Okay", stimmte Rowena ohne Zögern zu.

"Gütiger Himmel, nein", sagte Willow und ergiff Rowenas Arm. „Das würde ich meinem schlimmsten Feind nicht antun, und schon gar nicht jemandem, den ich als Freund betrachte und auch gern als solchen behalten würde."

Rowena lachte. "Ehrlich, es macht mir nichts aus. Natürlich fragen sie sich bestimmt, warum ihre eigene Tochter sie nicht herumführt, aber ich nutze wirklich gern die Gelegenheit, sie kennezulernen."

"Bist du sicher?" fragte Willow. Rowena nickte einfach und ganz langsam schenkte Willow ihr ein breites Grinsen.

Andrew kam aus der Garage zurück und reichte Xander die Schlüssel. „Bitte sehr, Xander. Alles erledigt."

"Danke, Andy", antwortete er und steckte die Schlüssel ein. "So... da bei euch offenbar das Haus voll ist, soll ich besser im Wohnwagen schlafen? Naja, das und die Tatsache, dass die Ex meiner besten Freundin versuchen könnte, mich im Schlaf zu töten, wegen einer Trennung, von der ich nie etwas erfahren habe", neckte er spielerisch.

"Tut mir leid, Xander", begann Willow, "Ich wollte dir nichts verheimlichen. Ich wollte nur nicht, dass du dich schuldig fühlst. Es hatte wirklich nichts mit dir zu tun, ehrlich. U-und sobald sich die Dinge hier beruhigt haben, reden wir über alles, ich schwör’s."

"Uuh! Du kannst bei mir wohnen, Xander", bot Andrew schnell an. "Die Couch in meinem Media-Zimmer ist zum Ausziehen und ich hab grad Underworld auf DVD gekriegt, das könnten wir heut Abend ansehn."

Xander lächelte einfach über Andrews Enthusiasmus. "Du führst", sagte er und schnappte sich den Seesack zu seinen Füßen.

"Hast du schon das neue Warlords-Spiel probiert, Battlecry III?" fragte Andrew. „Mein Freund Edgar hat eine gehackte Kopie von seinem Email-Kumpel in Australien. Es soll nicht vor Juni rauskommen und wir können nicht online gegen andere spielen, aber das Spiel ist gut, wenn du lieber das machen möchtest."

"Oh, Andrew", sagte Willow, bevor er sich zu sehr hineinsteigern konnte. „Könntest du mir bei einem Tarnzauber helfen, um Brells Sippschaft vor unwillkommenen Gästen zu schützen?"

"Klar, Willow", sagte Andrew. "Ich glaube, ich hab den Zauber grad letzte Woche in mein Buch der Schatten aufgenommen."

"Okay", erwiderte Willow. "Geh und bereite alles vor und ruf mich, wenn du fertig bist. Und sorg dafür, dass Tracey und meine Eltern nicht in die Nähe der Dämonen kommen."

"Okee dokee!" antwortete er und führte Xander zu seinen Räumen.

Seufzend drehte sich die Hexe wieder den andern zu. „Okay, ich schaff das", murmelte sie zu sich selbst.

"So schlimm ist es nicht", sagte Rowena und legte eine Hand auf Willows Arm.

"Nein, wahrscheinlich ist es schlimmer", entgegnete sie und wandte sich an Giles’ Freundin. „Becca, entschuldige bitte, wir sollten dich jetzt erstmal für die Nacht einrichten."

"Ein Kissen und eine Decke ist eigentlich alles, was ich brauch", erwiderte Becca. „Geh und sieh nach deiner Familie, Schätzchen. In der Zwischenzeit lass ich Rupert den Gastgeber spielen und mir etwas Tee machen." Sie legte ihren Arm um seinen und räusperte sich lautstark, um seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

"Oh, ja, eine Tasse ist schon im Anmarsch", sagte er und begleitete sie.

"Danke", sagte Willow. "Ich werd mal lieber sicher gehen, dass sie Robin wirklich kein Trinkgeld geben."

Sie lachten, als sie die Treppe hinauf lief.

Umschnitt zu:
Int.
Watchers Council - Flur – Momente später

Willow betrat die Suite gerade als der frühere Direktor und die Jägerin kopfschüttelnd wieder gingen. Robin schenkte ihr einen gequälten Blick und als Erwiderung rollte Willow mit den Augen, als sie ihnen begegnete.

"Sie haben doch nicht versucht, Trinkgeld zu geben, oder?" fragte Willow.

"Nein, aber für einen Moment dachte ich, sie erwarten von mir, dass ich ‘Camp Town Ladies’ oder ‘Nobody Knows the Trouble I’ve Seen’ singe."

Willow sah ihn entsetzt an, aber Faith lachte nur und klopfte leicht auf Willows Arm. "Und weißt du was. Ich bin mehr eine Minderheit als du. Ich bin 2% der Bevölkerung."

"Hah?" fragte Willow völlig verwirrt.

"Ja, 10% der Bevölkerung sind homo, aber nur 2% führen eine zwischenrassische Beziehung. Scheinbar bin doch die Rebellin."

"Wir sind Rebellen", korrigierte sie Robin.

"Richtig. Wir sind Rebellen", bemerkte Faith und streckte ihren Daumen in die Höhe.

"Oh, gütiger Gott", seufzte Willow und rieb ihre Schläfen.

"Reg dich ab, Red. Es sind doch nur ein paar Tage, maximal. Du hast schon schlimmeres überlebt, also häng dich rein", erklärte Faith.

Die Jägerin nickte dann den Flur hinunter und nach links. Mit einem tiefen Seufzen zog Willow die Schultern hoch, ging hinüber zur Tür der Gästesuite und klopfte.

"Komm rein", rief ihre Mutter.

Willow öffnete die Tür und trat hinein. "Also, ist alles okay hier drin?" fragte sie.

"Ist dein Zimmer auch so klein?" fragte Ira.

"Oh, Ira", sagte Sheila und winkte ab. „Es ist fein, Willow."

"Naja, das sind eben die Gästezimmer. Wißt ihr, nur ein Platz für ein paar Tage oder so, nicht für einen längeren Aufenthalt."

Ira zuckte mit den Schultern. „Wenn du nur auf ein besseres College gegangen wärst, dann wärst du mehr an schönere Dinge gewöhnt."

"Vielleicht", sagte Willow und versuchte diplomatisch zu bleiben. „Aber ich mag die Dinge, die ich hab."

Ira sah sie einen lange Moment an und begann seine Krawatte zu lösen. "Ich mach mal ein Nickerchen", sagte er und ging in Richtung Schlafzimmer. Nachdem die Tür zu war, trat Sheila näher zu ihrer Tochter.

"Mach dir nichts aus ihm", flüsterte sie. „Seit dieser Filmemeacher ihn angerufen hat wegen der Dokumentation über die Rosenbergs..." Sheila schüttelte den Kopf. „Sagen wir einfach, er war nicht gerade umgänglich in letzter Zeit."

"Wirklich? Ist mir nicht aufgefallen, um, ehrlich zu sein", bemerkte Willow. Sie sah aus, als wollte sie noch mehr sagen, zuckte aber stattdessen nur mit den Schultern.

"Wieso gehen wir nicht in die Küche und ich mach uns etwas Matzoh-Brie. Ich hab Eier im Kühlschrank gefunden und Matzoh im Schrank. Du isst doch immer noch Matzoh-Brie, richtig? Ich meine, es gibt doch keine Hexen-Regel gegen–"

"Nein, Mutter", seufzte Willow. "Das wäre fein", sagte sie und deutete zur Küche.

"So, sag mal, Schatz", begann Sheila, als sie nebeneinander her gingen. „Was tust du eigentlich hier?"

"Ich lehre. Ich helfe Giles, die Schule zu leiten."

"Hmm."

"Hmm was?" fragte Willow verteidigend.

"Oh, nichts", antwortete Sheila, als sie zum Kühlschrank ging. "Dein Vater... er... er glaubt einfach, du hast nicht genug getan, um den Familiennamen wiederherzustellen. Anstatt dich selbst durch deine Errungenschaften zu beweisen, lebst du im Verborgenen."

"Aber ich helfe den Menschen. Ich verändere etwas. Auf meine eigene Art."

"Solange du glücklich bist", erklärte Sheila, ohne sie anzusehen vom Tisch her, wo sie gerade die Eier verrührte.

"Ich bin glücklich", versicherte Willow.

"Aber du musst dich doch nicht entschuldigen, mein Schatz", erwiderte ihre Mutter.

Willow fuhr mit den Fingern durch ihr Haar und seufzte. "Hör zu, Mom, mir gefällt, was ich tue. Mir gefällt, mit wem ich arbeite, und auch wenn du und Dad das nicht sehen, ich helfe der Welt."

"Wie genau?" Sheila stoppte ihre Vorbereitungen und sah Willow aufmerksam an.

"Was?" fraget Willow.

"Wie genau hilfst du der Welt?"

"Ich unterrichte mehr und mehr Leute jeden Tag", erklärte Willow. „Sie nehmen das Wissen, das ich ihnen gebe, u-und machen die Welt zu einem besseren Ort."

"Oh…also sind es in Wirklichkeit also sie, die die Welt ändern, meinst du nicht auch?" Sheila gab die verrührten Eier und die Matzoh-Mischung in die Pfanne und drehte sich dann zu Willow um, die gerade ihre Stirn rieb. „Ich will dir wirklich keine Vorwürfe machen", fügte sie hinzu.

"Fast wär ich drauf reingefallen", murmelte Willow.

"Also, Willow, ich behaupte ja nicht, dass ich alles in deinem Leben verstehe, aber meine Priorität ist dein Glück." Sheila rührte die Eier mit einem Pfannenwender, während sie brieten.

"Ja, ich versteh dich, könnten wir also einfach sagen, ich liebe meinen Job, und weitermachen?"

"Okay, kappiert", sagte Sheila. Sie teilte das Essen in zwei gleichgroße Hälfe. Willow nahm sich einige Gabeln und Gläser und deckte den Tisch. Beide nahmen am Tisch Platz und Willow goss kochendes Wasser über die Teebeutel in den Gläser.

"Also, erzähl mir von Xander", fragte Sheila und streute etwas Zucker über ihre Eier, bevor sie einen Bissen zu sich nahm.

"Was ist mit ihm?"

"Naja, du hast erwähnt, du bist single", erklärte Sheila.

"Oh Himmel", seufzte Willow. "Er ist mein bester Freund, Mutter. Das ist alles."

"Vielleicht jetzt, ja, aber man weiß ja nie …"

Willow stopfte ihren Mund schnell mit Matzoh voll, bevor sie irgendetwas sagen konnte.

Umschnitt zu:
Int.
Kennedys Apartment

Kennedy reinigte gerade ihre Armbrust, als sie ein Klopfen an der Tür hörte. Sie ging hin, öffnete und sah Xander auf der Türschwelle.

"Wir müssen reden", begann er. "Ich weiß von der Trennung–"

"Ja, tja, ich bin grad nicht in Stimmung, darüber zu reden. Außerdem komm ich drüber hinweg. Ich erwähn das Thema also nicht gern." Kennedy blieb stehen und blockierte den Weg.

"Okay, das ist fair", nickte Xander. "Aber ich hätte trotzdem gern ein paar Minuten deiner Zeit."

Mit einem verwunderten Ausdruck öffnete Kennedy die Tür und ließ ihn herein, bevor sie sie schloss.

Ausblende

Ende von Akt 1

Family Ties
Akt 2

Aufblende
Int.
Rosenberg Gästesuite – Früher Abend

"Also, gehst du mit jemandem?" fragte Sheila, bevor sie einen Schluck aus ihrer Teetasse trank.

"Nein, Mom. Tu ich nicht", antwortete Willow.

"Schlimme Trennung? Weißt du, nur weil jemand nicht glaubt, dass es zwischen euch klappt, heißt das nicht, dass es da draußen niemand anderen gibt", erwiderte Sheila mitfühlend.

"Zu deiner Information, ich hab mit ihr Schluss gemacht. Ich hab es entschieden."

"Hat sie dich betrogen, so wie Ox?" fragte Sheila.

"Oz, Mom", korrigierte Willow seufzend. „Und nein, hat sie nicht."

"Aber du hast gesagt, sie ist gut für dich", versuchte es Sheila weiter.

"Zu der Zeit ja, aber die Dinge ändern sich. Wir sind nach Cleveland gezogen und ich dachte nicht mehr, dass sie die Richtige für mich ist. Das ist alles."

"Und, hast du jemanden gefunden, der es ist?" fragte Sheila und beendete ihr Mahl. „Habt ihr euch deshalb getrennt?"

Willow seufzte. "Nein, Mutter."

"Ich mach mir nur Sorgen, Willow", erklärte Sheila. "Ich möchte nicht, dass du allein bleibst."

"Allein bedeutet nicht einsam. Im Moment ist allein gar nicht so schlecht. Ich hatte schon lange keine Gelegenheit mehr, mich selbst anzusehen, seit... na ja, seit Tara tot ist. Wenn ich finden, wonach ich suche, dann werde ich es bestimmt wissen, aber es muss doch nicht gleich in diesem Moment sein. Ich habe einen großen Teil meines Erwachsenen-Lebens damit verbracht, mich daran zu definieren, mit wem ich zusammen war. Und nach allem, was passiert ist möchte ich im Moment einfach Zeit mit mir selbst verbringen." Willow leerte ihren Tee und stand auf, um den Tisch abzuräumen.

"Also, ich kann deine Suche nach Selbsterkenntnis wirklich verstehen nach einem so traumatischen Ereignis wie dem Verlust von Tara. Und ich bin nicht überrascht, dass es in Bunny-Buffys Haus passiert ist, aber–"

"Mutter, ich flehe dich an – keine Kritik mehr an meinen Freunden. Bitte?"

"Wo ist Buffy überhaupt? Ich dachte, sie und Mr. Giles wären sich näher gekommen, seit ihre Mutter verstorben ist", fragte Sheila.

"Sie stehen sich immer noch nahe", erklärte Willow, während sie den Geschirrspüler füllte und dann ihre Hände abtrocknete. „Aber Buffy hat… hat keinen Lehrabschluss, also ist sie mit Dawn nach San Francisco gezogen und zum Wochenendverkehr. Hör zu, könnten wir diese Diskussion vielleicht später fortsetzen? Ich hab noch ein paar Dinge zu erledigen, bevor der Tag zu Ende ist", sagte Willow.

"Oh, sicher, Süße", antwortete Sheila. „Außerdem muss ich sowieso die Fluggesellschaft anrufen wegen der Neuigkeiten."

Willow nickte und ging zur Tür, dann blieb sie stehen. "Oh, übrigens, Giles und ich müssen morgen ein paar Sachen durchsehen, also wird unsere Partnerin Rowena dich und Dad auf dem Gelände herum führen, wenn das okay ist?"

"Was immer du für das Beste hälst", sagte Sheila und klang ein wenig enttäuscht.

"Also gut. Wir sehen uns morgen." Willow ging eilig hinaus und zögerte einen Moment, um tief durchzuatmen, bevor sie den Flur hinunter lief.

Umschnitt zu:
Int.
Jägerinnen-Akten-Raum – Momente später

Willow klopfte, wartete aber nicht auf eine Antwort. Als sie eintrat, fand sie Kennedy auf allen Vieren vor, während Brells Nichte und Neffe auf ihrem Rücken saßen.

"Mehr Pferdchen, mehr!" riefen beide.

Willow grinste, als sie auf die Drei herabblickte. Kennedy wandte sich der Tür zu und versuchte, in eine aufrechte Position zu kommen. „’tschuldigt, Leute", erklärte sie. "Alle runter."

Missmutig grummelnd rutschten die Kinder von Kennedys Rücken, und sie sah zu, wie ihre Mutter sie ins Bett scheuchte.

"Also, wie geht’s der Verwandtschaft?" fragte Kennedy grinsend.

Willow knurrte, "Oh, frag lieber nicht."

Kennedy lachte kurz und beide gingen zur Tür.

"Ich wollte mal nachschauen, ob Brells Dämonen irgendwas brauchen", erklärte Willow.

"Ach wirklich?" fragte Kennedy, als sie die Tür hinter sich schloss und sie den Flur hinunter gingen. „Und du wolltest auch ganz bestimmt nicht deinen anstrengenden Eltern enfliehen?"

Willow grinste leicht. "Okay, das auch", gab sie zu. „Aber ich wollte mit dir reden, w-wenn das okay ist. Ist es okay?" fragte sie nervös.

"Klar", antwortete Kennedy. „Ich irgendwas nicht in Ordnung – außer dem Besuch der bösen Verwandtschaft?"

"Naja, nein, eigentlich nicht, ich meine…" Willow stoppte und sah Kennedy an. "Ich fühl mich schrecklich", antwortete sie, ihre Stimme klang mitfühlend. „Faith hat endlich nachgegeben und mir erzählt, über was ihr zwei an dem einen Abend geredet habt, und sei jetzt bitte nicht böse auf sie, weil sie etwas gesagt hat, okay. Sie hat einfach gemerkt, dass ich mir Sorgen mache."

"Will, du brauchst dir keine Sorgen machen. Entspann dich, okay?"

"Aber ich mach mir Sorgen", beharrte die Rothaarige. „Das bin eben ich, weißt du. Wenn es irgendwo Sorgen gibt, dann hat sie garantiert Willow. Es ist nur…" Willow zögerte und dachte über ihre Worte nach. „Ich habe es beendet, damit du die Freundin haben konntest, die du verdienst. Nicht dass du raus gehst und dich von irgendeinem Vampir beissen lässt, aber…"

"Das werd ich wohl nie wieder los, oder?" seufzte Kennedy.

"Ich kritisiere dich nicht, ganz ehrlich", erwiderte Willow und hielt die Hände vor sich. „Was ich meine, ist, ich möchte, dass du jemanden findest, der zu dir passt, jemanden, der dir alles gaben kann, was er hat."

"Ich dachte, du könntest das", antwortete Kennedy.

"U-und das dachte ich auch, aber… Anya hat etwas zu mir gesagt, als wir an Halloween miteinander gesprochen haben, und seit du und ich auseinander waren in diesen letzten Monaten, hab ich endlich begriffen, was sie gemeint hat."

Kennedy runzelte verwundert die Augenbrauen. „Was hat sie gesagt?"

Willow schaute für einen Moment etwas nervös. "Ich habe Tara nie richtig losgelassen und das war nicht fair dir gegenüber... Ich dachte, ich hätte, aber ich denke jeden Tag an sie und ich spiele immer noch das ‚Was wäre wenn’-Spiel."

"’Was wäre wenn’-Spiel?"

"Ja, was wäre, wenn wir länger im Wohnheim geblieben wären, oder was wäre, wenn wir das Haus zehn Minuten früher verlassen hätten, wie wir geplant hatten… sowas eben… Wenn man jemanden in seinem Leben hat, der diese Leere füllt, dann hört man auf, sich solche Fragen zu stellen. U-und die Wahrheit ist, ich hab nie aufgehört, mich zu fragen. Ich dachte, mit der Zeit würde es vergehn, aber …"

"Es ist nicht?" bemerkte Kennedy.

Traurig schüttelte Willow den Kopf. „Die ganze Zeit, als ich mit dir zusammen war, hatte ich das Gefühl, darauf zu warten, dass irgendetwas passiert", versuchte Willow zu erklären. „Ich weiß nicht, was es war, aber in letzter Zeit, seit ich wieder allein bin, hab ich es herausgefunden... Ich habe auf Tara gewartet."

"Das ist ja sehr nett. Also hast du mich nie wirklich geliebt." Kennedy begann zu gehen, aber Willow streckte die Hand aus.

"Nein", sagte sie und zog sie zurück. "Ich habe sie nie richtig gehen lassen, Ken – das ist ein Unterschied. Ich habe dir mein Herz nie so geöffnet wie ich es hätte tun sollen. Ich habe immer Gründe und Ausreden gefunden, um zu gehen und mich daran zu hindern, dich ganz hinein zu lassen, weil... wenn ich es getan hätte... und dich verloren hätte... hätte ich nicht gewusst, wie ich damit umgehen soll. Also hab ich dich auf Abstand gehalten und das wirklich falsch von mir. Und wie ich schon letzte Nacht beim Essen gesagt habe, ich habe mit dir Schluss gemacht, weil du einfach mehr verdienst, als ich dir geben kann."

"Also geht’s nicht um die Tatsache, dass ich die Monty Pythons mag?", sagte Kennedy mit einem schmalen Grinsen.

"Naja, nein, das ist es auch", gab Willow zu. „Wir haben nicht viel außerhalb vom Schlafzimmer zusammen unternommen und manchmal hat schon der kleinste Vorschlag zu einem Streit geführt."

"Diskussion", konterte Kennedy.

"Was auch immer", sagte Willow nachgiebig. "Der Punkt ist, ich bin nicht von dir als Mensch weggegangen. Selbst heute noch, wenn Oz zu mir käme, würde ich ihm helfen. Ich habe dich nicht ausgeschlossen ohne mich zu sorgen, was vielleicht aus dir wird."

Kennedy schaute zu Boden. "So hat es sich aber angefühlt", murmelte sie.

"Das weiß ich jetzt. U-und es tut mir leid, dass ich es nicht eher erkannt hab. Aber ich wusste einfach nicht, wie ich dich erreichen kann, wie ich dir erklären kann, dass... ich auch zu deinem Besten gegangen bin."

Kennedy seufzte. "Und was jetzt?"

"Und jetzt kommen wir zu dem abgedroschenen, aber schmerzvollen ‘Lass uns Freunde bleiben’-Cliché – Zugegeben, ich fühl mich körperlich von dir angezogen und ich müsste auch verrückt sein, wenn es nicht so wäre", sagte Willow mit einem leichten Grinsen. Kennedy blickte auf und musste selbst etwas lächeln. "Aber ich möchte versuchen, dich besser kennenzulernen und dir beweisen, dass du nicht wirklich allein bist, okay?"

Kennedy errötete leicht und nickte. „Einverstanden."

"Good", sagte Willow schon etwas fröhlicher. "Und jetzt erzähl, was ist los mit den ‘kleinen Monstern’ da drin", sagte sie mit dem Kopf nach hinten deutend, während beide weiter gingen.

"Alles perfekt. Wir haben nur Pferdchen gespielt, wie du gesehen hast", sagte Kennedy und zeigte mit dem Daumen zurück zu dem Zimmer, während sie und Willow Seite an Seite den Flur hinunter wanderten.

"Ja, du bist gut mit Kindern, wie ich sehe. Wahrscheinlich hattest du Übung mit deiner Schwester."

"Genau das Gegenteil", begann Kennedy. „Meine Halbschwester und Stiefmutter sind mir meistens aus dem weg gegangen... das war auch der Grund, warum ihre Zimmer in einem anderen Flügel des Hauses waren. Ich war das schwarze Schaf in der Familie."

"Was hast du getan?" fragte Willow.

"Den Fehler gemacht, die Bastard-Tochter von jemand anders zu sein", erlärte Kennedy. Willow schaute noch immer etwas verwundert, also fuhr sie fort. „Mein Vater hat meine Mutter in L.A. kennengelernt, als er an der UCLA seinen Magister gemacht hat. Meiner Mom, Geburts-Mom meine ich", fügte sie erklärend hinzu, „war in der Unterstufe und hat Computertechnik studiert. Als sie schwanger wurde, wollte keine der Familien, dass sie heiraten, und sie wollte es soweiso nicht. Ihre Arbeit war wichtiger, sagte mein Dad. Kurz nachdem ich geboren wurde, gab meine Mutter das Sorgerecht an meinen Vater und ist spurlos verschwunden."

"Hast du sie irgendwann mal wiedergesehn?" fragte Willow.

Kennedy schüttelte nur den Kopf. „Dad sagte, er hat versucht, sie zu finden, aber ich glaube nicht, dass er sich angestrengt hat. Ich hab mich immer gefragt, weißt du – wer sie war, was sie getan hat, ob es an mir lag? War ich der Grund, warum sie mich weggegeben hat?"

"Oh, ich weiß, dass ist es nicht, Ken. Du warst ein Baby. Sie hat wahrscheinlich getan, was sie für das Beste hielt."

"Klar, das sag ich mir auch immer. Klingt logisch. Aber… es ist schwer, keine Fragen zu stellen", erwiderte Kennedy.

"Hast du schon mal daran gedacht, sie zu finden?"

"Die ganze Zeit, als ich aufgewachsen bin. Besonders wenn meine Stief-Familie mich wie das Bastard-Kind behandelte, das ich bin. Meine Vater sagte immer, dass ich schon eine Mutter hätte. Ich bräuchte nicht nach noch einer zu suchen. Er sagte, er hätte schon versucht, sie zu finden, aber er konnte nicht. Ich bin nicht sicher, was ich glauben soll."

"Tja, du weißt ja, wir haben Zugang zu jeder Menge Informationen. Wenn du möchtest, könnte ich dir bei der Suche helfen", bot Willow an.

Kennedy dachte einen Moment darüber nach. „Ich weiß nicht. Ich meine, ich bin jetzt erwachsen. Ich würde nichts von ihr erwarten. Vielleicht eine Unterhaltung und eine Tasse Kaffee... Denkst du, ich sollte?" fragte sie.

"Du fragst mich um Rat wegen deiner Eltern?" merkte Willow an.

Kennedy lächelte. "Ja, das tu ich."

"Naja, wir könnten ja anfangen zu suchen und wenn wir sie dann finden, kannst du enstcheiden, ob du Kontakt zu ihr aufnehmen willst oder nicht."

"Okay." Kennedy nickte. "Ich weiß nicht viel. Nur das mit der UCLA, Hauptfach Computer und ihr Name – Janna Kalderash. Ansonsten habe ich gar nichts, aber ich könnte meinen Vater anrufen – Ich bin jetzt älter, also vielleicht ist er jetzt gewillt, mir zu helfen..." Kennedy sah in Willow blasses Gesicht. „Willow? Ist alles okay?"

Willow winkte Kennedys Besorgnis mit einer Handbewegung weg. "Fein, ich hab mir nur grad alle Infos gemerkt. Ich, äh, ich she mal, was ich finden kann", sagte sie viel zu schnell.

"Danke, Will", erwiderte Kennedy, als sie an der Tür ankamen. „Ich lass dich auch wissen, was mein Vater gesagt hat."

Willow nickte nur, während Kennedy nach einem "Gute Nacht"-Winken in ihr Appartment verschwand. Erst als die Tür geschlossen war, fuhr Willow mit der Hand über ihren Mund.

„Oh wow", murmelte sie.

Ausblende

Aufblende
Int.
Watchers Council Flur – Am Morgen

"Okay, alle zusammen. Schnappt eure Teller", erklärte Andrew den Dämonen, während er von Tür im Süden zurück eilte. „Rosenbergs auf 12 Uhr. Raus hier."

Die Familie griff sich ihre Schüsseln, und Andrew schob sie durch die gegenüberliegende Tür nach draußen. Er sah, wie Rowena an der anderen Tür zunächst ihren Kopf hereinsteckte, und zeigte ihr den erhobenen Daumen. Und so beendete Rowena ihren Rundgang im Inneren.

"Gut", sagte sie und drehte sich zu Willows Eltern um. „Ich wollte nur sicher gehen, dass keiner unsere jüngeren Schüler gerade durch die Tür kommt. Die haben viel zu viel Energie und meistens passen sie nicht auf, wo sie hinlaufen."

"Wirklich?" erwiderte Ira. „Wenn ich’s nicht besser wüsste, würde ich glauben, sie haben etwas zu verbergen."

"Verbergen?" rief Rowena schrill, bevor sie sich räusperte. „Oh nein, Sir. Ich möchte nur nicht, dass etwas passiert, da Willow mich mit der Tour betraut hat."

"Wo wir grad davon sprechen, wo ist unsere Tochterß" fragte er ernst.

Rowena öffnete den Mund, aber ihr ängstlicher Gesichtsausdruck schien sie davon abzuhalten, einen Ton von sich zugeben, also klappte sie den Mund wieder zu und lächelte.

Umschnitt zu:
Int.
Watchers Council Flur – Zur selben Zeit

Andrew umrundete die Ecke und sah, wie Tracey gerade neben der Garderobe stand und ihren Mantel auszog. Schnell öffnete er die Tür neben sich und schob alle Mitglieder von Brells Familie eilig in den Wandschrank. Als er die Tür wieder geschlossen hatte, kam Tracey herüber.

"Hey Andrew", sagte sie in freundlichem Ton.

"Nichts!" erwiderte er, als die Tür gerade geschlossen war.

"Was?" fragte Tracey.

"Ähm, nichts. Nichts außer Schnee da draußen, hah?" antwortete er.

"Oh ja, das", sagte sie ein wenig verstimmt. „Tut mir leid, dass ich zu spät bin, aber ich bin heute eine halbe Stunde früher losgegangen. Schätze mal, das war nicht genug." Als Andrew nur nickte und nichts sagte, fuhr sie fort, „Was machst du denn... hier draußen... herumstehend?" fragte sie misstrauisch.

"Oh, das", sagte Andrew. „Ich wollte nur grade eine Rolle von den Recycling-Papierhandtüchern holen, die wir benutzen. Man muss schließlich den Planeten retten", erwiderte er nervös.

Als er sich nicht bewegte, zeigte sie auf die Tür. „Und, willst du sie nicht holen?"

Umschnitt zu:
Int.
Wandschrank – Zur selben Zeit

Der männliche Dämon, Tram, nahm eine Rolle und hielt sie vor die Tür.

Umschnitt zu:
Int.
Watchers Council Flur – Zur selben Zeit

"Oh ja, klar", antwortete Andrew und öffnete die Tür einen Spalt. Als er die Handtücher sah, ergriff er sie sofort und schloss die Tür wieder. „Hier sind sie!"

Er gab sie ihr. „Könntest du die in die Küche bringen und den Ofen anheizen, Tracey?"

Sie zögerte einen Moment, sah Andrew an, dann die Papiertücher und zuletzt wieder Andrew. „Klar", erwiderte sie und ging.

Sobald sie außer Sicht war, riss Andrew die Schranktür wieder auf. „Schnell geschaltet. Okay, folgt mir, wieder", erklärte er, während sie alle herauskamen.

Umschnitt zu:
Int.
Küche der Jägerinnen – Zur selben Zeit

"Tja, sie wäre ja hier", begann Rowena, "Aber sie hatte bereits etwas mit Mr. Giles geplant, was die Schule betrifft."

"Aber das verstehen wir doch, Kleines", erwiderte Sheila und klopfte Rowena leicht auf den Arm. „Wir wollen uns nicht aufdrängen."

„Also, das ist eine Jäg-Schulküche." Rowena korrigierte ihren fehler, gerade als Tracey herein kam. "Und das ist Tracey, die Andrew morgens und abends zur Hand geht."

"Hallo", sagte Tracey höflich.

"Tracey, das sind Sheila und Ira Rosenberg, Willows Eltern."

"Schön sie kennenzulernen." Tracey nickte, bevor sie die Papiertücher weglegte und mit ihren Aufgaben begann.

"So", begann Ira und sah Rowena an. „Sie sind also eine Lehrerin hier? So wie Willow?"

Rowena nickte kurz.

"Sind sie genauso wie Willow?"

Rowena runzelte zunächst ihre Augenbrauen, bis sie merkte, was er meinte. „Naja, nicht genauso wie Willow. Ich bin eher, tja, asexuell im Moment", antwortete sie verlegen.

"Also, kein Mensch ist asexuell", erklärte ihr Sheila. „Studien zeigen, dass die Mehrheit der Menschen mehr oder weniger stark in Richtung Bisexualität tendieren. Die meisten von ihnen handeln aber wegen der gesellschaftlichen Normen nie nach diesem Verlangen."

"Nun, es ist… es ist… also, so ist es nicht", stotterte Rowena. „Ich meine, ich habe keine Probleme mit ihrer Tochter oder anderen heterosexuellen Individuen. Ich halte sie für wunderbar und… und... ohne Zweifel überaus talentiert und ich respektiere sie sehr, also habe ich kein problem mit... sie weissen schon. Ich …"

"Hatten sie schon mal ein Verhältnis mit einer Frau?" fragte Sheila. Rowena zögerte mit einer Antwort. „Tut mir leid, vielleicht ist das zu persönlich, aber sie sollten keine Angst haben."

"Ich habe keine Angst, Mrs. Rosenberg. Ich kann mich nur im Moment nicht auf soetwas konzentrieren. Ich unterrichte Weltreligion und..." Sie stoppte, während sie kurz nachdachte. „Folklore!" fügte sie schnell hinzu. „Also halten mich meine Schüler und meine Arbeit auf Trab. Ich hab eigentlich nicht viel Zeit für ein Privatleben, aber danke für ihre Besorgnis. Sollen wir weitergehen?" sagte sie eilig.

Umschnitt zu:
Int.
Watchers Council Esszimmer – Momente später

Giles sass neben Becca an einem der vielen Tische und trank seinen Tee. Eine Unmenge Papiere lag vor ihnen und beide blickte auf, als Willow herüber kam. Becca stand auf, um mehr Kaffee zu holen.

"Wo sind deine Eltern?" fragte er Willow, als sie sich neben ihn setzte.

"Oh, Rowena bringt gerade das größte aller Opfer für mich, indem sie eine Tour mit ihnen macht. Wissen sie, Giles, ich hab die ganze Nacht mit Nachforschungen verbracht und ich werde sie einfach etwas fragen …"

"Was ist es?" fragte Giles, der ihre Nervösität spürte.

"Hat Jenny Calendar je erwähnt, dass sie eine Tochter hatte?"

Giles schluckte den Tee, den er gerade nippte mit einem lauten Gurgeln herunter. „Mit mir?"

"Nein, bevor sie nach Sunnydale kam", stellte Willow klar.

"Nein, hat sie nicht", erwiderte Giles. „Warum fragst du?"

Willow drehte sich um und sah über ihre Schulter und dann zurück zu Giles. "Sehen sie sich Kennedy an… was sehen sie?"

Er blickte hinüber zur Jägerin, die mit einer Gruppe andere Jägerinnen an einem langen Tisch saß. Giles brauchte einen Moment, bis er überrascht seinen Mund öffnete. "Also, es gibt da eine gewisse Ähnlichkeit", antwortete er endlich.

"Eine gewisse?" konterte Willow.

"Okay", gab er nach, "eine verblüffende Ähnlichkeit, aber wie kommst du denn zu der Ansicht …"

"Auf Jennys Geburts- und Sterbeurkunde steht ihr richtiger Name, und das ist derselbe Name, den mir Kennedy gegeben hat. Und Jenny hatte auch einen Abschluss von der UCLA, richtig?"

Giles nickte langsam.

"Wieder ein Treffer", sprach Willow weiter. „Ich glaube wirklich, das sie es ist, Giles. Ich untersuche gerade die Blutgruppen und all das, aber... ich hab Kennedy gesagt, ich helfe ihr, ihre echte Mutter zu finden, und jetzt... Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Können sie mir vielleicht helfen?"

"Aber sicher. Aber überprüfen wir alles erst noch einmal gründlich."

"Einverstanden", erwiderte Willow. „Ich will ja auch nichts überstürzen, wissen sie? Ihr sagen, dass Jenny tot ist und Angel sie ermordet hat. Wo wir grad davon sprechen... Wenn es Jenny ist, was sagen wir dann? Ken macht sich in letzter Zeit so gut, Giles – sie hat ihr Leben endlich im Griff und ich will nicht, dass sie auf irgendeine Selbstmordmission geht, um Angel auszuschalten. Ich weiß, sie können ihn nicht gerade leiden, aber trotzdem …"

"Nein, ich verstehe. Was vergangen ist, ist vergangen. Und ich möchte nicht, dass Kennedy irgendein Schaden zugefügt wird, schon gar nicht wegen ihm", seufzte Giles. „Warten wir erstmal ab, bis du die Informationen hast, auf die du wartest, und dann sprechen wir zusammen mit ihr, wenn es nötig ist."

"Danke, Giles", sagte Willow erleichtert, als Becca zurückkehrte.

Auf der anderen Seite des Raumes wurde Rowena an Kennedys Tisch aufgehalten, die Rosenbergs bleiben hinter ihr stehen. Kennedy nickte und bedeutete den Rosenbergs dann, ihr zu folgen, während Rowena sich hinüber zu Giles’ Tisch begab.

Dort angekommen nahm sie auf dem Stuhl neben Willow Platz und begann ihre Schläfen zu massieren.

"Und?" fragte Willow wissend. "Wie lief die Tour?"

Rowena hielt ihre Hände nach oben, als wollte sie sich ergeben.

"Du gewinnst", sagte sie der hexe. „Und ich weiß jetzt ohne jeden Zweifel, du bist die stärkste Frau auf dem Planeten, wenn du das 18 Jahre lang ausgehalten hast."

"Ganz ehrlich, sie haben mich gar nicht so viel analysiert und ich hab sie kaum gesehen. Als ich im Koma lag, dieses eine Mal, hab ich Giles gesehen, bevor ich sie gesehen habe, und er war von Angelus zu einem blutenden Haufen geprügelt worden. Aber trotzdem ist er den ganzen Weg zu mir gerollt, um nach mir zu sehen."

"Ist das dein Ernst?" fragte Rowena und schaute einige Augenblicke später zu Giles hinüber.

Er zuckte nur mit den Schultern und nickte.

"Ich glaube, du hast es wahrscheinlich am besten erwischt", erklärte Rowena.

"Oh, aber keine Angst, nachdem ich wieder draußen war, haben sie jede Menge Zeit damit verbracht, über mich nachzudenken."

"Noch Platz für einen mehr?" hörten sie eine Stimme hinter sich.

"Oh, Xander!" rief Willow. "Hey, tut mir leid, dass ich’s gestern Abend nicht zu Andrew geschafft hab. Es kam was dazwischen und-"

"Mach dir nichts draus, Will", bemerkte Xander gelassen.

"Okay, ja, ich mach mir was draus, ich meine, mir fehlt meine Xander-Zeit so wie früher, weißt du? Ich möchte nichts verpassen. U-und bevor du fragst, ich weiche dir auch nicht aus, nur weil ich die Trennung nicht erwähnt habe. Ich habe nichts gesagt, weil ich nicht wollte, dass du dich schlecht fühlst – als wärst du der Grund. Das ist alles."

"Ich weiß. Ich hab gestern Abend mit Kennedy geredet."

"Du hast?" fragte Willow und zog überrascht die Augenbrauen nach oben. Ihr Arm zuckte und stieß beinahe gegen ihre Kaffeetasse. Als hätte er es geahnt, rückte Xander sie vorsichtshalber aus dem Weg.

Xander nickte nur wegen Willows Frage.

"Und, falls es dir nichts ausmacht, dass ich frage, worüber habt ihr gesprochen?" fragte Willow, obwohl sie nicht sicher war, ob sie die Antwort wirklich hören wollte.

Xander grinste. „Dieses Fehlen von Xander-Zeit… meinst du das wirklich?"

"Das weißt du doch", antwortete Willow.

"Tja, wenn ihr mich hier haben wollt, würde ich gern zurückkommen, mich niederlassen und mal sehen, ob ich hier rein passe. Ich hab ein paar Ideen für neue Waffen für die Jägerinnen schon auf dem Reißbrett, aber ich wollte erst die Sache mit Kennedy erledigen – um klare Verhältnisse zu schaffen. Sie hat kein Problem damit, also was ist mit euch, Leuten? Noch Platz für einen mehr?"

Willow und Giles lächelten.

Ausblende

Family Ties
Akt 3

Aufblende
Int.
Trainingsraum – Nachmittag

Faith kniete auf Robins Beinen, während er seine Sit-ups machte.

"So", sagte er und bewegte sich weiter auf und ab. "Ich hab gehört, Xander kommt zurück", keuchte er.

"Ja, Red ist ziemlich aufgeregt deswegen", sagte Faith grinsend über seine Knie hinweg, während er mit der Übung weitermachte.

"Was ist mit dir?" fragte er.

Faith zuckte nur mit den Schultern. „Tja, ich hab Respekt für den Kerl", sagte sie. „Ich meine… keine Kräfte einer Jägerin, keine Magie oder Zauberei... er hat sich gut gehalten und ein paar andere gleich mit."

"Ja, es sind diese anderen, die mir Sorgen machen", antwortete Robin.

Zuerst schaute Faith verwirrt, aber dann fing sie an zu grinsen. „Du denkst, ich hab was übrig für ihn?" Sie lachte leise.

"Ihr zwei wart mal zusammen", sagte Robin. Auf dem weg nach oben packte Faith sein Hemd und hielt ihn fest.

"Time-out, Ass. Zu deiner Information, er und ich waren nie zusammen. Ich hab ihn bloß flachgelegt. Ende der Geschichte." Faith zögerte einen Moment. „Aber wenn ich so darüber nachdenke, er ist’n ziemlicher Hengst. Mann, nach Red und mir bleiben ja bloß noch Ro, und vielleicht, wenn sie betrunken genug ist, hat er eine Chance bei Ken. Naja, bei Andrew vielleicht auch, aber ich glkaub nicht, dass der Xan-Man so tickt."

"Ich mein’s ernst", sagte Robin und versuchte, nicht zu lachen.

"Genau wie ich. Du hättest mal hören sollen, wie Andrew von dem dämlichen Fenster in Buffys Haus geschwärmt hat. Er ist ein handwerklicher Gott wenn man’s glauben will", entgegnete Faith.

"Faith", seufzte Robin.

"Okay." Sie hielt ihre Hände hoch, um sich zu ergeben. "Du hast Angst, ich laufe mit einem früheren Liebhaber davon, also werd ich dir das mal ganz einfach erklären – wie bei diesen standardisierten Tests, die ihr Direktoren so liebt."

Robin grinste, während er sich mit einem Handtuch den Schweiß vom Gesicht wischte.

"Faith kann entweder A) Zu dem Mann zurückgehen, der nicht mehr als ein One-Night-Stand war. B) Bei dem tollen Mann bleiben, dem es nichts ausmacht, dass sie erst um fünf Uhr morgens bedeockt von Vampirstaub heimkommt oder C) Einfach alles fallen lassen und wieder die rechte Hand eines bösartigen genies werden, was nicht unmöglich ist, schließlich stand letzte Woche in der Zeitung eine Anzeige vom Präsidium."

Robins Grinsen wurde zu einem Lächeln. „Ach wirklich?" neckte er sie.

"Yep. Mit vollem Krankenkosten- und Zahnersatz. Die Nummer ist 1-800-Hölle-auf-Erden. Also… was glaubst du, ist die richtige Antwort?" fragte Faith.

"Ich versteh schon", antwortete er und legte seine Hände auf ihre.

"Gut, und für die Akten, die korrekte Antwort ist B." Faith’ Grinsen verschwand und sie kletterte über Robins Knie, um sich auf seinen Schoß zu setzen. Sie streckte ihre Hand aus und strich sanft über sein Gesicht. „Ich hatte noch nie vorher etwas wie das hier. Ich hab ‘ne Menge in meinem Leben versaut und ich werd auch das versauen, aber ich hoffe nur, es ist nicht so schlimm, dass du mir nicht vergeben kannst. Aber eins weiß ich genau, es hat ganz bestimmt nichts mit Xander zu tun."

"Vielen Dank", nickte er. „Das hab ich gebraucht."

Faith zuckte mit den Schultern. „Ich hab, was ich woll, Ass. Aber wenn du eine ständige Versicherung brauchts, könnte das ein Problem werden", warnte sie. „Das ist kein Umltimativ."

"Ultimatum", korrigierte Robin.

"Was auch immer", sagte Faith. „Ich möchte nur, dass du weißt, wo ich stehe. Keine Heulsusen oder grünäugige Monster, okay?"

"Betrachte das Monster als erledigt", sagte er mit einem entschlossenen Nicken.

Faith küsste ihn sanft auf die Lippen und ging hinüber zu den Matten. „Okay", sagte sie, während sie auch auf den Rücken legte und kurz mit den Füßen aufstampfte. „Ich bin dran."

Robin grinste, als er zu ihr ging, um ihre Füße zu halten, damit sie ihr Training beginnen konnte.

"Eins", zählte er mit einem Lächeln, während sie sich mit einem ähnlichen Ausdruck im Gesicht zu ihren Knien streckte.

Umschnitt zu:
Int.
Jägerinnen-Quartiere – Leerer Raum – Zur selben Zeit

Willow zog Xander an der Hand mit sich und ging weiter hinein in den leeren Raum, während sie mit der anderen Hand umher zeigte.

"Uuh, und dort drüben", sagte sie aufgeregt, "könnten wir eine Säge oder sowas aufstellen oder, oder vielleicht einen Bohrtisch!"

"Naja, ich könnte mich jetzt etwas vorwagen und sagen, du bist ein klein wenig froh, dass ich vorhabe zu bleiben", bemerkte er. „Nicht viel. Nur ein wenig."

Willow schlug ihm leicht auf die Brust. "Sei still. Ja, ich bin froh", sagte sie grinsend. "Und wie ich schon sagte, das alles hier ist deins und du kannst damit tun, was du möchtest. Betrachte es als dein streng geheimes Jäger-Waffen-Labor und Werkstatt."

Xander überlegte. "Du hast entschieden zuviel Zeit mit Andrew verbracht."

"Fällt es auf?" fragte Willow mit einem entsetzten Gesicht.

Xander sah sie wieder an. „Ein bisschen."

"Dann bist du grade rechtzeitig zurück, um mich zu retten", sagte Willow optimistisch. "Ich bräuchte jetzt nur noch eine Liste mit allem, was du brauchst, und wir könnten es morgen schon hier haben – der Rat bezahlt für alles, also such dir die besten Dingsdabumse aus, die du willst."

"Sie haben auch Namen, Will", lachte er.

"Keine die ich wüsste, aber du schon", antwortete sie. „Also ruf den Liefere an u-und ich unterschreib die Schecks. Abgemacht?"

Xander ließ Willows Hand los und begann in dem Raum herum zu laufen und alles anzusehen. "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ein Dankeschön reicht glaub ich nicht", sagte er, als er sich wieder zu ihr umdrehte.

"Ich liebe Giles...", sagte Willow leise.

"Also das ist mal was Neues!" Xander lächelte.

"Nicht diese Liebe! Ich wollte hier nur etwas klarstellen!"

"Tut mir leid, mein Fehler", sagte Xander grinsend und winkte mit der Hand, damit sie fortfuhr.

"Ich liebe Giles", begann sie wieder mit einem Blick, der Xander verbot zu sprechen. „Und es ist wundervoll, ihn um sich zu haben, aber... es ist nicht dasselbe. Es war so, als hätte man meine Familie auseinander gerissen. Es waren immer wir vier zusammen, weißt du? Leute kamen und gingen in unserem Leben – manche freiwillig und andere… naja, nicht so freiwillig."

Xander schenkte ihr ein trauriges Grinsend und hörte weiter zu.

"Ich schätze, was ich sagen will, ist, es ist schön, nein, es ist wundervoll, dass ein teil der Familie wieder zu Hause ist."

"Das ist auch der wahre Grund, warum ich wieder hier bin", erklärte Xander. „Ich saß in dieser Bar in Oklahoma und-"

"Keine Dämonen-Bar, hoffe ich", unterbrach ihn Willow. „Du hast versprochen, du würdest–"

"Sie ist jetzt an einem besseren Ort, Will. Das weiß ich jetzt. Deshlab vermiss ich sie nicht weniger, aber es ist beruhigend, es zu wissen, auch wenn ich es nicht erklären kann", sprach er weiter.

"Das musst du auch nicht", erwiderte Willow. Als Xander nichts mehr sagte, bedeutete sie ihm fortzufahren. „Aber red ruhig weiter."

"Naja, wie ich schon sagte, ich war in dieser Bar. Keine Dämonen-Bar – nur normaler Standard, run of the mill, Garth Brooks, honkey tonk, sowas in der Art. Na jedenfalls war da dieser Trucker. Und er hat von seiner Familie erzählt und mich dann gefragt, ‚Wo ist deine Familie?’ Ich sagte Cleveland und da hab ich es erkannt. Meine Familie war in Cleveland, also warum zum Teufel zog ich durch’s ganze Land?"

Willow grinste breit.

"Klar", gab Xander mit einem leichten Nicken zu. „Es war toll, ein paar neue Orte zu sehen, von denen ich immer nur gehört hab, aber was war ansonsten noch übrig? Ich hab in dieser schäbigen Bar erkannt, was noch übrig war, warst du, und ja, sogar Giles. Ich brauchte auch noch etwas, wo ich etwas verändern kann. Ich bin keine Jägerin oder eine Hexe, aber ich hab nirgendwo besser hingepasst, als hier", sagte er und zeigte auf den Boden. "Und ich hab gemerkt, dass auch wenn es mir so vorkam, als hätte ich alles verloren, ich doch noch etwas hatte. Klar, das neue Auge ist toll, und nochmal, ein Danke reicht da nicht, aber… Der Punkt ist, ich sehe jetzt, dass ich immer noch euch hatte, und solange ihr mich wollt, werdet ihr mich immer haben."

Willow schniefte und rieb sich die Augen. „Du weißt, dass wir dich wollen, Xander. Wir haben es auch so gemeint, als wir sagten, die Tür steht immer offen. Wenn du natürlich wieder gehen willst, könnte ich gezwungen sein, dich gegen deinen Willen festzuhalten", scherzte sie.

"Solange du es bist, komm ich damit klar", antwortete er mit einem Grinsen.

Willow schnaubte kurz und lächelte.

"Du bist meine beste Freundin", fuhr Xander fort. "Ich hab praktisch 22 Jahre mit dir verbracht und fast ein ganzes Jahr ohne dich. Und diese eine Jahr war das längste, aus vielen Gründen – aber der wichtigste von allen, war... dich nicht bei mir zu haben." Xander stoppte und stmete tief durch. „Ich hätte kommen sollen, als du mich in Kalifornien gefragt hast, aber …" fügte er hinzu.

"Du musstest erstmal durchatmen. Ich versteh das. Und Gott weiß, ich hatte einen ganzen Sommer in England, um das zu beweisen, u-und der arme Giles – Mann, diese ersten zwei Wochen..." Willow rollte mit den Augen. „Ich war ein psychologisches und neurologisches Disaster. Aber er hat alles mit mir zusammen durchgestanden – all die Alpträume, all das Zittern, meine Temperatur messen und mich um 4 Uhr früh mit Aspirin füttern, um mein Fieber unten zu halten, damit mein Kopf nicht explodiert."

"Ich wäre gern dabei gewesen, Will", sagte Xander mit einem Anflug von Schuldgefühlen. „Aber Giles sagte …"

"Ich weiß, du wolltest. Aber er hatte recht. Es war besser, dass ich etwas Zeit ohne die Scoobies verbracht hab, so wie du jetzt auch... Ich versteh dich also wirklich, Xander. Aber jetzt bin ich zurück... u-und du bist auch zurück. Also treten wir den Dämonen in den Hintern, was sagst du?"

"Ihr leitet uns, oh weise Hexe", sagte Xander stolz und grinste.

Umschnitt zu:
Int.
Jägreinnen-Quartiere – Am Abend

Giles, Rowena, Willow und Faith betraten einen der größeren Wohnräume und sahen Brells Familie beim Fernsehen.

"Entschuldigt bitte, dass wir nicht früher gekommen sind, um über die Angelegenheit zu sprechen", sagte Giles, als sie herein kamen.

Tram schaltete den Fernseher aus und nickte seiner frau zu. Sie forderte die Kinder auf, ihr zu folgen, und gehorsam gingen sie in den nächsten Raum.

"Ich bin Mr. Giles", sagte er und bot Tram seine Hand an. „Das sind meine Partner – Rowena und Willow, meine anderen Wächter, und Faith, unsere älteste Jägerin."

Tram nickte allen zu, während Greet die Tür schloss, zurück kam und sich neben ihren Mann setzte.

"Wir sind ein bisschen überfüllt mit Reisenden diese Woche", begann Giles das Gespräch.

"Wenn wir anfangen würden, Miete zu verlangen, könnten wir die Kosten des Rates für das ganze Jahr wieder einspielen", bemerkte Faith.

Rowena grinste nur und wartete, dass Giles fortfuhr.

"Na egal", sagte Giles und bedachte Faith mit einem tadelnden Blick, bevor er wieder auf das Thema zurück kam und sich Tram zuwandte. „Können sie uns mehr über das erzählen, was ihnen kürzlich widerfahren ist?"

"Einen Dämonen-Mann, genannt der Ingenieur. Er jagt uns", antwortete Tram. „Wir fürchten, dass er uns findet. Er lässt viele Dämonen nach uns suchen, aber im Moment scheinen wir hier sicher zu sein", fügte er hinzu.

"Ich habe einen Zauber ausgesprochen über die Dämonen, die nicht von eurer Art sind", erklärte Willow. „Das bedeutet, sie und ihre Frau können sich sehen – Brell auch – aber wenn ein Dämon kommt, kann er euch nicht hier sehen. Ihr könnt also beruhigt sein. Ihr seid sicher."

"Brell sagte, ihr tut euer Bestes, also vielen Dank. Wir werden euch auch helfen, wenn wir können", erklärte Tram.

"Was wisst ihr über den Ingenieur?" Rowena asked.

Tram nickte und schien zu überlegen, wie er es erklären sollte. "Der Ingenieru ist das Präsidium."

Alle Mitglieder des Rates tauschten verwirrte Blicke untereinander. "Wie bitte?" fragte Giles.

Tram sah seine Frau an, als suche er nach einer Übersetzung.

"Wiederhole Antwort", sagte sie.

"Oh, der Ingenieur ist das Präsidium."

"Wir waren in der Annahme, dass das Präsidium aus einer Gruppe unabhängiger Dämonen besteht. Wir hatten Begegnungen, oder besser Kämpfe, mit verschiedenen Spezies, die mit dieser Präsidium-Organisation in Verbindung standen". Erzählte ihm Giles. „Wir haben erfahren, dass sie den Höllenschlund wieder erweckt haben, aber wofür wissen wir nicht."

"Der Engineer ist ein Dämonen-Mann, der das Präsidium leitet", erklärte ihnen Tram. „Verstehen?"

"Oh, er ist wie Giles hier. Er gibt Befehle und die anderen folgen ihm?", warf Faith dazwischen.

Tram nickte enthusiastisch. "Ja. Aber er kommen in unsere Welt, bevor er kommen in eure", ergänzte Tram. „Präsidium tötete viele von meiner Welt, aber die, die nicht getötet wurden, wurden …" Tram wandte sich zu wieder seiner Frau.

"Versklavt?" antwortete sie, unsicher, ob sie es den Wächtern richtig erklärte.

"Ihr meint, eure Leute sind jetzt entweder tot oder versklavt?" fragte Willow. „Also gefangen und arbeiten für jemand anderen?"

Tram und Greet nickten. "Unsere Leute dienen dem Präsidium oder sie sterben", sprach Greet in den Raum. „Wir nicht getötet bei erster Invasion. Wir geschickt in... Arbeitscamp… aber wir entkommen eines nachts mit anderen aus Camp. Andere sterben, aber wir verstecken uns. Tram hat Monate nach Weg in diese Welt gesucht und ihn gefunden. Er uns hergebracht."

"Giles", begann Willow und drehte sich zu ihm. „Wenn sie hierher gekommen sind, bedeutet das..."

"Dass das Präsdium auch hierher kommen kann", endete der Wächter.

"Nein", sagte Tram und beide sahen ihn an. "Vielleicht einige, aber nicht ganze Armee. Ganze Armee sehr groß. Sehr, sehr groß", sagte er und streckte die Arme aus. "Es würde Jahre dauern, alle durch den Ort zu bringen, durch den wir gekommen sind. Hafen nur offen für 10 Schläge und nur offen einmal in drei Zyklen unseres Mondes. So sind Brell und Cousin Clem hierher gekommen. Wir kommen durch und ich finden Brell. Wir uns treffen in …" Wieder schaute er zu seiner Frau.

"Essens-Laden – serviert Sugar auf Teig. Aber Dämonen kommen in Laden. Folgen Tram. Brell und Tram entkommen, aber Laden ganz zerstört."

"Der Donut-Laden-Vanadlismus", erklärte Willow ihrem Team. „Das ist vor zwei Tagen passiert."

Tram nickte erneut. „Ich fragen Brell, bei ihm zu bleiben, aber weil Dämonen auch Brell sehen, er dachte, es sicherer für uns, hierher zu kommen. Brells Familie bleibt bei Freunden – wir bleiben bei Wächtern."

"Oh", sagte Willow traurig. „Er hätte auch hier bleiben können. Warum hat er uns nichts gesagt?"

"Brell nicht aufdringlich sein wollen und er denken, es besser ist, dass er und ich im Moment nicht zusammen sein. Getrennt heißt sicherer."

"Er hat nicht unrecht", sagte Faith, "Aufteilen, damit es schwerer ist, euch zu finden."

Tram nickte.

"Gibt es vielleicht noch etwas, was ihr uns erzählen könnt?" fragte Giles.

"Nein." Tram schüttelte seinen Kopf. "Tram euch sagen alles, was er weiß. Präsidium… sehr böse. Sehr groß. Sehr gefährlich."

"Also", seufzte Willow etwas verzagt, "die Erde ist in Gefahr... wieder mal."

"Nein", korrigierte sie Tram. „Erde sein okay. Jede Kreatur darauf, nein."

Stille legte sich über den Raum, bis Faith wieder etwas sagte.

"Naja, dann ist es ja nicht so schlimm", erklärte sie.

Umschnitt zu:
Int.
Lesesaal - Nachts

Giles betrat den Lesesaal und merkte schnell, dass er nicht allein war.

"Oh, Mr. Rosenberg", sagte Giles, "Es tut mir leid, dass ich noch nicht die Gelegenheit hatte, sehr viel mit ihnen zu reden. Wir waren in letzter Zeit sehr beschäftigt."

Ira begann sich die Spale mit den Büchern anzusehen. "Beeindruckende Sammlung", sagte er ruhig.

"Die Arbeit von Jahren, kann ich ihnen versichern", antwortete Giles höflich.

Ira sah Giles einen Moment schweigend an. Dann endlich kam er einige Schritte näher.

"Princeton, Harvard, Yale…" Er schnaubte abfällig und schüttelte den Kopf.

"Entschuldigung?" fragte Giles.

Ira betrachtete ihn einen Moment. „alle wollten sie. Und wir hätten sie dorthin schicken können. Aber stattdessen wählt sie die UC Sunnydale. Ich weiß noch, wie sie von Oxford angenommen wurde – sie war so aufgeregt... Wissen sie, was das Erste war, was sie zu uns gesagt hat?"

Giles schüttelte den Kopf.

"Dort machen sie die Giles’se." Ira lächelte traurig und nahm auf dem Ledersessel neben dem Kamin Platz. „Ich habe mich immer gefragt – eigentlich frag ich mich noch immer... Was ist falsch gelaufen?"

Umschnitt zu:
Ext.
Flur – Zur selben Zeit

Die Worte ihres Vaters durch die Tür hörend, stoppte Willow und sah den langen Korridor hinauf und hinunter. Er war leer, also schlich sie sich näher heran, ging aber nicht hinein.

Umschnitt zu:
Int.
Lesesaal – Zur selben Zeit

Giles fuhr mit der Hand über seinen Mund, als wäre er sich nicht sicher, ob er sich wirklich dem Thema widmen sollte.

"Bei allem gebotenen Respekt, Mr. Rosenberg", begann er diplomatisch. „Ich glaube nicht, dass mit ihrer Tochter irgendetwas nicht in Ordnung ist."

"Das habe ich erwartet, aber ich kann diese ganzen Spielereien in den letzten Jahren auf eine Sache zurückführen – sie!" Ira zeigte mit dem Finger anklagend auf Giles.

"Mich?" fragte Giles halb lachend und etwas überrascht.

"Willow war ein gutes Mädchen, ein kluges und wunderschönes Mädchen. Aber irgendwann in ihrem ersten Jahr in der Highschool hieß es auf die Frage, was in der Schule los war, nur noch Mr. Giles sagte dies und Mr. Giles sagte das. Und als nächstes ist sie mit einem Musiker zusammen und hängt ständig in der Bibliothek herum, obwohl ihre Noten schlechter wurden."

"Sie war die Schulbeste der Klasse von 1999", konterte Giles.

"Sie hätte die Abschlussrede halten müssen", sagte Ira streng.

"Ich weiß nicht, ob ich ihnen folgen kann", musste Giles eingestehen.

"Und das war noch nicht das Ende", fuhr Ira fort und ignorierte Giles. „Ich erinnere mich, dass ich ein Kreuz in ihrem Zimmer gefunden habe und ich dachte, es könnte nicht mehr schlimmer werden. Was für ein irrtum, ein paar Monate später fand ich dann die Pentagramme. Da ist also meine jüdische Tochter und gibt ihre Herkunft und ihre Ursprünge auf und betet heidnische Götter an."

"Mr. Rosenberg–"

Ira sprach weiter. "Sheila sagte mir, es sei nur eine Phase. Willow musste einfach wachsen und zu sich selbt finden. Die Dinge würde dich ändern, wenn sie auf’s College ginge. Sie hatte recht. Der Möchtegern-Rockstar hat sie betrogen, wie ich es vorrausgessehen hatte, und als nächstes kommt sie nach Hause und erzählt uns, sie geht mit einer Baptitistin!" Ira begann zu lachen, bevor er tief seufzte.

Giles leckte seine Lippen und begann nervös die Hände aneinander zu reiben. „Mir ist bewusst, dass Kinder nicht immer den Wünschen ihrer Eltern gerecht werden, und–"

"Ach wirklich", schnaubte Ira. „Wieviel Kinder haben sie, Mr. Giles?"

"Das ist hier nicht der Punkt", antwortete er.

"Doch, ich glaube schon. Ich denke, sie hatten eine profunden und unvorteilhaften Einfluss auf meine Tochter – einen, der bis zum heutigen Tage besteht. Nicht zu vergessen haben sie sie in eine Welt voller Gefahren geführt."

"Willow ist eine-eine einfallsreiche junge Frau und–"

"Das war auch Tara Maclay, wie man mir gesagt hat. Und wo ist sie jetzt?" Ira stoppte und Giles schwieg. Nach der kurzen Stille fuhr Ira fort, „Wissen sie, wie wir von ihrem Tod erfahren haben? Willow hat uns eine fünfzehnseküdnige Nachricht auf dem AB hinterlassen. Sie sagte, ‚Tara ist tot und Giles bringt mich nach England. Ich bin nicht sicher, ob ich wieder zurück komme, aber wenn ich kann, rufe ich an.’ Das war alles, mehr nicht. Und wieder einmal führte die Spur zu ihnen, Mr. Giles."

"Willowhat zu dieser Zeit unglaublich getrauert. Sie musste–"

"Was?" unterbrach ihn Ira. „Ira interrupted. "Noch mehr zur Hexe ausgebildet werden, während sie verwundbar war? Sie kommt zurück nach drei Monaten Übersee und entscheidet, dass sie sich ganz dem Wicca-Lebensstil widmet. Und dabei vergisst sie, dass eine Frau, die als Jüdin geboren wurde, auch immer eine bleibt. Ich dachte, dass Ms. Maclays Tod vielleicht ein Weckruf für sie wäre. Aber stattdessen stürzte sie sich noch mehr in diesen Nonsens."

Giles räusperte sich. "Sie verstehen es einfach nicht–"

"Da haben sie verdammt recht! Ich verstehe es nicht!" rief Ira, sprang auf und legte die wenigen Schritte zwischen ihnen zurück. „Bis zum heutigen Tag trifft sie weiter die falschen Entscheidungen. Sie könnte überall auf der Welt unterrichten mit den Noten, die sie im College hatte. Stattdessen ist sie immer noch hier! Bei ihnen! Und macht weiter mit den Frauen und betet zu falschen Göttern! Also, wo ist meine Tochter hin, Mr. Giles?"

Giles presste die Kiefer zusammen, als er vorsprang und ihm von Angesicht zu Angesicht gegenüber stand.

"Willow hat sich nicht verändert! Nicht ein bisschen! Sie ist noch immer die leidenschaftliche, intelligente junge Frau, die sie immer gewesen ist. Sie ist wunderschön – innen und außen. Und wenn sie vielleicht einmal die Nase aus ihren Büchern und persönlichen Affären nehmen würden, würden sie das auch merken!"

"Erzählen sie mir nicht, was ich zu tun hab!" schrie Ira zurück.

"Was sie hätten tun sollen, wäre gewesen, mehr Zeit damit zu verbringen, ihre Tochter zu lieben, anstatt unentwegt jeden Schritt zu kritisieren, den das Mädchen gegangen ist", konterte Giles.

"Sie ist meine Tochter, nicht ihre!"

 

Giles ignorierte Iras Kommentar und fuhr sogleich fort.

"Wissen sie, warum sie meine Ansichten respektiert? Weil ich ihre respektiere. Das geht nur in beide Richtungen, Mr. Rosenbergs. Ich habe dem Mädchen mehr Aufmerksamkeit, Respekt und Liebe geschenkt, als sie in Jahren – oder sollte ich besser sagen – ihrem ganzen Leben. Und das ist etwas, was ich nicht im mindesten bereue. Wenn sie ihre Augen geöffnet hätten und ihren beschränkten Verstand, hätten sie vielleicht gesehen, dass Willow dieser Welt so viel zu bieten hat. Sie tut es jeden Tag, ohne um eine Gegenleistung zu bitten."

"Sie sind verrückt."

"Und sie sind egoistisch", sagte Giles, als er zur Tür stürmte. „Willow ist ein außergewöhnlicher Mensch. Ich fühle mich geehrt, sie zu kennen, und ich bin glücklich zu sagen, sie gehört zur Familie."

Giles riss die Tür auf und schlug sie zu, bevor Ira überhaupt den Mund öffnen konnte.

Umschnitt zu:
Ext.
Flur – Zur selben Zeit

Als Giles sich umdrehte, sah er, wie Willow versuchte, um die Ecke zu rennen.

"Komm hierher", rief Giles und steckte die Hände in die Taschen.

"es tut mir leid", antwortete Willow schuldbewusst, drehte sich langsam um und kam zurück. „Ich hab nicht… viel gelauscht."

"Wieviel hast du gehört?" fragte Giles vorsichtig.

"Mein Dad hat sich gefragt, was mit mir nicht in Ordnung ist? Also genaugenommen nichts, was ich nicht schon mal gehört hab." Willow zuckte mit den Schultern und lächelte etwas gezwungen.

"Er hat unrecht, das weißt du, u-und ich meinte, was ich gesagt habe", erwiderte Giles leise.

Willows Grinsen wurde ernster. "ich weiß, Giles, und ich bin ihnen dankbar, aber …"

"Aber was?" fragte Giles besorgt. „Ich wollte nicht, dass es noch schlimmer wird für dich. Ehrlich."

"Oh nein, das ist es nicht", versicherte ihm Willow. "Er ist eben einfach so. Sehr eigensinnig und stur, also völlig anders als sie, hah?" Giles lächelte einfach. "Nein, ich meine, ich glaube nicht, dass es viel gebracht hat. Nur verschwendete Luft, auch wenn ich ihre Gefühle nur begrüßen kann."

Giles lächelte und legte den Arm um Willow, während sie beide zusamme weiter gingen.

"Komm mit", sagte er mit einem Nicken, "Wir nehmen eine Auszeit vom Präsidium? Ich suche nach den Büchern, wenn er ins Bett gegangen ist, aber jetzt gehen wir besser zur Lounge, trinken etwas Wein und geben deinem Vater noch mehr Munition, weil er denkt, ich verwandle dich in eine Alkoholikerin."

Willow ging neben ihm her und legte ihren Arm um seine Hüfte.

"Wissen sie was, Giles?" fragte sie leise.

"Was, mein Schatz?"

"Die besten Familien sind die, die wir uns selbst erschaffen."

Wortlos bogen sie um die Ecke.

Umschnitt zu:
Int.
Watchers Council Treppe zur Lobby – Momente später

Willow und Giles kamen herunter und sahen jemand anders, der gerade an der Tür seine schneebedeckten Füsse abtrat.

"Gütiger Gott", sagte sie leise. „Hat jemand ein ‚Zimmer zu vermieten’-Schild an die Tür gehängt ohne dass ich’s weiß?"

Giles grinste und ging hinüber zu der Person, die mit dem Rücken zu ihnen stand. „Können wir ihnen helfen?" fragte er.

Bonnie nahm die Kapuze herunter.

"Gefällt mir, was sie aus dem Haus gemacht haben", sagte sie lächelnd.

Ausblende

Family Ties
Akt 4

Aufblende
Int.
Watcher’s Council Lobby – Nacht

"Oh, hey, Bonnie", sagte Willow, kam herüber und begrüßte sie mit einem Lächeln. „Wie geht es dir?"

"Gut", nickte sie. „Und ich liebe, was ihr hier geschafft habt. Das ist alles absolut fantastisch. Wenn es nicht zu viel Mühe macht, würde ich gern irgendwann mal wiederkommen und Photos machen? Ich mache grade eine ‚Bevor und danach’-Broschüre für die Gebäude, die ich verkauft habe und sie wären eine wunderbare Ergänzung."

"Das glaub ich gern. Aber im Moment ist kein so guter Zeitpunkt", antwortete Willow. „Meine Eltern sind hier von außerhalb und-"

"Oh nein, wie ich bereits sagte – ich wollte vorher fragen, bevor ich hier mit meiner Kamera bewaffnet hereinplatze, es macht mir also nichts aus", versicherte ihr Bonnie. „Aber ich würde sie gern um einen Gefallen bitten." Sie lächelte schüchtern.

"Wir helfen so gut wir können", bot Giles an.

"Auch wenn ich meinen BMW liebe, ist er doch nicht grade gebaut für dieses Wetter. Als ich vorhin an der Ecke fast stecken geblieben wäre, hab ich ihre Lichter gesehen und dachte, vielleicht könnte ich den Abend hier verbringen? Nur bis zum Sonnenaufgang. Ich lebe außerhalb der Stadt und am Tag hätte ich den Weg sicher versucht, aber so im Dunkeln irgendwo festzusitzen. Es gibt einfach… es gibt nachts viel zu viele Verrückte da draußen", fügte sie hinzu und lachte vorsichtig.

Willow und Giles tauschten einen vielsagenden Blick.

"Ja, da stimm ich ihnen zu", sagte Giles. „Sie trifft ja keine Schuld. Ich bin sicher, wir haben noch ein freies Zimmer, das sie benutzen könnten. Und sie sie auch willkommen z-zu allem Essen oder Trinken, das wir hier haben."

"Danke für das Angebot", erklärte sie. „Aber ich brauche nur einen Ort zum Schlafen bis morgen früh."

"Okay, ich werd mal sehen, was ich tun kann", erklärte Willow. "Wenn sie möchten, können sie sich in der Lobby hinsetzen u-und ich komme vorbei, wenn wir einen Platz für sie gefunden haben."

"Vielen, vielen Dank", erwiderte Bonnie in einem aufrichtigen Ton. „Das wäre wirklich nett."

"Kein Problem", antwortete Willow mit einem Lächeln. „Giles? Helfen sie mir?"

Als Bonnie mit dem Rücken zu ihnen stand, zog Willow Giles so abrupt um die Ecke, dass er beinahe das Gleichgewicht verloren hätte.

Umschnitt zu:
Int.
Watchers Council Flur – Kurz darauf

Beide gingen ruhig ein Stück nebeneinander her, bis Willow sich plötzlich zu Giles drehte mit einem Ausdruck von Panik im Gesicht.

"Im Wohnheim?" sagte sie mit flüsternder Stimme. "Sind sie verrückt? Brells Familie ist dort."

"Wir können sie nirgendwo anders unterbringen. Was sollte ich denn sonst tun? Sie einfach in die Nacht hinaus werfen?" sagte er schnell.

Willow seufzte und rieb ihren Kopf. "Okay, okay! Lassen… lassen sie mich mal überlegen, okay. Ich denke, den Lese-Gruppe sollten wir für heute erstmal absagen – es sind im Moment einfach zu viele Leute hier, da schaffen wir soweiso nichts, besonders wenn wir anfangen müssen, Bücher zu verstecken und Dämonen herumzuschieben. Außerdem müssen wir heut auch noch mit Kennedy reden."

"Einverstanden", antwortete Giles. „Wir kümmern uns morgen um das andere, wenn Bonnie wieder weg ist."

"Okay. Gehn sie sie unterhalten und nutzen sie ihren britischen Charme, während Andrew und ich alles vorbereiten. Aber nicht zu viel Charme. Wenn Becca sie erwischt, gibt’s Ärger. Ein date zu vergessen, ist eine Sache, aber mit einer anderen Blondine zu schatzen, könnte jede Menge Schmerzen für sie bedeuten. Auch wenn sie nicht unsicher ist, hat sie trotzdem jede Menge Feuerkraft, Giles."

"Sie hat… was?"

"Feuerkraft, Kanonen, Energie. Sie hat keine Angst, es richtig krachen zulassen, also lassen sie sich nicht erwischen, mehr sag ich nicht", erwiderte sie und stieß mit dem Finger bestimmt gegen seine Brust. „Und jetzt los."

Willow gab ihm einen leichten Schubs, bevor sie eilig um die Ecke verschwand. Den Kopf schüttelnd wandte er sich wieder zur Lobby.

Umschnitt zu:
Ext.
Andrews Apartment – Momente später

"Das ist der einzige offene Flügel!" Andrew zuckte mit den Schultern, während Willow vor seiner Tür stand. „Der Rest ist voll mit Mädchen oder immer noch im Bau. Warum konnte Xander nicht zwei Monate früher hier sein? Er wäre inzwischen bestimmt fertig."

"Sag mir nicht, was wir nicht können", erklärte Willow. „Sag mir einfach, was wir können."

"Beten kommt wohl nicht in Frage", antwortete er trocken.

Willow seufzte.

"Was?" fragte Andrew. „Eine Möglichkeit ist, sie in einem der Wandschränke schlafen zu lassen. Hey, warum kann sie nicht bei dir bleiben?"

"Da ist schon Becca", erwiderte Willow.

"Oh, richtig. Naja, sie ist Mr. Giles Freundin und heutzutage wäre es doch nicht–"

Noch etwas ungeduldiger forderte Willow, "Hör zu, bereite einfach das Zimmer vor und ich lass mir was einfallen, okay?"

Andrew sah ihr hinterher, als sie ging. Mit einem Schulterzucken schloss er die Tür und folgte.

Umschnitt zu:
Int.
Jägerinnen-Wohnbereich – Flur – Momente später

"Es ist nicht viel", erklärte Willow Bonnie, während sie den Flur entlang gingen. „Aber es ist eine der wenigen Teile auf dieser Seite, die schon fertig sind. Ich schätze, es sollte für die Nacht gehen."

"Das ist wirklich okay", antwortete Bonnie.

"So gut wie fertig", sagte Andrew, als er den Kopf bei ihrer Ankunft zur Tür heraus streckte. „Ist ein bisschen klein", erklärte er Bonnie.

"Ein Bett ist ein Bett", erwiderte sie. Willow ging hinein und begann, ihm mit den Bettlaken zu helfen, während Bonnie vom wenig bervölkerten Flur zusah.

Umschnitt zu:
Int.
Jägerinnen-Wohnung – Zur selben Zeit

"Andy!" rief Shaznay aufgeregt. Sie rannte hinüber, öffnete die Tür und spähte hinaus auf den Flur. Sie entdeckte Bonnie und sah, wie die Frau ihr zuwinkte und lächelte.

Kennedy rannte sofort zu ihr und zog das Kind am Hemdkragen zurück.

"Was hab ich gesagt, Spatz", flüsterte Kennedy. „Nicht rausgehen."

Das Mädchen sah geschockt aus und Kennedy kniete sich vor sie hin. „Hey, ist schon okay. Ich will dir nicht wehtun oder irgendwas."

Shaznay schüttelte den Kopf. „Nicht du. Böse Dämonen-Lady hier", sagte sie und zeigte auf die Tür.

Kennedy öffnete die Tür und sah gerade noch Bonnie im anderen Raum verschwinden. Kennedy schloss die Tür wieder und gab Shaznay die Ausgabe von The Cat in the Hat.

"Bleib hier", erklärte sie ihr. „Wir lesen später weiter."

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Bonnies Zimmer – Kurz darauf

"Hey Will? Kann ich mit dir reden?" fragte Kennedy während sie Willow mit dem Kopf zunickte.

"Klar", erwiderte die, bevor sie sich wieder zu Andrew und Bonnie umdrehte. „Er macht das hier noch fertig. Schlaf gut und wenn du irgendwas brauchst, ruf einfach Andrew – seine Nummer liebt beim Telephon."

Beide nickten sich höflich zu und Willow schloss die Tür. Kennedy legte einen Finger auf ihren Mund und bedeutete ihr zu folgen.

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Ende des Flurs / Watcher’s Council Lobby – Kurz darauf

Sie gingen einige Schritte, bevor Kennedy ihr zuflüsterte. „Cindy Loo hat grade einen Blick auh die Frau erhascht und sie böse Dämonen-Lady genannt."

"Wer? Bonnie?" fragte Willow überrascht.

Kennedy nickte nur.

"Naja, sie ist kein Dämon. Der Zauber gegen Dämonen, die hier reinspazieren wollen, ist aktiviert, und Bonnie ist einfach durchgegangen", erklärte ihr Willow.

"Vielleicht liegt die Kleine ja falsch. Trotzdem sollten wir die Schweizer Familie Monsterson lieber woanders unterbringen. Nur um sicher zu gehen", schlug Kennedy vor.

Willow stieß einen frustrierten Seuzer aus. "Bei einem so großen Haus sollte man doch eigentlich mehr Wohnräume erwarten können."

"Tja, wir haben auch nicht die Invasion der Normandie erwartet. Wir sind im Moment bis oben hin voll."

"Okay, warum lässt du sie nicht ihre Decken zusammen packen und bringst sie in die Bibliothek? Die Tür können wir abschließen. Aber geh jetzt, solange Andrew Bonnie beschäftigt", orderte Willow.

Kennedy nickte und machte sich auf den Rückweg.

"Und, Ken", rief ihr Willow und ließ sie anhalten. „Wenn du damit fertig bist, könntest du zu Giles und mir in den Lesesaal kommen?"

"Oh Gott, was hab ich jetzt wieder gemacht?"

"Nichts. Eigenmtlich hast du deine Arbeit sogar ausgezeichnet gemacht in letzter Zeit", versicherte ihr Willow. Wir haben nur ein paar Informationen über deine Mutter, also können wir uns treffen …" Willow stoppte und sah auf ihre Uhr. „So gehen 11?"

Kennedy nickte unsicher und begann zurück zu laufen.

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Giles’ Wohnzimmer – Momente später

Becca saß da und las ein Buch, als sie aufblickte und Giles noch immer mit dem Schürhaken im Kamin herumstochern sah.

"Was ist los?" fragte sie.

Er drehte sich kurz zu ihr, bevor er sich wieder dem Holz zuwandte. „Ähm, eigentlich nichts", sagte er, nachdem er sich umgedreht hatte.

"Erstens, noch perfekter wird das Feuer nicht, und zweitens, du bist ein schlechter Lügner, Rupert", sagte sie.

Er drehte sich um, sah sie grinsen und hängte den Schürhaken zurück. Nachdem er auf dem Boden nebenm ihren Stuhl Platz genommen hatte, legte er einen Arm um ihr Bein und sein Kinn auf ihr Knie. Becca begann unwillkürlich mit den Fingern durch seine Haare zu streichen.

"Ich hatte vorhin eine ziemliche unangenehme Konfrontation mit Mr. Rosenberg und ich fürchte, ich habe die Dinge für Willow noch schwerer gemacht", gestand er leise.

"Was ist passiert?" fragte er.

"Ich hab ihn im Lesesaal gefunden und hab versucht, höflich zu sein, aber... ich konnte nicht einfach dastehen und zuhören, wie er Willow niedermacht. Ich weiß, sie ist nicht das, was er erwartet hat, und ja, es gab Zeiten, als es eine ziemliche Untertreibung gewesen wäre, zu sagen, sie hat falsche Entscheidungen getroffen, aber …"

"Aber was?"

"Ich kenne die Menschen und ich kenne Willow. Im Inneren hat sie ein gutes Herz, trotz ihrer Vergangenheit. Sie hat gefährliche Situationen überstanden und zu hören, wie ihr Vater alles wegwischt, was sie erreicht hat, indem er sie als fehlgeleitetes junges Mädchen bezeichnet... tja, unschwer zu sagen, hat mich das ziemlich wütend gemacht."

"Also ist der Ripper wieder rausgekommenß" fragte becca grinsend.

"Nein, wenn das passiert wäre hätte er noch ein paar Zähne verloren", sagte Giles ernst, bevor er anfing zu lächeln.

"Wieso hab ich das Gefühl, dass das kein Scherz war?" fragte sie.

Zuerst sagte Giles nichts, sondern starrte nur auf die Tür gegenüber. Dann endlich hob er den Kopf und blickte zu Becca auf.

"Beunruhigt dich das?" fragte er. „Die Tatsache, dass ich, nun, gewalttätig sein kann?"

"Solange du es nicht an mir auslässt", antwortete sie. „Letztendlich war es ja ihre kleine Show mit den Vampiren, die mir gezeigt hat, ‚Der Kelr ist was besonderes’." Becca lächelte, während sie mit den Fingerspitzen über sein Gesicht fuhr.

Giles schüttelte den Kopf. "Ich würde4 dir nie wehtun", sagte er ehrlich.

"Das ist gut, denn wenn du’s tätest, wäre ich weg, und im Moment bin ich grad ziemlich verrückt nach dir. Aber ich bin nicht so verrückt, hier zu bleiben, sollte deine Wut mal in meine Richtung schiessen. Sowas hab ich schon mal erlebt und ich wird es nicht noch einmal tun."

"Dein Mann hat dich misshandelt?" fragte Giles besorgt.

"Ja", erzählte sie ihm. „Wir waren beide ein bisschen angespannt, als wir erfahren haben, dass ich keine Kinder kriegen kann. Wir waren beide deprimiert. Ich liebe Kinder auch und wollte adoptieren, aber er wollte seine ‚eigenen’ Kinder. Eigentlich hätte ich an dem Punkt schon gehen sollen, aber ich bin geblieben. Und eines nachts haben wir uns gestritten und er hat mich geschlagen. Darauf folgte die Standard-„Tut mir leid, es wird nicht wieder vorkommen"-Ausrede und ich wollte nicht 8 Jahre wegen einem Schlag wegwerfen. Ich wusste, er stand unter Stress, also tata ich, was jede verantwortungsbewusste Frau tun würde. Ich glaubte ihm. Ich hab ihn beim Wort genommen."

Becca ließ den Brandy in ihrem Glas kreisen, bevor sie einen Schluck trank und dann weitersprach, "Aber als es zum zweiten Mal passiert es, wusste ich... selbe Situation, selbe Rede. Also ging ich ins Bett, wartete darauf, dass er am nächsten Morgen zur Arbeit ging, warf alle seine Sachen auf den rasen und wechselte die Schlösser aus." Becca began zu lachen und Giles sah sie verwundert an. "Ich hab sogar ein Schild in den Garten gestelllt, damit alle Nachbarn es sehen konnten."

"Was stand darauf?" fragte Giles.

"’Schläger sind hier nicht mehr willkommen. Ruf den Anwalt John Harrod an für mehr Informationen.’ Ich hab sogar die Telefonnummer dazugeschrieben", lachte sie. „Und da lag nun alles, was er besaß – seine Klamotten, sein ‚Spielzeug’, seine Werkzeuge – alles verstreut um das Schild in unserm Vorgarten. Ich brauch wohl nicht sagen, dass ich das Haus bekommen hab – er wollte nicht mehr in dieser Nachbarschaft wohnen."

"Das kann ich mir vorstellen." Giles grinste stolz.

"Macht dir das Angst?" fragte Becca und wiederholte damit seine Frage von vorher. „Ich bin keine Psychopathin. Wenn es zwischen uns nicht klappt, findest du keine kochenden Hasen auf dem Herd, ich versprech’s. Aber wenn man mich dazu zwingt, kann ich auch zurückschlagen."

Giles küsste ihr Knie und sah wieder zu ihr hoch. "Mit Feuerkraft", murmelte er. "Und nein, es beunruhigt mich nicht. Ich würde dir nie einen Grund geben, zurückzuschlagen."

Becca stellte den Brandy auf den Tisch neben sich und beugte sich vor, um ihm einen sanften Kuss zu geben. Gleich darauf kam sie zurück und legte mehr Sicherheit in den zweiten Kuss. Beim dritten hatte sie ihre Finger in seine Haare gewunden.

Ein Klopfen and er Tür riss sie auseinander und Becca begann zu grinsen.

"Gerade noch gerettet", scherzte sie.

Mit einem missmutigen seufzen erhob sich Giles und ging zur Tür. Als er sie öffnete, sah er Willow.

"Hi Giles", verkündete sie. "Ich hoffe, ich unterbreche nicht irgendwas."

"Genaugenommen schon, aber vielen Dank", antwortete er. „Ich hab Verspreche gemacht, die ich nur schwer einhalten kann." Er schüttelte den Kopf um ihn wieder frei zu kriegen. „Ist Bonnie verstaut?"

"Ja, ich hab da noch ein paar Neuigkeiten zu dem Thema für später, aber... ich hab Kennedy gesagt, sie soll uns im Lesesall treffen, wenn das okay ist?"

"Oh, sicher, ich bin sofort da."

Willow nickte und ging wieder, während Giles die Tür schloss.

"Ich muss unbedingt mit Kennedy reden", erklärte er Becca. „Aber du kannst bleiben, s-solange du möchtest, und–"

"Schwer einzuhalten, hah?" Das war das Einzige, was sie sagte.

Giles grinste verlegen. „Ich sagte, ich bin ein Mann des Wortes, aber ich bin trotz allem ein Mann."

Becca stand auf und ging hinüber zur Tür, wo Giles stand. "Ja, das bist du wirklich", sagte sie und gab ihm einen leichten Kuss. „Ich wird hier sein, wenn du zurück kommst", fügte sie hinzu und gab ihm einen weiteren Kuss. Daraus wurden zwei weitere und sie löste sich von ihm. „Oder vielleicht auch nicht", sagte sie lachend. „Ich lasse es mal drauf ankommen."

"Nun, wenn ich zurück komme und dich nicht finde, ruf ich einfach bei Willow an, wenn das okay ist", bot er an.

"Mir nachspionieren?"

"Wenn das okay ist, wie ich sagte."

Becca schenkte ihm ein Lächeln und öffnete die Tür. „Das ist mehr als okay." Sie küsste ihn erneut und wieder wurde etwas mehr daraus. „Okay" sagte Becca, als sie sich wieder von ihm löste und endlich nach draußen schob. „Du gehst jetzt besser."

Giles lächelte und ging den Flur hinunter, während Becca die Tür schloss.

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Watcher’s Council Lesesaal – Kurz darauf

Willow und Giles kamen herein und Kennedy stand sofort auf.

"Es ist schlimm, oder nicht?" fragte sie.

Willow und Giles sahen sich an. Giles drehte sich zu Kennedy, öffnete seinen Mund und schloss ihn wieder. „I-ich bin nicht sicher, wie ich anfangen soll", erzählte er endlich, „aber deine Mutter ist verstorben, Kennedy."

Kennedy kniff die Lippen zusammen und nickte. "Noch etwas?" fragte sie, als wollte sie jeden Moment gehen.

"Setzen wir uns hin", sagte Giles und deutete auf das Sofa.

Er setzte sich neben Kennedy, während Willow auf dem Stuhl gegenüber Platz nahm.

"Ich hab alles überprüft", erklärte Willow. "Als du den Namen deiner Mutter gesagt hast, hab ich hin erkannt. Ich hab nichts gesagt, weil ich erst sichergehen wollte, und nachdem ich alle Aufzeichnungen durchgegangen bin u-und gesucht hab …"

"Du kanntest meine Mutter?" fragte Kennedy, als Willow begann abzuschweifen.

"Wir kannten Janna beim Namen Jenny Calendar. Sie war meine Computer-Lehrerin an der Sunnydale High und Giles–"

"Was? Haben sie sie getötet?" fragte Kennedy den älteren Wächter.

"Nein!" riegen Willow und Giles beinahe gleichzeitig.

"Nein", wiederholte Giles, "I-ich war mit ihr zusammen, während sie dort war. Sie wusste, dass ich ein Wächter bin und hat uns sogar von Zeit zu Zeit mit ihren Techno-Schamanen-Fähigkeiten, wie sie sie nannte."

"Techno-Schamane? Sie war eine Computerhexe?" fragte Kennedy und sah Willow an.

Die Rothaarige nickte. „Sie war eine von uns... ein Scooby", antwortete Willow. „Jenney war die, die mich dazu inspiriert hat, die Magie zu erlernen."

Kennedy begann zu lächeln. „Oh, welch eine Ironie, hah?" fragte sie. „Oh Junge", murmelte sie und seufzte laut.

Willow räusperte sich. "Ich hab immer noch ein paar von ihren Tagebüchern und Zaubersprüchen auf Diskette, ich hab sie nicht mitgebracht, aber wenn du sie sehen willst, bring ich sie dir gern rüber. Ich will mich nicht aufdrängen, das ist nur ein Angebot", fügte sie hinzu.

Kennedy sagte nichts und Willow reichte Giles ihr Jahrbuch.

"Wir haben ein Bild von ihr hier", sagte sie Kennedy. „Wenn du sie sehen willst, aber wenn nicht, ist das auch okay. Wir wollten dich nur nicht mit all dem bombardieren", sagte Giles mitfühlend. „Wenn du also lieber nicht–"

"Zeigen sie her." Kennedy nickte in Richtung Buch.

"Bist du sicher?" fragte Giles.

Kennedy nickte. Giles öffnete die Seite mit dem gelben Klebezettel und gab Kennedy das Buch herüber. Er zeigte auf das Bild. "Das ist Jenny", sagte er leise.

"Ich she fast so aus wie sie", erwiderte Kennedy. Sie schaute noch einen Moment, dann klappte sie das Buch wieder zu und gab es Giles zurück. „Wie ist sie gestorben? Lag’s am Höllenschlund oder–"

"Ein Vampir", erzählte Willow.

"Aber Buffy hat ihn gejagt und getötet", fügte Giles hinzu.

"Hat Buffy meine Mutter getötet?" fragte Kennedy. „Ich meine, wurde sie zum Vampir?"

"Nein", antwortete Willow. „Sie wurde nicht verwandelt."

Kennedy sah zu Giles. "Sie waren mit ihr zusammen?"

"Ich hab sie geliebt", sagte Giles einfach, aber mit Gefühl. „Als sie starb... hat sie einen Teil meiner Seele mit sich genommen. Ich war am Boden zerstört und so verrückt vor Trauer, dass ich mich beinahe umgebracht hätte, weil ich ihren Mörder verfolgt habe. Buffy… Buffy hat mir das Leben gerettet und mich daran erinnert, warum ich weiterleben musste. Es war nicht leicht, aber bis heute vermisse ich Jenny immer noch."

Kennedy betrachtete das Jahrbuch, welches in seinem Schoß lag, während sie sprach. „Gibt es noch was, oder war das schon alles?"

Giles streckte die Hand aus und hob ihr Kinn an. „Bist du okay?" fragte er. Ich bin sicher, das kommt überraschend und–"

"Nein, ich bin okay. Schon gut."

"Ich kenne stoische Jägerinnen", sagte Giles mit einem kleinen Lächeln. "Du kannst zu uns kommen, wenn du Hilfe brauchst oder mehr erfahren möchtest."

Kennedy nickte einfach nur. „Nein, ich bin okay, wirklich, aber", sie wandte sich zu Willow. „ich hätte gern eine Kopie von diesen Akten. Ich weiß nicht, ob ich sie lesen werde, aber... ja, ich würd sie einfach nur gern haben."

"Oh, aber klar", versicherte Willow. "Ich bring sie dir heut Abend rüber."

Kennedy nickte und stand auf. "Tja, danke, dass ihr die schlechten Nachrichten überbracht habt."

"Es tut uns leid", sagte Giles schnell, während er sich erhob. Willow tat es ihnen gleich.

"Nein", sagte Kennedy kopfschüttelnd. "Das haben sie falsch verstanden. Ich bin sicher, ihr habt bestimmt lange überlegt, was ihr mir sagen sollt, also ernsthaft, danke, dass ihr mir alles erzählt habt. Das habe ich gemeint."

Als niemand mehr etwas sagte, deutete Kennedy auf die Tür. „Ich geh dann mal wieder zurück, wenn das okay ist?"

"Natürlich", sagte Giles und machte ihr den Weg frei.

"Und ich bring dir die Disketten, Ken", ergänzte Willow.

Sie nickte nur uund verließ mit hängenden Schultern den Raum.

"Oh Junge, Giles", sagte Willow nach einem Moment der Stille. "Da ist Ken, die ihre Mom nie kennenlernen wird und dann ich, die es anscheinend nicht mal eine Stunde mit ihrere eigenen aushält. Irgendwie fühl ich mich wie.. ich weiß nicht… ein undankbares Kind oder sowas."

"Ja, ich weiß, warum du das denken könntest, aber eine weise Frau hat mir mal etwas erzählt", sagte Giles.

"Was war das?" fragte sie.

"Die besten Familien sind die, die wir uns selbst erschaffen."

Willow grinste, als Giles ihr das Jahrbuch zurückgab.

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Kennedy’s Apartment – Später am Abend

"Hey Will", sagte Kennedy, als sie ihre Tür öffnete.

"Okay, woher wusstest du, dass ich es bin?" fragte Willow und lächelte.

"Wer sonst sollte um Mitternacht hier sein? Ach, antworte besser nicht . Ich weiß, ich war nicht ganz ich selbst in letzter Zeit", sagte sie mit einem Grinsen und öffnete die Tür weiter. „Komm rein. Ist das das Zeug?"

"Ja", antwortete Willow, während sie in das Apartment hineinging und Kennedy die Tür hinter ihr schloss. „Ich hab auch mein Jahrbuch mitgebracht, nur für den Fall, dass du, du weißt schon, es noch mal sehen willst."

"Danke", erwiderte Kennedy. „Hast du ein paar Minuten Zeit?" fragte sie.

"Aber sicher", antwortete Willow und versuchte, optimistisch zu klingen.

Kennedy ging zurück zum Sofa. "Weißt du, die letzte Stunde hab ich hier gesessen und …"

Kennedy zögerte fortzufahren, sagte aber nichts. "Ist schon okay", wollte Willow helfen.

Kennedy leckte ihre Lippen und atmete tief durch. "Ich frage mich immer wieder... wieso hat sie mich aufgegeben? Es ist so, als wäre ich nicht wichtig genug, um mich zu behalten oder sich an mich zu erinnern. Ich meine, sie hat mich euch gegenüber nicht mal erwähnt, richtig?"

"Kennedy", begann Willow und legte ihre Hände auf die ihrer ex-Freundin. „Ich habe keinen Zweifel, dass sie es getan hat, weil sie dich schützen wollte und dir ein besseres Leben geben wollte."

"Was macht dich da so sicher?" fragte Kennedy.

"Weil, wenn es sie nicht gegeben hätte, ich jetzt auf dem Grund des Höllenschlunds von Sunnydale sitzen würde."

Kennedy starrte sie überrascht an. „Ich versteh nicht."

Willow lehnte sich in das Sofa und drehte sich zu ihr. „Als der Meister versucht hat aufzuerstehen, in dem Jahr, als wir Buffy kennengelernt haben", fügte sie erklärend hinzu, „waren Giles, Jenny und ich in der Bibliothek, direkt über dem Höllenschlund, und wir wussten es nicht mal. Als er sich geöffnet hat, wurde ich fast hinein gesaugt, aber Jenny hat mich gepackt und mit aller Kraft festgehalten. Ich hatte noch über einen Monat lang blaue Flecken, wegen ihrem Griff. Jeder, der soetwas tun würde, der sein Leben riskiert, um das eines anderen zu retten, ist nicht jemand, der einfach ein Kind im Stich lässt, weil es nicht in seinen Stundenplan passt." Willow zögerte. "Ich kann dich nicht überzeigen. Nur du kannst überlegen, ob du es glaubst, aber i-ich glaube wirklich, dass sie dachte, sie tut das Richtige, indem sie sich nicht in dein Leben einmischt."

"Ja", schnaubte Kennedy. „Ein Leben, in dem meine Stief-Familie mich wie eine Aussetzige behandelt hat, mit einem vater, den ich kaum gesehen hab, weil ihm sein Geschäft wichtiger war. Klar, das Geld war toll, aber... selbst das hatte seinen Preis."

"Also, wir waren nicht reich genug, um Flügel an unserm Haus zu haben", sagte Willow lächelnd. „Wir waren gut versorgt und ja, ich hab meinen Vater kaum gesehen. Genaugenommen hab ich meine Mutter auch nicht oft gesehen."

"Und wer hat sich dann um dich gekümmert?" fragte Kennedy.

"Als ich dreizehn war, hab ich mich um mich selbst gekümmert, aber davo